Rückkehr eines Leidgeprüften
Christoph Preuß ist wieder am Ball, dafür droht Pirmin Schwegler vorerst auszufallen
![]()
Mit Mützen und Megaphon: Zur Feier mit den Fans sind Christoph Preuß (links) und Patrick Ochs bestens ausgestattet worden. Foto: Klein Preuß’ Knie hält, Schweglers Knöchel nicht: Ihn plagt eine Bänderverletzung.
Nürnberg. Zur Feier des Tages hätte Christoph Preuß fast noch einen Volltreffer gelandet. Eine Viertelstunde erst war er im Spiel, da kullerte der Ball mitten im Nürnberger Strafraum plötzlich vor seine Füße. Preuß aber trat in dieser 65. Minute über die Kugel, und die beste Gelegenheit für die Frankfurter Eintracht, doch noch mehr als ein 1:1 aus dem einstigen Frankenstadion mitzunehmen, war dahin.
«Schade, dass er bei seiner großen Chance etwas überhastet agiert hat», bedauerte Michael Skibbe. Sonst hatte der Frankfurter Fußballlehrer am Samstag nur lobende Worte für seinen leidgeprüften Mittelfeldmann parat. «Christoph hat das richtig gut runtergespielt. Er war gut organisiert und hat saubere Pässe gespielt», urteilte Skibbe.
Das war nicht selbstverständlich. Über zwei Jahre hatte ein schwerer Knorpelschaden den in seiner Laufbahn schon von verschiedensten Verletzungen geplagten Preuß in die Knie gezwungen, lange war gar nicht klar, ob er überhaupt wieder Fußball würde spielen können. Doch Preuß gab nie auf – und wurde gegen Ende der Hinrunde mit einem Schnupperkurs belohnt: Ein paar Sekunden durfte er in Hoffenheim aufs Feld, gegen Bremen dann noch einmal. Sein Bundesliga-Comeback feierte der 28-Jährige im Grunde aber erst in Nürnberg: Es war sein erster ernsthafter Einsatz in der Eliteklasse seit Oktober 2007. «Ich denke schon, dass man erst jetzt von einer Rückkehr sprechen kann», sagte der Mittelhesse. «Vorher bin ich ja nur zwei Mal die Mittellinie entlang gelaufen.»
Die wichtigste Erkenntnis: Das Knie hält – anders als der Knöchel von Pirmin Schwegler, für den Preuß in der 50. Minute eingewechselt wurde. Der schon mit einem Bluterguss im Oberschenkel in die Partie gegangene Schweizer wurde in der 13. Minuten vom Nürnberger Andreas Wolf rüde umgegrätscht. Der rechte Knöchel schmerzte, er konnte kaum noch laufen. Bald nach der Pause ging es dann gar nicht mehr. Bei einer Kernspintomographie wurde am Sonntag eine Bänderverletzung im Sprunggelenk festgestellt hat. Weitere Untersuchungen sollen heute Klarheit über das Ausmaß der Verletzung bringen. «Wenn wir Pech haben, fällt Pirmin mehrere Wochen aus», befürchtet Skibbe. Das wäre ein herber Verlust für die Eintracht – und gleichzeitig womöglich eine unverhoffte Gelegenheit für Christoph Preuß, schneller als gedacht noch mehr Bundesliga-Atmosphäre zu genießen. mka

Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.
Kommentare