Die richtige Antwort
Caio und Franz verderben mit ihren Treffern Heiko Herrlich sein Trainerdebüt
Von Christian Heimrich
Mit dem 2:1 (1:1) über den VfL Bochum sorgt die Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga für Wiedergutmachung nach dem peinlichen 0:4 im Pokal gegen Bayern München.
Frankfurt. Die Spieler trabten gut gelaunt Richtung Kabine, aber Heribert Bruchhagen brauchte erst einmal Nervennahrung. Der Vorstandschef biss immer wieder in eine Banane. So ganz hatte er dem Frieden bis zum Schluss nicht getraut: «Trotz großer Feldüberlegenheit haben wir nie die nötige Sicherheit gehabt. Aber ich bin glücklich, dass wir diesen wichtigen Sieg landen konnten.»
Bruchhagen sieht die Dinge immer besonders kritisch. Das hatte zuletzt zu atmosphärischen Störungen zwischen ihm und Trainer Michael Skibbe geführt. Von dem fiel nach dem verdienten Triumph über bieder und verunsichert agierende Bochumer, bei denen der neue Trainer Heiko Herrlich keinen guten Einstand hatte, einiges an Lasten ab. Zu Recht, denn seine Mannschaft hatte läuferisch und kämpferisch überzeugt: «Ich bin mit der Reaktion und unserem Spiel nach der unglaublich peinlichen Pokal-Niederlage gegen Bayern zufrieden.» Auch die Tabellensituation gibt Anlass zur Zufriedenheit: Mit jetzt 16 Punkten und Platz 9 hat die Eintracht gerade einmal drei Punkte Rückstand auf die Bayern (Platz 6).
Dass es nach dem Debakel vom Mittwoch Umstellungen im Team geben würde, war klar. Bajramovic, Steinhöfer und Fenin mussten auf die Bank. Dafür setzte Skibbe auf Teber, Caio und Liberopoulos von Beginn an. Maik Franz, der große Pokal-Unglücksrabe, erhielt die Chance zur Bewährung (lesen Sie dazu unseren gesonderten Bericht) – allerdings als rechtes Glied in der Abwehrkette, Ochs rückte ins Mittelfeld vor.
5:0 Torschüsse und deutlich mehr Ballbesitz
Und ausgerechnet Caio, die brasilianische Reizfigur, sorgte für den ersten Knalleffekt, als er vor der Saison-Minuskulisse von 37 500 Zuschauern einen direkten Freistoß aus rund 25 Metern Entfernung im rechten unteren Toreck versenkte. Es war ein Kunstschuss, denn das Leder sprang hinter der Mauer noch einmal auf, so dass Bochums Keeper Heerwagen kaum eine Abwehrmöglichkeit hatte.
Die Eintracht erwies sich als Herr im Haus (Herrlich: «Wir haben viel zu schnell den Ball verloren») und war nur Millimeter vom 2:0 entfernt, als Liberopoulos nach schöner Flanke von Spycher an den Innenpfosten des Bochumer Tores köpfte (25.). Doch das Tor machten im direkten Gegenzug die Gäste. Epallés Flanke segelte durch den Strafraum, Dedic verpasste sie zwar, aber der hinter ihm stehende Franz schaffte es irgendwie, den Ball über Nikolov hinweg ins eigene Tor zu bugsieren. Es war der vorläufige Höhepunkt einer bizarren ersten Halbzeit: Immer wieder gellten Pfiffe durch die Arena, wenn die Frankfurter Spieler angesichts der Bochumer Maurerarbeiten quer spielten. Aber am Engagement der Eintracht gab es nichts auszusetzen: 5:0 Torschüsse und 65 zu 35 Prozent Ballbesitz wies die Statistik kurz vor der Pause aus.
Es gehörte zur Dramaturgie des Abends, dass ausgerechnet Maik Franz nach einem Eckball von Ochs und einem ersten Kopfball von Chris ebenfalls per Kopf den Siegtreffer markierte (53.).
Fällt Amanatidis wieder länger aus?
In die Freude über den Sieg mischten sich allerdings auch bittere Töne. Ioannis Amanatidis, so Heribert Bruchhagen, droht wegen erneuter Beschwerden an seinem wegen eines Knorpelschadens operierten Knie wieder länger auszufallen: «Wir werden verschiedene Experten zu Rate ziehen.» Dazu zählen neben Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger auch Amanatidis’ Operateur Dr. Ulrich Boenisch und dessen Mentor, der amerikanische Knie-Spezialist Richard Steadman. Und auch Oka Nikolov ist wieder angeschlagen. Bei einem Zusammenprall mit Maik Franz und dem Bochumer Sestak hat er sich eine Prellung oberhalb des Knies zugezogen.
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