Skibbe bittet die Spieler zum Sondertraining
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Michael Skibbe ärgert sich über den verpatzten Auftritt seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit beim Test in Niederkalbach. Foto: dpa Michael Skibbes Angebot für einen freien Sonntag lehnt die Mannschaft «massiv ab» und blamiert sich nach dem 13:0-Halbzeitstand gegen Niederkalbach. Der Trainer ist auf einige Spieler ziemlich sauer.
Frankfurt. Den freien Sonntag hatten die Profis der Frankfurter Eintracht fest eingeplant. Nur einen Sieg mit fünfzehn Toren Unterschied gegen die Kreisliga-Amateure des 1. FC Union Niederkalbach hatte Trainer Michael Skibbe dafür eingefordert. Doch es wurde nur ein 14:1, was umso peinlicher war, weil es zur Pause schon 13:0 gestanden hatte. Michael Skibbe blieb konsequent, der freie Tag wurde gestrichen, und zwar für alle und nicht nur für die «Versager» der zweiten Halbzeit. Ganz nach dem Motto «mitgefangen, mitgehangen». Sogar Marco Russ und Patrick Ochs, die zur Schonung gar nicht mitgefahren waren, mussten zum Training am Sonntag antreten. «Das war kein Straftraining», sagte Skibbe, «die Mannschaft hat einfach ein Angebot von mir nicht angenommen, sondern es massiv abgelehnt.»
Genauer gesagt, die eine Hälfte der Mannschaft. Denn Skibbe hatte mit Ausnahme von Torhüter Andreas Rössl alle anderen Spieler zur Pause gewechselt. Die einen also schossen dreizehn Tore und erfüllten ihre Pflicht, die anderen spielten 1:1 gegen die Freizeitkicker und blamierten sich. «So etwas darf einfach nicht passieren», schimpfte Skibbe, «das ist eine Frage der Einstellung in Kombination mit Qualität.»
Deutliche Ansprache
In einer knapp zehnminütigen Rede auf dem Platz vor dem Training machte der Trainer seinen Spielern ziemlich deutlich, was er von dem verpatzten Auftritt gehalten hatte. Und kündigte Konsequenzen an. «Es geht ja in der Vorbereitung für den Trainer auch darum, herauszufinden, mit welchen Spielern hole ich in der Bundesliga die meisten Punkte», sagt Skibbe, «bei einigen war es deutlich zu wenig.»
Wer in der zweiten Halbzeit gespielt hat in Niederkalbach, hat also zumindest aktuell keine besonders gute Karten. Im Team hatten neben einigen Reservisten auch die vermeintlichen Stammkräfte Alexander Meier, Ümit Korkmaz, Halil Altintop und Martin Fenin gestanden.
Doch Michael Skibbe wollte nicht komplett schwarz-weiß malen. So gab es lobende Worte für den bisherigen Auftritt von Neuling Sebastian Rode, der in Niederkalbach zum ersten Mal einen schlechten Tag erwischt hatte. «Sebastian hat seine Sache bisher gut gemacht», lobt Skibbe, «er beherrscht es, schnell umzuschalten von Defensive auf Offensive.»
Geduld bringt der Eintracht-Trainer auch bei einem weiteren Neuzugang auf. Georgios Tzavellas verriet bisher deutliche Eingewöhnungsprobleme.
«Er hat hier nicht mehr so viel Zeit wie in Griechenland», hat der Trainer erkannt, «aber es wird von Training zu Training besser.» Aktuell habe auf der linken Verteidigerposition aber Benjamin Köhler noch die Nase vorn.»
Bisher, so der Eintracht-Coach, habe er allen Spielern gleiche Spielanteile gewährt. Dies werde sich nun ändern. «Viele werden weniger spielen und viele müssen ordentlich zulegen, um dranzubleiben», sagt Skibbe.
Dienstag gegen Santander
Am Dienstag beim Spiel gegen den spanischen Erstligisten Racing Santander werde er schon nicht mehr zwei komplette Mannschaften aufbieten, sondern zur Pause lediglich einige Auswechslungen vornehmen. Und am nächsten Sonntag gegen den englischen Meister FC Chelsea erwartet der Eintracht-Coach eine engagierte Leistung seines Teams. «Da wollen wir uns vor eigenem Publikum gut präsentieren», fordert er. pes
Eintracht (1. Halbzeit): Rössl – Jung, Franz, Bellaid, Tzavellas – Heller, Schwegler, Caio, Köhler – Gekas, Amanatidis. – Eintracht
(2. Halbzeit): Rössl – Steinhöfer, Titsch-Rivero, Vasoski, Petkovic – Rode, Clark, Meier, Korkmaz – Altintop, Fenin.
Tore: 0:1, 0:2 Heller (2., 7.), 0:3 Köhler (9., Handelfmeter), 0:4 Amanatidis (12.), 0:5 Gekas (17.), 0:6 Caio (21.), 0:7 Köhler (27.), 0:8 Caio (30.), 0:9, 0:10 Gekas (34., 37.), 0:11 Caio (42.), 0:12 Schwegler (43.), 0:13 Gekas (44.), 0:14 Korkmaz (62.), 1:14 Krack (66.).
Zuschauer: 2000.

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