Nachspiel auf dem Parkplatz
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Ärger in Kassel: Marcos Alvarez. Nach der Regionalliga-Partie bei Hessen Kassel wird Eintracht-Jungprofi Alvarez von vermeintlichen Fans attackiert. Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall in Kassel, Marcos Alvarez mahnt zu Besonnenheit: «Das darf jetzt nicht zu weiteren Ausschreitungen führen.»
Frankfurt. Die Regionalligapartie bei Hessen Kassel am Mittwochabend war für Marcos Alvarez ohnehin schon ziemlich unglücklich verlaufen, und dann hatte sie auch noch ein übles Nachspiel. Als der 19-jährige Jungprofi nach der 2:3-Niederlage von Eintracht Frankfurts U23 über den öffentlichen Parkplatz zum Auto ging, wurde er von vermeintlichen Kasseler Fans erst beschimpft und dann wie sein Vater und sein Großvater auch handfest attackiert.
«10, 15 Kasseler haben angefangen, um sich zu treten», sagt der geschockte Alvarez, «wir haben alle Tritte abbekommen. Mein Oberschenkel ist ganz blau.» Sein Vater, dem auch noch das Handy geklaut wurde, habe eine offene Wunde am Knie, der Großvater Knieprobleme. Der Stürmer, der auch schon einige wenige Bundesliga-Minuten absolviert hat, zumeist aber in der U23 zum Einsatz kommt, hatte das 1:0 erzielt, ehe er verletzt ausgewechselt werden musste. Trainer Oscar Corrochano erlaubte ihm, mit der Familie nach Hause zu fahren. Offenbar keine gute Idee – auf dem Parkplatz nahe der Kasseler Eissporthalle musste sich der eine Eintracht-Jacke tragende Alvarez jedenfalls einige Pöbeleien anhören. «Hoffentlich hat es richtig weh getan und es ist was kaputt», habe ein Kasseler Fan zu der Verletzung gesagt, so Alvarez. Ein anderer habe sich vor ihn gestellt und ihn geschubst, worauf sein Vater dazwischengegangen sei – und die Situation weiter aus den Fugen geriet.
«Eine schlimme Sache»
Anzeige hat die Familie Alvarez bereits erstattet, die Kasseler Polizei bestätigte deren Eingang und sucht noch nach weiteren Zeugen. «Wir haben eine gute Täterbeschreibung abgegeben. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass die Täter gefasst werden können», meinte Alvarez.
Beim KSV Hessen Kassel verspricht man derweil, alles zu tun, damit die Angelegenheit aufgeklärt werde. «Das ist eine schlimme Sache und absolut schädlich für den Verein und den Fußball», erklärte Vorstandschef Jens Rose, der sich persönlich bei Marcos Alvarez für den Vorfall entschuldigen wollte.
Wichtig ist diesem vor allem, dass der Fall keine weiteren Krawalle nach sich zieht. Im Internet wurde verschiedentlich zu Revancheakten aufgerufen. Brisant: Am Samstag gastiert Hessen Kassel bei der U23 des FSV Frankfurt. In Kassel überlegt man, ob man den eigenen Fans von der Reise abraten solle, während am Bornheimer Hang bereits die Sicherheitsvorkehrungen verschärft wurden: Die Zahl der Ordner wird beispielsweise verdoppelt und ein Zaun eingeplant, der die Fangruppen trennen soll.
«Es haben sich auch Fans von Eintracht Frankfurt angesagt. Wir arbeiten eng mit der Eintracht zusammen», sagte der FSV-Sicherheitsbeauftragte Tobias Auer. Er rechnet mit 250 bis 400 Kasseler Anhängern, die mit einem Sonderzug aus Nordhessen kommen.
Eine Woche Pause
«Es darf jetzt nicht deshalb zu Ausschreitungen kommen», mahnt derweil Marcos Alvarez zu Besonnenheit. Die auf dem Platz erlittene Verletzung übrigens war nicht ganz so schlimm, hat aber auch Folgen: Wegen einer Schienbeinprellung muss er eine Woche mit dem Training aussetzen und auch für das Länderspiel der deutschen U-20-Auswahl am Montag gegen die Schweiz absagen. mka/jda/kv
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