23.09.2010 Eintracht Frankfurt

Eintracht ereilt wieder ein plötzlicher Tod

Ein später Foulelfmeter beschert der Eintracht die vierte Saisonniederlage

Von Klaus Veit

Patrick Ochs kann es nicht fassen: Soeben hat Schiedsrichter Peter Sippel Elfmeter gepfiffen.	Foto: HübnerPatrick Ochs kann es nicht fassen: Soeben hat Schiedsrichter Peter Sippel Elfmeter gepfiffen.	Foto: HübnerPatrick Ochs kann es nicht fassen: Soeben hat Schiedsrichter Peter Sippel Elfmeter gepfiffen. Foto: Hübner Es läuft einfach nicht beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. In letzter Minute kassierte sie das 1:2 bei Bayer Leverkusen, verlor unglücklich und unverdient.

Leverkusen. Vor dem Anpfiff hatte Eintracht-Trainer Michael Skibbe noch aufatmen können, denn Sebastian Jung, der sich am Vortag eine Knöchelverletzung zugezogen hatte, meldete sich einsatzfähig zurück. So wurde nur der angeschlagene Alexander Meier (Oberschenkel) wie erwartet durch Chris ersetzt. Der Kapitän übernahm beim Comeback nach fast fünfmonatiger Verletzungspause Meiers Rolle im defensiven Mittelfeld, Maik Franz und Marco Russ bildeten wie gewohnt das Innenverteidiger-Duo.

So hatten die Gastgeber größere personelle Sorgen, mussten sie doch nicht nur auf Michael Ballack, sondern auch auf ihren ersten Sturm mit Kießling und Helmes verzichten. Ob es daran lag, dass die Eintracht deutlich besser in die Partie kam als vor Jahresfrist, wo sie hoffnungsvoll unterlegen mit 0:4 eine deutliche Klatsche kassiert hatte?

Dabei musste sie die ersten Minuten ohne die Anfeuerung ihrer Fans auskommen. Diese hatten aus Protest gegen Polizei-Schikane den Block verlassen. Die Beamten hatten auch Frauen und Kinder vor dem Stadion in Zelten sich bis auf die Unterwäsche ausziehen lassen, um nach Pyrotechnik zu suchen. Aus Protest gegen diese unwürdige Behandlung weigerten sich viele weibliche Fans, ins Stadion zu gehen. Erst als die Polizei auf normale Durchsuchungen einlenkte, füllte sich die Frankfurter Kurve richtig.

So verpassten viele Frankfurter die erste Eintracht-Chance, als Georgios Tzavellas genau auf Benjamin Köhler flankte, aber Rene Adler den Kopfball mit einer tollen Parade um den Pfosten lenkte (5.). Da kam Hoffnung bei den Gästen auf, doch das erste Tor fiel dann doch auf der anderen Seite. Jung hatte sich von Jörgensen böse überlaufen lassen und dessen flache Hereingabe konnte Bender aus kurzer Distanz zum 1:0 eindrücken (9.).

Sollte es doch wieder eine klare Angelegenheit geben? Ein paar Minuten lang sah es so aus, Russ musste in letzter Sekunde vor Derdiyok retten (14.). Dann aber kam die Eintracht wieder besser in die Partie, hatte den Schock überwunden. Und als der enorm lauffreudige Patrick Ochs in die Mitte flankte war Theofanis Gekas zur Stelle, ließ mit seinem wuchtigen und präzisen Kopfball Adler keine Chance (19.). Es war bereits das dritte Saisontor des Griechen, der ja auch schon wie Schwegler und Skibbe sein Geld in Leverkusen verdient hatte.

Die Eintracht zeigte, dass sie trotz schlechten Saisonstarts nicht als Punktelieferant gen Westen gefahren war. Beinahe hätte Halil Altintop mit einer «Notflanke» – er traf den Ball kurz vor Überschreiten der Außenlinie –, die zum Schuss wurde, Adler überwunden (24.). Und Tzavellas hatte fünf Minuten später Pech, dass sein gewaltiger Hinterhaltschuss in der Abwehr hängen blieb.

Es war eine durchaus kurzweilige Partie. Die Gäste erinnerten an die gute Vorstellung beim 4:0 in Mönchengladbach, ließen Ball und Gegner laufen. So konnte Reinartz bei einem Konter Köhler nur mit einem klaren Foul bremsen, sah die Gelbe Karte (62.). Kurz zuvor allerdings hatte auch Oka Nikolov einmal eingreifen müssen, er klärte gegen den durchgebrochenen Balitsch. Es war halt kein Team mit einem Unentschieden zufrieden.

Die Leverkusener versuchten in der Schlussphase zwar, den Siegtreffer zu erzielen, aber sie konnten keinen richtigen Druck aufbauen, die Eintracht stemmte sich mit allen Kräften gegen die vierte Saisonniederlage. Fast hätte es auch gereicht. Doch in letzter Minute foulte Ochs den durchbrechenden Vidal im Strafraum. Den fälligen Elfmeter schoss Vidal selbst zum 2:1 ein. Die Uhr stand auf 89 Minuten und 52 Sekunden. Pech nennt man das. Doch die Fakten sind: Vierte Niederlage im fünften Spiel, der Saisonstart wurde so richtig in den Sand gesetzt. Und am Samstag kommt Nürnberg, da muss ein Sieg her.


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Kommentare

Ralph Schmidt schrieb am 23.09.2010 07:02 Uhr

Kopf hoch

Leider wieder eine ärgerliche Niederlage. Und wieder eine krasse Schiedsrichterfehlentscheidung. Barnette foulte Franz in der 64. Minute zumindest elfmeterreif. Hoffentlich geben unsere Verantwortlichen diese Schirileistungen an den DFB weiter, wie dies Bayern sonst immer tut.

Trotzdem: Es muss unbedingt die Ruhe bewahrt werden. Auf der spielerischen Leistung kann man aufbauen.

F S schrieb am 23.09.2010 08:47 Uhr

Lebbe geht weiter!

Guude,
erst einmal ist diese Überschrift, man kan es sehen wie man will, meiner Meinung nach sehr unglücklich gewählt. Zweitens werden hier mal wieder wie eigentlich fast immer spielentscheidende Szenen unterschlagen. Von der Tätlichkeit an Franz ist hier nicht mit einem Wort die Rede. Sehr sehr schwach.
Als Frankfurter Zeitung, könnte man das schon erwarten...

Robert Wredenhagen schrieb am 23.09.2010 13:22 Uhr

Fussballspiel oder Schwerverbrechertreffen

Guten Tag, als Besucher des gestrigen Spiels in LEV muss etwas zu dem angedeuteten Kontrollverhalten der "Sicherheitskräfte" gesagt werden. Es kann nicht angehen, dass man bei einem Besuch eines normalen Bundesliga-Fussballspiels mit derartigen Leibesvisitationen ertragen muss. Das hat nichts mit Hausrecht oder Gefahrabwendung zu tun. Das ist einfach nur menschenunwürdig und für die "Gäste" unerträglich. Es kann nicht sein, dass Frauen und Kinder sich ausziehen müssen und dabei noch Sicherheitskräfte interessiert zuschauen. Wo bitte musste ich als 45 jähriger Familienvater bisher meine Schuhe ausziehen, um in ein Stadion zu gelangen, wobei dann, man glaubt es nicht, der Wachdienst noch unter die feuchtwarme Einlegesohle schaut? Der Protest einer Vielzahl der SGE-Anhänger und ihr Fernbleiben bis etwa zur 30. Spielminute (!Tor verpasst!) sollte auf diese völlig unangemessene Verhaltensmaßnahme hinweisen. Leider wird es hier verpasst, solches Verhalten einmal an den Pranger zu stellen. So kann man mit zahlenden Gästen nicht umgehen. Weshalb ich diese Lokalität im Leben auch nicht mehr aufsuchen werde. Bayer 04 und die örtlichen Sicherheitskräfte sollten sich was schämen! Und der Verein oder der DFB sollte hierzu eine Erklärung abgeben, weshalb dies in allen Stadien so unterschiedlich gehandhabt wird. Man kommt sich ja vor wie ein Drogenhändler oder Schwerverbrecher! Wenn das die Zukunft des Stadionbesuchs ist, dann gute Nacht.

Stefan Schmitt schrieb am 23.09.2010 13:42 Uhr

Immer ist der Schiri schuld

Ja immer hat der böse Schiri schuld das Eintracht verliert. Dabei hat er aber keine Schuld wenn die sogenannte beste Offensive der letzten jahre das Tor nicht trifft oder die Spieler am Träumen sind. Das wird eine Chaossaison wie vor 2 Jahren werden. Funkel läßt grüßen. Wir spielen jetzt offiziell gegen den Abstieg aber viele Fans wollen davon nichts hören weil es erst der 5. Spieltag ist. Jetzt muss draufgehauen werden und nicht in einem halben Jahr wo alles zu spät ist.Würde mich nicht wundern wenn Eintracht am samstag gegen Nürnberg in der 93. Minute das Spiel 0:1 oder 1:2 verlieren würde. Zur Zeit ist Eintracht die dümmste Mannschaft der Liga. Aber vielleicht schlagen wir die Bayern zweimal und steigen brav ab.

Rudi Martin schrieb am 23.09.2010 21:37 Uhr

50 Punkte

Ich verstehe die ganze Aufregung um die 50 Punkte nicht, denn Herr Skibbe hat weder das Jahr noch die Liga genau genannt. Ich glaube in der 2. Liga sind
die 50 Punkte durchaus möglich.
Und wenn man in Frankfurt nicht bald
aufhört zu träümen, dann ist es sowieso
zu spät. Hertha lässt grüßen!!
Die Mannschaft wird total überschätzt.
Herr Bruchhagen hat völlig recht, wenn
er fragt, gegen wen wollen wir denn die 50 Punkte holen!?
Wann hat die Eintracht eigentlich das letzte Heimspiel gewonnen?
Und trotzdem kommen immer wieder viele Zuschauer ins Stadion. Gegen Nürnberg muss jetzt gekämpft werden bis zum umfallen, der Sieg muss erzwungen werden egal wie. Jetzt zählen keine Ausreden mehr.

Antonios Kefalas schrieb am 24.09.2010 07:57 Uhr

Sind wir zu gut?

Die Überschrift bezieht sich auf den Luxus den sich die Eintracht erlaubt, auf zwei Offensivkräfte zu verzichten.
Warum wird auf Korkmaz und Heller keinen Wert gelegt, die nach Ochs die Einzigen sind, die mit Tempodribblings eine Abwehr überlaufen können?
Gegen Leverkusen, die eine starke offensive Ausrichtung haben, wären diese Konterspieler genau richtig gewesen.
Aber diese Spieler haben offensichtlich keine Lobby beim Trainer, schade eigentlich.

gast gast schrieb am 25.09.2010 00:52 Uhr

Sind wir gut?

Ihr Kommentar
Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Diese Frage habe ich mir ebenfalls schon des öfteren gestellt. Ebenfalls muss die Mannschaft anders eingestgellt werden. Tuchel oder Klopp machen dies vor. Keine Angst vor dem Gegner, die Mannschaft auf Sieg einstellen. Selbst aktiv werden, statt den Gegner stark zu reden, wie dies unter Funkel immer gewesen ist. 50 Punkte sind mit dieser Mannschaft zu erreichen, nur müssen diese durch die Verantwortlichen auf die Mannschaft übertragen werden.

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2:1
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Karlsruher SC – Eintracht Frankfurt
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1:2
1 1 Spvgg. Greuther Fürth
70
2 2 Eintracht Frankfurt
68
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