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Auf ein paar Euro kommt es Schwegler nicht an
Pirmin Schwegler. Foto: Vollformat
Lange war darüber spekuliert worden, ob er von Bayer Leverkusen zur Frankfurter Eintracht kommt, oder nicht. Am Sonntagabend ist Pirmin Schwegler im Trainingslager in Hermagor/Kärnten zum Team gestoßen. Christian Heimrich sprach mit dem 22 Jahre alten Schweizer, für den neben dem Fußball auch Identifikation mit dem Verein und Dankbarkeit eine große Rolle spielt.
Das Hin und Her um Ihren Wechsel ist endlich beendet. Wie fühlen Sie sich jetzt?
SCHWEGLER: Ich bin sehr glücklich. Am Ende ging alles ein bisschen schnell. Dafür habe ich auch lange genug warten müssen. Meine Wohnung in Leverkusen habe ich aber schon vor ein paar Wochen gekündigt.
Sind Sie im Streit dort weggegangen?
SCHWEGLER: Nein, Jupp Heynckes war sehr korrekt zu mir. Natürlich war er nicht begeistert, weil mein Wechselwunsch in die Vorbereitung fiel. Aber ich habe sogar noch am Samstag beim Testspiel in Leipzig gespielt.
Was war dann das Problem?
SCHWEGLER: Das Problem war nicht der Trainer. Mit dem hatte ich eher positive Gespräche. Aber mein unmittelbarer Konkurrent hieß Simon Rolfes und ist Nationalspieler. Er kommt nach seiner Verletzung in zwei Wochen zurück in die Mannschaft. Ich denke, dass ich eher ein Imageproblem habe, als Ergänzungsspieler gegolten habe. Es war schwer für mich, in die Mannschaft reinzukommen.
Sie hatten auch andere Angebote aus der Bundesliga und der Schweiz. Was hat den Ausschlag für Frankfurt gegeben?
SCHWEGLER: Ich war vor ein paar Wochen in Frankfurt. Die Gespräche mit Herrn Bruchhagen und Karl-Heinz Körbel haben mir imponiert. Das sind Leute, die für den Verein stehen. Für mich sind Punkte wie Dankbarkeit, Identifikation mit dem Verein und Kontinuität wichtig. Ich möchte so viele Spiele machen wie möglich. Über 600, so wie Charly, werde ich aber wohl nicht schaffen.
Aber sie mussten bei ihrer Entscheidung schon finanzielle Zugeständnisse machen.
SCHWEGLER: Für mich ist nicht wichtig, dass ich ein paar Tausend Euro weniger verdiene. Leverkusen wollte den Vertrag mit mir verlängern und mich ausleihen. Aber ich wollte einen Schritt nach vorn machen und deshalb unbedingt nach Frankfurt. Andere Spieler sitzen ihren Vertrag auf der Tribüne ab. Für mich ist sportlich optimal, dass ich hier für drei Jahre unterschrieben habe.
Der Verein hat Sie für die Sechser-Position im defensiven Mittelfeld verpflichtet. Nun sind Sie mit 1,76 Meter nicht gerade ein Riese.
SCHWEGLER: Das stimmt. Aber heutzutage sind auf dieser Position auch andere Eigenschaften gefragt. Es wird sich zeigen, wie ich in der Mannschaft, vielleicht auch gemeinsam mit Selim Teber, diese Rolle interpretiere.
Kommen Sie alleine nach Frankfurt?
SCHWEGLER: Ja, meine Freundin bleibt aus beruflichen Gründen in Leverkusen.
Sie sind in den letzten Jahren auch nicht vom Verletzungspech verschont geblieben.
SCHWEGLER: Ich bin in Leverkusen wegen einer Meniskus-OP und zwei Innenbandabrissen in jeder Saison zwei Monate ausgefallen. Vor zweieinhalb Jahren hatte ich auch kurz Bandscheibenprobleme. Das war aber kein Problem, es gibt Schlimmeres. Als Zweijähriger hatte ich Leukämie und stand jahrelang unter Beobachtung. Aber das ist jetzt ausgestanden.
Welche Schlagzeile würden Sie am liebsten über sich lesen?
SCHWEGLER: Die Eintracht holt sechs Punkte gegen Leverkusen.

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Kommentare
schrieb am 21.07.2009 13:09 Uhr
Ein sympathischer Kerl
Möchte über sich lesen, dass die Eintracht gewinnt. Brav! Das klingt alles sehr angenehm, bescheiden, intelligent und bodenständig. Solche Spieler sind für die Identifikation sehr wichtig. Hoffentlich zeigt er auf dem Platz die gleiche Qualität wie im Gespräch. Herzlich willkommen!
schrieb am 21.07.2009 18:20 Uhr
Ein sympathischer Kerl
Im Interview mit ihrer Zeitung bekommt man tatsächlich einen sympathischen Eindruck vom Pirmin Schwegler. Identifikation mit Verein, Fans und Region hört man gerne, denn nicht bei jedem aktuellem Spieler habe ich diesen Eindruck. Was mir jedoch Sorge bereitet ist die Verletzungshäufigkeit. 2 Innenbandrisse, 1 MeniskusOP, Bandscheibenprobleme und andere Kleinigkeiten. Bajramovic, Chris und Co lassen grüßen. Aber in der hervorragend aufgestellten medizinischen Abteilung der Eintracht ist er dann bestens versorgt. Auch von meiner Seite Herzlich Willkommen Pirmin, viele Spiele mit ebenso vielen Siegen bei unserer Eintracht.
MfG
Stefan Petith
Raabstr. 15
61350 Bad Homburg