01.09.2010 Eintracht Frankfurt

Bellaid im Schlussverkauf

Eintracht Frankfurt hat kurz vor Transferschluss den Kader doch noch verkleinern können

Von Christian Heimrich

Habib Bellaid lässt seine Muskeln in den nächsten Monaten wieder in Frankreich spielen.	Foto: RhodeHabib Bellaid lässt seine Muskeln in den nächsten Monaten wieder in Frankreich spielen.	Foto: RhodeHabib Bellaid lässt seine Muskeln in den nächsten Monaten wieder in Frankreich spielen. Foto: Rhode Michael Skibbe trainiert wegen der Länderspiel-Pause mit einem ausgedünnten Kader. Der Coach will die Auftaktniederlagen in Ruhe sacken lassen.

Frankfurt. Die Fußball-Bundesliga hat sich am Sonntag in die Länderspiel-Pause begeben, in der Frankfurter WM-Arena fanden sich gestern deutlich weniger Trainings-«Kiebitze» ein als sonst. Nur Heribert Bruchhagen steht wie immer unter Volldampf und pflegt seinen mitunter beißenden Humor. «Eintracht Frankfurt steht am Abgrund und alles macht hier Mittagspause», rief der Vorstandschef mit gespielter Empörung, als er aus seinem Büro in die müde Mittagssonne trat.

Bruchhagen ist die Unruhe im Blätterwald nach den Auftritten bei den Auftaktniederlagen in Hannover und gegen den Hamburger SV nicht entgangen. Der Eintracht-Chef ist jedoch bemüht, zumindest öffentlich kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen: «Wenn ich sage, dass ich mir Sorgen mache, machen Sie daraus eine Schlagzeile. Wenn ich sage, dass ich mir keine Sorgen mache, auch. Also sage ich besser gar nichts.»

«Warm anziehen»

Michael Skibbe wäre auch nur bedingt aufnahmebereit. Vor allem, was eine Debatte über den Fitnesszustand seiner Truppe angeht: «Ich bin jetzt schon so lange national und international tätig. Wenn einer sich mit mir über Trainingslehre und -inhalte unterhalten will, muss er sich warm anziehen.»

Bruchhagen hat bei beiden Spielen grundsätzliche Eindrücke gesammelt: «In Hannover, das war schon enttäuschend. Aber gegen eine so starke Mannschaft wie den HSV brauchst du auch ein bisschen Spielglück.» Und bessere Schieds- und Linienrichter. Drei unberechtigte Abseitsentscheidungen gegen die Eintracht hat der Vorstandschef in der noch jungen Saison bislang registriert.

Da traf es sich gut, dass nach dem Mittagessen ein einflussreicher Gesprächspartner und Mann vom Fach der Eintracht seine Aufwartung machte. Lutz Wagner, der Schiedsrichter-Lehrwart des Hessischen-Fußball-Verbandes, hatte sich zur Regelschulung angesagt.

Habib Bellaid wird in den nächsten Monaten keine Erfahrungen mit deutschen Referees machen. Der in Frankreich geborene Verteidiger, der momentan bei der algerischen Nationalmannschaft weilt, ist gestern kurz vor Schließung der Transferliste auf Leihbasis zum französischen Zweitligisten CS Sedan-Ardennes gewechselt.

Die Eintracht erhält keine Leihgebühr, dafür eine Prämie, sollte der aktuelle Tabellenfünfte der «Ligue 2» den Sprung ins Oberhaus schaffen. Der 24-Jährige geht bis zum Ende der laufenden Saison nach Frankreich, bei der Eintracht hat er noch einen Vertrag bis Mitte 2012.

Pause für Amanatidis

Es ist bereits das dritte Leihgeschäft mit Bellaid. In den Planungen von Trainer Michael Skibbe spielt er – wie eine Reihe anderer Spieler – keine Rolle mehr. «Aber er war der einzige, bei dem der Wille zu einer Veränderung zu spüren war», merkte Skibbe an. Spieler wie Steinhöfer, Tosun oder Titsch-Rivero, die wie Bellaid nur geringe oder keine Einsatzchancen haben, werden also weiter mittrainieren.

Der Trainer ist gespalten, was seine Meinung zur Bundesliga-Pause angeht. Auf der einen Seite ist Skibbe froh, die Niederlagen «in Ruhe sacken lassen zu können». Andererseits ist mit der Zahl der in Frankfurt gebliebenen Profis die Arbeit im technisch-taktischen Bereich «einfach schwer». Deshalb beließ Skibbe es vor dem gestrigen Testspiel in Haibach (siehe «Aktuell») bei Stabilisationstraining und einem Waldlauf, den Caio und Cenk Tosun einige Minuten später als die Kollegen beendeten. Ioannis Amanatidis pausierte, weil sein eigentlich gesundes linkes Knie eine Überlastungsreaktion zeigte. Chris absolvierte am Nachmittag Sprinttraining. Der Brasilianer soll nach überstandener Leisten-OP beim nächsten Test am kommenden Freitag in Würges zum Einsatz kommen.

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Kommentare

Antonios Kefalas schrieb am 01.09.2010 09:47 Uhr

Trainingslehre

Trainingslehre hin oder her, bei Caio scheint die wohl nicht anzuschlagen.
Ein Spieler der nichts anderes macht ,ausser sich auf Fußball zu konzentrieren(hoffentlich), sollte nach eine wirklich langen Zeit der Intergration in der Lage sein, wenigstens die Kondition für 90 Minuten zu besitzen!!
Das kann, nein muß man einfach erwarten.

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