28.03.2009 Eintracht Frankfurt

Freude nur über Spycher

Pleite im Geheim-Test gegen Wehen: Beim Comeback des Schweizers schwächelt die Eintracht

Von Peppi Schmitt

Taunusstein. Frühstücksfußball auf dem Wehener Halberg: Die Frankfurter Eintracht ist gestern Vormittag zu einem kurzfristig vereinbarten und vor der Öffentlichkeit geheim gehaltenen Freundschaftsspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden in den Taunus gefahren. Der Ertrag der kurzen Reise war eher ernüchternd, aus Sicht des Eintracht-Trainers indes auch völlig nebensächlich. Der Bundesligist hat gegen Tabellenletzten der Zweiten Liga 0:2 (0:1) verloren und sich über die 90 Minuten kaum mit Ruhm bekleckert. Friedhelm Funkel waren Resultat und Leistung freilich egal. «Zu diesem Spiel gibt es nichts zu sagen, es war unwichtig», sagte Funkel, der die Partie wie viele der Spieler nur als bessere Bewegungstherapie angesehen hatte.

Nun gab es aber trotz der Niederlage und der Leistung für die Eintracht eine richtig gute Nachricht. Denn zum ersten Mal seit dem 1. November – damals bei Borussia Mönchengladbach – und seiner schweren Knieoperation, bei der ein Knorpelschaden behoben wurde, hat Christoph Spycher wieder gespielt. Drei Tage vor seinem 31. Geburtstag stand der Schweizer Nationalspieler 45 Minuten auf dem Platz. «Ich bin glücklich», sagte Spycher, «ich hatte keine Probleme mit dem Knie». Am Donnerstag hatte Funkel Spycher gefragt, ob er sich nach vier Wochen Trainingsarbeit einen Einsatz zutraue, Spycher antwortete mit «ja» geantwortet. «Das war ein logischer nächster Schritt», sagt der Schweizer.

Im Spiel hat er sich ganz langsam nach vorne getastet. Beim ersten hohen Ball gleich zu Beginn habe er das Kopfballduell noch vermieden, «beim zweiten bin ich dann richtig hingegangen.» Und hat gemerkt, dass das Knie hält. «Es war wichtig zu sehen, dass ich voll in Zweikämpfe gehen kann», sagt Christoph Spycher.

Der Trainingsaufbau bis zum diesem ersten Einsatz sei in den letzten Wochen «absolut sinnvoll» gewesen, glaubt Christoph Spycher, es habe richtig gut getan nun wieder zu spielen. «Elf gegen elf auf einem großen Platz, das ist doch was anderes als im Training auf engem Raum», sagte er. Sein ursprüngliches Ziel, die Länderspiele mit der Schweiz in diesen Tagen, hatte er schon vor ein paar Wochen zurückgestellt. Man müsse nach einer solch schweren Verletzung «vernünftig sein», sagt Spycher, der in stetem Kontakt mit dem Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld steht. Der ehemalige Bayern-Coach habe sich regelmäßig gemeldet und damit für zusätzliche Motivation in den schweren Tagen gesorgt. An ein Karriereende habe er nie gedacht, versichert Christoph Spycher, «es gibt ja auch bei Knorpelschäden unterschiedliche Verletzungsstärken.» Bei ihm und auch bei Ioannis Amanatidis, der noch drei, vier Wochen länger bis zum Comeback braucht, sei dies so gewesen.

Spycher also hat sich gefreut, viel mehr an guten Nachrichten gab es für die Eintracht auf dem Hallberg nicht. Der ehemalige Eintrachtler Sascha Amstätter hatte Wehen in der 32. Minute in Führung gebracht, Aykut Öztürk in der 58. Minute auf 2:0 erhöht. Die einzige Chance für die Eintracht, die ohne Chris, Ümit Korkmaz und Martin Fenin angetreten war und keinen einzigen Stürmer im Aufgebot hatte, vergab Caio, als er völlig freistehend einen Kopfball nicht im Tor unterbringen konnte.

Eintracht: Pröll – Ochs, Bellaid, Krük, Spycher (46. Russ) – Steinhöfer, Fink (46. Köhler), Inamoto, Caio, Petkovic – Meier.

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