Differenzen: Bruchhagen und Skibbe
Eintracht hofft auf Pokal-Sensation gegen Bayern
Frankfurt. Die Fans träumen von einer Pokal- Sensation, die Spieler brennen auf Revanche und der Trainer verspricht einen heißen Tanz. Eintracht Frankfurt fiebert dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC Bayern München entgegen, doch ausgerechnet vor dem Spiel des Jahres am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD live) in der seit Wochen ausverkauften Commerzbank-Arena trübt ein verbaler Zoff zwischen Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Coach Michael Skibbe die Stimmung bei den Hessen.
«Bruchhagen ist Vorstandsvorsitzender und natürlich frei in seiner Meinung. Aber er sollte sich mit öffentlicher Kritik zurückhalten. Wir müssen uns nicht abstimmen, aber es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Mannschaft nicht durchtrainiert ist», sagte Skibbe und reagierte damit auf eine Aussage seines Vorgesetzen nach der 1:2-Niederlage im Bundesligaspiel, in dem Bruchhagen eine läuferische Unterlegenheit der Hessen ausgemacht hatte. «Solche Aussagen wünsche ich mir nicht», konterte Bruchhagen in dieser Zeitung die Kritik des Trainers und fügte hinzu: «Ich werde auch in Zukunft meine Analysen machen.»
Abgesehen von den Differenzen in der Aufarbeitung der Partie vom vergangenen Samstag haben die Frankfurter die bittere Pille von München aber längst verdaut. «Ich glaube nicht, dass wir da noch irgendetwas herausziehen können. Am Mittwoch ist das ein völlig anderes Spiel in einem anderen Wettbewerb. Ich hoffe, dass wir die Bayern schlagen können», verkündete Skibbe am Dienstag optimistisch.
Zwar fällt Ioannis Amanatidis wegen einer Oberschenkelzerrung weiter aus, doch Skibbe ist zuversichtlich, dass der Coup auch ohne den griechischen Nationalspieler gelingen kann. «Der Eindruck, dass die Bayern noch nicht ihren Rhythmus gefunden haben, ist geblieben. Wenn wir uns steigern, sind sie verwundbar.» Allerdings weiß der 44- Jährige, der als Trainer in zehn Spielen noch nie gegen den Rekordmeister gewinnen konnte, um die Schwere der Aufgabe: «Die individuelle Qualität der einzelnen Spieler ist enorm gut. Wir müssen einen Sahnetag haben, um die Bayern aus dem Pokal zu werfen.»
Mit welchem Personal und welcher Taktik dies gelingen soll, wollte Skibbe nicht verraten. Änderungen gegenüber der Partie in München schloss er nicht aus, «vor allem offensiv haben wir einige gute Alternativen». In erster Linie komme es darauf an, den Spielfluss der Bayern zu stören und selbst Akzente zu setzen.
Elfmeter hat der Eintracht-Coach übrigens nicht trainieren lassen. «Das habe ich noch nie gemacht», sagte Skibbe. Zum einen könne man dies nicht simulieren, zum anderen wisse er nicht, welche Spieler im Falle eines Unentschiedens nach 120 Minuten überhaupt auf dem Platz stünden. «Wenn es dazu kommt, entscheide ich, wer schießt», kündigte Skibbe an.
Während sein Münchner Kollege Louis van Gaal bereits vom Finale in Berlin träumt, konzentriert sich Skibbe ganz auf die Herkulesaufgabe am Mittwochabend. «Bei den Bayern ist Erfolg planbar. Anders als sie dürfen wir nicht von Berlin träumen, sondern müssen uns erst mal unserer Haut erwehren», meinte der Frankfurter Coach. Den 51 500 Fans versprach er zumindest ein Spektakel: «Wir wollen ein großes Spiel bieten.» dpa
Zum 24. September 2011 gestalteten Schüler Ihre Zeitung. Alle erschienenen Artikel lesen Sie hier.
Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.
Kommentare
schrieb am 28.10.2009 09:22 Uhr
Sinnvoll?
Es ist grundsätzlich nicht dagegen einzuwenen, wenn HB und MS unterschiedlicher Auffassung sind aber ob es "politisch" geschickt von HB war, das öffentlich und in dieser Form zu äußern, mag bezweifelt werden. Wenn so etwas im 4-Augen Gespräch auf den Tisch kommt, ist das sicher zielführender als wenn Fans, Medien und vor allem Spieler Dissonanzen in der Führungsriege mitbekommen und die Reputation der Protagonisten leidet. Wir wissen doch alle, was daraus entstehen kann, positiv ist das in keinem Fall, für niemanden - und das können wir nun wirklich nicht gebrauchen.
In diesem Sinne, heute abend einfach den Gegenbeweis antreten und schon ist das Thema vom Tisch!
schrieb am 28.10.2009 10:42 Uhr
was ist schon sinnvoll?
Ich habe allerdings auch das Gefühl, dass die Eintracht-Spieler in dieser Saison viel zu oft den entscheidenden Schritt zu spät kommen. Ein Geheimnis kann das kaum sein. Warum sollte HB das nicht ansprechen? Das sieht ja eigentlich sowieso jeder, oder?
Skibbes erneute Äußerungen bezüglich des geplatzten Lincoln-Transfers finde ich sehr viel unpassender! Insgesamt finde ich es ziemlich merkwürdig, dass er andauernd so ein Fass aufmachen muss...
schrieb am 28.10.2009 13:27 Uhr
Sinvoll?
Herr Scibbe ist austauschbar - Herr Bruchhagen nicht.
Langsam fange ich an zu glauben, dass Scibbe an latenten Größenwahn leidet.
schrieb am 28.10.2009 16:37 Uhr
Größenwahn
Na, ja Größenwahn hat MS nicht. Rumspinnen darf er ja mit seinen Sprüchen: Aggresiv nach vorne spielen und und und. Wenn es dann zum Spiel kommt sieht man eh wieder den Angsthasenfußball. Unsere Spieler haben eben nicht die Qualitäten anderer BL-Spieler, sonst würden sie auch wo anders kicken. Nur die Spielanlyse von MS, da meine ich immer ich war bei einem anderm Spiel. Mal sehen ob heute abend sein Liebling Teber seinen 75ten Fehlpass spielt und noch gut dabei mit der Trainekritik wegkommt. Wenn die Kondition nicht stimmt, dann geht eh nichts und HB sieht das schon richtig. Nur der betroffene Hund bellt lieber MS.