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Funkel baut auf Bellaid
Auch Patrick Ochs kann heute in Karlsruhe wohl für die Eintracht verteidigen
Der Blick geht voraus: Habib Bellaid soll gegen Karlsruhe das Abwehrzentrum dicht halten. Foto: Hübner
Frankfurt. Nach dem nachmittäglichen Training nahm Friedhelm Funkel gestern Ümit Korkmaz noch einmal kurz zur Seite. Der Trainer der Frankfurter Eintracht sprach ein paar Takte mit seinem Flügelflitzer, dann klopfte er ihm aufmunternd auf die Schultern. Schlechte Nachrichten für den hernach schon etwas geknickt wirkenden Korkmaz: Funkel nimmt den lange verletzten Österreicher nicht mit zum möglicherweise wegweisenden Bundesliga-Gastspiel heute (15.30 Uhr) beim Karlsruher SC.
„Es reicht kräftemäßig einfach noch nicht ganz. Das Gute ist, dass Ümit das selbst auch so sieht“, erklärte der Frankfurter Fußball-Lehrer später. Der nach zwei Mittelfußbrüchen eifrig an seinem Comeback arbeitende Korkmaz freilich wäre ohnehin erst einmal kein Kandidat für die erste Elf gewesen. Überraschend kam die Entscheidung nicht, drängender waren andere Personalfragen. So dürfte Patrick Ochs trotz seiner gebrochenen linken Hand beim KSC auflaufen, mit der schützenden Spezialmanschette kommt er dem Anschein nach passabel zurecht. „Ich überlege noch, aber es sieht ganz gut aus. Er hat ordentlich trainiert und auch wenig Unsicherheiten gezeigt“, urteilte Funkel nach dem gestrigen Abschlusstraining.
Mehdi Mahdavikia, Ochs’ erster Ersatz auf der rechten Abwehrseite, wird sich also ebenso wie Aleksandar Vasoski vorerst in Geduld üben und mit einem Platz auf der Bank vornehmen müssen. Den wegen der Rot-Sperre des Brasilianers Chris freien Posten in der Frankfurter Innenverteidigung vergibt Funkel wie schon beim jüngsten 0:2 gegen den VfL Wolfsburg nicht an Vasoski, sondern an den bisweilen etwas leichtsinnigen Habib Bellaid. „Es wird wohl so sein, dass Habib spielt“, ließ Funkel durchblicken, der zudem die Frage des Ersaztorwarts klärte: Statt des jungen Jan Zimmermann rückt Oka Nikolov erstmals nach seinem Sehnenanriss in der Fußsohle in den Kader.
In einer anderen unter der Woche wieder einmal heiß diskutierten Personalie gab sich der Eintracht-Trainer hingegen geheimnisvoller. Ob der gegen Wolfsburg noch merklich unter seiner langen Verletzungspause leidende und arg schwächelnde Alexander Meier oder der in den zurückliegenden Trainingstagen recht annehmbar auftretende ewige Hoffungsträger Caio im Mittelfeld eine Chance erhalten, ließ Funkel offen.
Meier oder Caio also? Gut möglich, dass die Antwort auf diese Frage lautet: weder Meier noch Caio. Anstelle der beiden Ballkünstler könnte Funkel in dem erwarteten Kampfspiel wie im vergangenen Jahr schon des Öfteren Michael Fink und Benjamin Köhler offensivere Rollen zuweisen, um so auch den Spielaufbau des KSC zu stören. Oder Stürmer Nikos Liberopoulos etwas zurückziehen. „Einen Zehner gibt’s bei uns nicht, und die Position hinter den Spitzen gibt es auch nicht immer“, betonte Friedhelm Funkel jedenfalls.
Die Ausgangslage ist indes klar: Mit einem Sieg könnte Karlsruhe nach Punkten mit der Eintracht gleich- und diese tief in den Abstiegskampf hineinziehen. Die Frankfurter wiederum würden sich mit einem Erfolg erst einmal vieler Sorgen entledigen. Über mangelnde Unterstützung werden sie sich kaum beklagen können: Weit über 3000 Fans – zum Zeichen der Verbundenheit diesmal mehrheitlich in der gewöhnungsbedürftigen Farbe Orange gekleidet – begleiten die Eintracht ins Wildparkstadion. Die mögliche Aufstellung: Pröll – Ochs, Russ, Bellaid, Petkovic – Inamoto – Steinhöfer, Fink, Köhler, Fenin – Liberopoulos.

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