21.12.2009 Eintracht Frankfurt

Der Unentbehrliche

Alexander Meier ist bei der Eintracht der Top-Torjäger der Hinrunde

Von Christian Heimrich

Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung sind ins Stocken geraten.

Frankfurt. So kennt man Alexander Meier. 78 Minuten lang war nicht allzuviel von dem schlaksig wirkenden Techniker zu sehen gewesen. Aber dann hatte er sich im richtigen Moment wieder einmal an den richtigen Ort geschlichen. Ein kurzes Zuspiel von Nikos Liberopoulos an der Strafraumgrenze, eine gedankenschnelle Drehung, ein gut gezirkelter Schuss mit der Innenseite des linken Fußes: Der Ball zappelte zum 2:2 im Wolfsburger Netz. Damit war es amtlich: Aus dem gelernten Mittelfeldspieler und aktuellen Aushilfsstürmer Meier ist nach dem Ausfall von Ioannis Amanatidis und Martin Fenin mit sechs Treffern der Frankfurter Top-Torjäger der Hinrunde geworden.

In seinem sechsten Jahr am Main ist der 26-jährige dabei, sich unentbehrlich zu machen. Er stand in allen 17 Bundesligaspielen auf dem Platz, er ist der erfolgreichste Torschütze und der beste Vorbereiter. «Alex ist sehr gut drauf. Das sieht man schon im Training», lobt ihn sein Trainer. Auch bei Michael Skibbes Vorgänger Friedhelm Funkel gehörte der 1,96 Meter lange gebürtige Norddeutsche, der 2004 auf Leihbasis vom Hamburger SV zur Eintracht in die Zweite Liga gewechselt war, zum Stammpersonal. Bei den Fans hatte ihn das nicht unbedingt beliebt gemacht. Vom «Lieblingsschüler» war leicht abschätzig die Rede. Meier gehörte zu jenen Spielen, die während der spielerisch dürren Endphase von Funkels Schaffen ausgepfiffen wurden.

Dem großen Blonden scheinen solche unangenehmen Begleiterscheinungen seines Berufes nicht viel auszumachen. Meier wirkt immer sehr unaufgeregt, er ist einer von der wortkargen Sorte, weil er weiß, dass er manche Dinge ohnehin nicht beeinflussen kann. Dass die Eintracht trotz seiner Treffsicherheit einen neuen Stürmer sucht, lässt ihn kalt: «Jeder gute Spieler tut uns gut.»

Seine Gelassenheit könnte auch dadurch begründet sein, dass Alexander Meier sich in einer komfortablen Situation befindet. Sein Vertrag läuft Mitte kommenden Jahres aus, Bundesliga-Konkurrenten wie Hannover und Gladbach sollen ihre Fühler ausgestreckt haben und mit mehr Gehalt locken. Zwei Gesprächsrunden hat es bis jetzt mit der Eintracht gegeben – ohne Abschluss: «Ist doch normal, dass es nicht gleich eine Einigung gibt», sagt Meier und lächelt dabei: «Es war bis jetzt eine schöne Zeit hier in Frankfurt, es spricht nichts dagegen, hier zu bleiben.»

Michael Skibbe hofft, dass sich sein treffsicherster Mann für die Eintracht entscheidet: «Alex ist in der Mannschaft anerkannt und akzeptiert. Er weiß, was er hier hat.» Die Frage ist, ob die Eintracht weiß, was sie an Meier hat.

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