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Der erzwungene Rücktritt
Friedhelm Funkel verlässt die Eintracht, weil er die Mannschaft schützen will
Von Christian Heimrich
Von Christian Heimrich
Der noch ein Jahr laufende Vertrag des Trainers wird aufgelöst. Gegen den HSV sitzt er aber noch auf der Bank.
Frankfurt. Selbst in Momenten, die gleichermaßen existenziell wie emotional sind, wahrt Heribert Bruchhagen die Contenance. Bis zur Pressekonferenz, auf der das Ende der Ära Friedhelm Funkel bei Eintracht Frankfurt verkündet werden sollte, waren es nur noch wenige Minuten. Trotzdem nahm sich der Vorstandschef Zeit für eine Besuchergruppe und posierte lächelnd für Fotos vor dem Kabinengang in der WM-Arena.
Es gab keine Grundlage mehr dafür, sich angespannt oder gar deprimiert zu präsentieren. Dass Funkels Amtszeit als Trainer bei der Eintracht nach knapp fünf Jahren nun zu Ende geht, war durch gezielte Indiskretionen aus dem Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten schon am Mittwoch bekannt und über das Internet verbreitet worden.
Es blieb Funkel vorbehalten, seine Version des Abschieds gestern ab zwölf Uhr mittags selbst zu inszenieren. «Ich habe am Montag mit Heribert Bruchhagen gesprochen und ihn gebeten, mein Vertragsverhältnis zum 30. Juni zu beenden», erklärte der Trainer.
Funkel, dessen Vertrag erst im Februar bis Mitte 2010 verlängert worden war, scheidet jedoch nicht – wie ebenfalls noch am Mittwoch lanciert worden war – mit sofortiger Wirkung aus. Er bereitet die Mannschaft auf das letzte Saisonspiel gegen den Hamburger SV vor und wird am Samstag (15.30 Uhr) auch mit seinen Assistenten Armin Reutershahn und Andreas Menger auf der Bank sitzen. Was aus dem Co- und dem Torwart-Trainer wird, ist noch unklar. Ihre Verträge laufen ebenfalls noch ein Jahr. Funkel hingegen wird eine Abfindung erhalten. Ein Indiz dafür, dass sein Abschied doch nicht komplett freiwillig ist.
Anti-Stimmung eskalierte immer mehr
Er denke nicht an Rücktritt, hatte Funkel zudem wochenlang öffentlich erklärt – obwohl die Anfeindungen in der Fan-Szene und die Kritik im Aufsichtsrat stetig zugenommen hatten und die Anti-Stimmung nach dem 0:5 gegen Bremen und dem 0:2 in Bochum immer mehr eskalierte.«Ich habe schon vor einiger Zeit mit Heribert Bruchhagen darüber gesprochen, ob eine weitere Zusammenarbeit Sinn macht», meinte der Trainer nun gestern. Ein enger Freund, der nicht aus dem Fußball komme, habe ihn in dieser Auffassung bestätigt. «Herr Bruchhagen bat um Stillschweigen, damit in Ruhe die noch für den Klassenerhalt nötigen Punkte geholt werden konnten.»
Mit dem öffentlichen und internen Druck auf seine Person habe sein Abschied nichts zu tun, betonte Funkel: «Das ist in der Bundesliga so, und das muss man aushalten können.» Er sorge sich vielmehr um die Mannschaft: «Ich wollte mit dieser Maßnahme den Druck von den Spielern nehmen, da sie zuletzt offensichtlich Probleme hatten, mit der Situation umzugehen. Die Spieler sollen unbelastet in die neue Saison gehen.» Sein Verhältnis zu Mannschaft und Vorstand sei in all den Jahren intakt gewesen.
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