Neuer Stürmer gesucht
Eintracht Frankfurt schließt eine sehr lange Pause für Ioannis Amanatidis nicht aus
Von Klaus Veit
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Frankfurts Ioannis Amanatidis schlägt die Hände nach einer vergebenen Chance vors Gesicht. Wie lange der Stürmer ausfallen wird, ist ungewiss. Foto: dpa Heribert Bruchhagen bestätigt, dass man sich über Verstärkungen «schon Gedanken gemacht und Gespräche geführt» habe. Aber man will im Winter auch Spieler abgeben.
Frankfurt. Noch steht die Meinung des amerikanischen Kniespezialisten Richard Steadman aus, doch die deutschen Kollegen haben bereits den Daumen gesenkt: Ioannis Amanatidis wird um eine weitere Knieoperation nicht herum- kommen. Und damit ist klar, dass der Stürmer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt selbst zu Beginn der Rückrunde noch nicht zur Verfügung stehen wird.
Knorpelschäden sind so ziemlich das Schlimmste, was aus medizinischer Sicht einem Fußballer passieren kann. Rund ein Drittel aller Fälle führt zur Sportinvalidität, ein weiteres Drittel bekommt immer wieder Probleme mit dem Gelenk. Da Amanatidis viel von seiner Athletik lebt, ist die Gefahr einer erneuten Verletzung bei ihm noch etwas höher als im Durchschnitt.
Erste Gespräche sind bereits geführt
Das wissen auch die Verantwortlichen der Eintracht. Heribert Bruchhagen will zwar nicht bestätigen, dass man im Winter einen neuen Stürmer verpflichten wird, sagt aber auch: «Natürlich haben wir uns schon unsere Gedanken gemacht und auch heute wieder Gespräche geführt.» Am Tisch saßen neben dem Vorstandsvorsitzenden noch Finanzchef Thomas Pröckl, Chefscout Bernd Hölzenbein, Cheftrainer Michael Skibbe und dessen Assistent Edwin Boekamp.
Über welche Namen diskutiert wurde oder ob Kandidaten bereits kontaktiert wurden, verriet Bruchhagen nicht: «Die Gesprächsinhalte bleiben wie immer im kleinen Kreis.» Die «Notwendigkeit», einen Stürmer zu verpflichten, sei erkannt, «aber der Markt muss es auch hergeben».
Die Eintracht strebt im Winter auch an, bei ihr unter Vertrag stehende Profis abzugeben. Allerdings war sie mit diesem Versuch im Sommer bis auf Habib Bellaid mangels Interesse anderer Vereine gescheitert. Doch diesmal könnte es klappen, da sich der Kreis der Kandidaten vergrößert hat. Wurden vor der Saison in der Gerüchteküche hauptsächlich Namen von Ersatzspielern wie Faton Toski und Mehdi Mahdavikia gehandelt, so hat sich die Lage inzwischen verändert.
Korkmaz mit seiner Rolle unzufrieden
Wenn sie fit waren, wurden Ümit Korkmaz, Benjamin Köhler und Markus Steinhöfer unter Friedhelm Funkel fast immer aufgestellt, unter Michael Skibbe spielt dieses Trio nur noch mehr oder weniger kleine Nebenrollen. Korkmaz beispielsweise kam in dieser Bundesliga-Saison über zwei Kurzeinsätze nicht hinaus. Eine Situation, die den Österreicher frustriert. Der Wiener Zeitung «Kurier» erklärte der Dribbler, dass sein Berater Max Hagmayr demnächst nach Frankfurt kommen und mit Skibbe Kontakt aufnehmen wird. «Ich bin jetzt 24 Jahre alt. Wie lange soll ich noch zuschauen? Ich kann doch nicht dauernd auf der Bank sitzen», sagte Korkmaz dem Kurier. Er wolle zwar am liebsten in Frankfurt bleiben, aber halt auch eine echte Chance bekommen: «An meiner Situation scheint sich derzeit nichts zu ändern. Ich war schon glücklicher.»
Bruchhagen nahm die Aussagen mit Verständnis hin: «Der Ümit ist ein so ordentlicher und anständiger Junge, da darf er auch mal Luft ablassen.» Ob die Eintracht bereit ist, den Dribbelkünstler auf die Verkaufsliste zu setzen? Bruchhagens Antwort war vorauszuahnen: «Wir wissen, was wir wollen. Aber es macht keinen Sinn, das öffentlich zu diskutieren.»

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Kommentare
Ralph Schmidt schrieb am 04.11.2009 20:22 Uhr
Scouts
Die Sache ist schon sehr komisch. Da wollen die gleichen Leute, die maßgeblich an der Verpflichtung der Spieler beteiligt waren, die man jetzt wieder los werden will, neues Personal aussuchen. Warum soll es nun besser laufen? Wäre es nicht an der Zeit, dass die Eintracht sich um neue Scouts bemüht? Wieviel Geld soll den noch verbraten werden?
Die richtige Auswahl von Neuverpflichtungen ist die entscheidende Stellschraube. Hier muss einfach erfolgreicher gearbeitet werden.