12.09.2011 FSV Frankfurt

Eine gefühlte Niederlage

Der Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt wartet weiter auf den ersten Heimsieg in dieser Saison, weil er sich für seinen hohen Aufwand einfach nicht belohnte. Die Bornheimer lassen beim 1:1 gegen Erzgebirge Aue wieder einmal zu viele Torchancen aus.

Von Michael Helms

Frankfurt. Frust am Bornheimer Hang: Mario Fillinger gelang gegen Erzgebirge Aue zwar der Ausgleich, große Freude kam am Ende bei dem Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt aber nicht auf. Foto: KleinFrust am Bornheimer Hang: Mario Fillinger gelang gegen Erzgebirge Aue zwar der Ausgleich, große Freude kam am Ende bei dem Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt aber nicht auf. Foto: KleinFrust am Bornheimer Hang: Mario Fillinger gelang gegen Erzgebirge Aue zwar der Ausgleich, große Freude kam am Ende bei dem Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt aber nicht auf. Foto: Klein Fußball-Lehrer und Sportjournalisten funken nicht immer auf einer Wellenlänge. Nach dem 1:1 des FSV gegen Erzgebirge Aue vor nur 3631 Zuschauern im Frankfurter Volksbank Stadion gab es nach dem Abpfiff allerdings keine zwei Meinungen. "Es darf heute nur einen Sieger geben, aber wir sind für unseren Aufwand einfach nicht belohnt worden", sagte FSV-Coach Hans-Jürgen Boysen nach seinem 100. Spiel als Trainer im Bundesliga-Unterhaus. Und niemand wollte und konnte ihm da widersprechen.

So freute sich der 54-Jährige bei seinem Dienstjubiläum zwar über eine spielerisch und läuferisch sehr ansprechende Vorstellung seiner Mannschaft. Das Warten auf den ersten Heimsieg der Bornheimer in dieser Saison geht aber weiter. "Unter dem Strich ist das eine gefühlte Niederlage. Da ist es relativ unerheblich, dass wir gut gespielt haben, wenn es keine Punkte bringt", erklärte Mario Fillinger, dem nach 54 Minuten mit einem trockenen Schuss aus rund 18 Metern der Ausgleich gelungen war.

Heitmeier genäht

Kurz zuvor, nur drei Minuten nach Wiederanpfiff, hatte Enrico Kern den Spielverlauf auf den Kopf gestellt und nach einer Flanke von Jan Hochscheidt die Führung für die Sachsen erzielt. "Die einfachste Erklärung, warum wir nicht gewonnen haben, ist, dass Marc Heitmeier nicht die richtigen Stollenschuhe angehabt hatte", kommentierte Boysen ironisch jene Szene, die dem 0:1 vorausgegangen war. Nach dem Zuspiel von Hochscheidt war Heitmeier nämlich unglücklich ausgerutscht. Heitmeier war dennoch ein guter Vertreter des derzeit verletzten Abwehrchefs Björn Schlicke, musste sich am Ende der ansehnlichen Begegnung aber der medizinischen Abteilung des FSV Frankfurt anvertrauen. Bei einem Zweikampf mit dem wuchtigen Ronny König zog sich der Frankfurter Defensivspieler gleich zwei Schnittwunden im Gesicht zu, die sofort genäht werden mussten.

Mentale Aufbauarbeit wird Hans-Jürgen Boysen in den nächsten Tagen wohl kaum leisten müssen, obwohl seine Spieler wie schon beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt oder beim Unentschieden zum Saisonauftakt gegen Union Berlin (1:1) erneut zwei Punkte verschenkten. Mit hängenden Köpfen verließen die Profis des FSV nämlich nicht den Platz. Dafür hatten sie eine viel zu gute Vorstellung abgeliefert. "Es macht mir Mut, wie die Mannschaft gespielt hat. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir dafür auch belohnt werden", erklärte Yannick Stark stellvertretend für seine Kollegen.

Der junge Mittelfeldspieler war neben Fillinger auffälligster Spieler der Hessen und traf einmal die Latte sowie den Pfosten. Außerdem landete ein Schuss von Fillinger am Pfosten sowie ein Freistoß von Zafer Yelen an der Unterkante der Latte. Zudem scheiterte Fillinger gleich zwei Mal aussichtsreich am glänzend aufgelegten Martin Männel im Tor der Gäste, Karim Benyamina verstolperte kurz vor der Pause ein feines Zuspiel von Fillinger, und der eingewechselte Momar N’Diaye verschleuderte in der 72. Minute nach einem Pass von Babacar Gueye, seinem Landsmann aus dem Senegal, die beste Gelegenheit der Frankfurter im zweiten Durchgang.

Trotz dieser dürftigen Bilanz in Sachen Chancenverwertung zeigte sich Boysen versöhnlich. "Die Spielkontrolle war heute hervorragend, auch für den läuferischen Aufwand muss ich der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen", sagte der frühere Bundesligaprofi, der auch mit dem Debüt von Viachaslau Hleb zufrieden war. "Das war ein guter Einstieg von ihm, er hat gut in das Spiel eingegriffen", lobte Boysen den weißrussischen Nationalspieler.

Hleb demonstrierte eine Stunde lang, dass er das Offensivspiel durchaus beleben kann. "Meine Leistung war okay, aber ich war am Ende ein bisschen kaputt", erklärte der offensive Mittelfeldspieler, den der FSV Frankfurt erst kurz vor Ende der Wechselfrist verpflichtet hatte. Und der jüngere Bruder von Alexander Hleb, der nach 67 Minuten erschöpft ausgewechselt wurde, hatte trotz des verschenkten Sieges schnell seinen trockenen Humor wieder gefunden. "Mit dem Alexander Huber hat es heute geklappt, er spricht ja auch Russisch", sagte Hleb augenzwinkernd und in fast perfektem Deutsch über das Zusammenspiel mit seinem Partner auf der rechten Seite, der in der früheren Sowjetrepublik Tadschikistan einst das Licht der Welt erblickte, ehe er mit seiner Familie nach Deutschland zog.

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Ergebnisse Fußball, 2. Bundesliga

Eintracht Braunschweig – FC Ingolstadt
3:1
FC Energie Cottbus – 1. FC Union Berlin
2:1
FC Erzgebirge Aue – VfL Bochum
2:1
FC Hansa Rostock – Spvgg. Greuther Fürth
2:2
FC St. Pauli – SC Paderborn
5:0
Fortuna Düsseldorf – MSV Duisburg
2:2
FSV Frankfurt – Dynamo Dresden
1:1
Karlsruher SC – Eintracht Frankfurt
1:0
TSV München 1860 – Alemannia Aachen
1:2
1 1 Spvgg. Greuther Fürth
70
2 2 Eintracht Frankfurt
68
3 3 Fortuna Düsseldorf
62
4 5 FC St. Pauli
62
5 4 SC Paderborn
61
6 6 TSV München 1860
57
7 7 1. FC Union Berlin
48
8 9 Eintracht Braunschweig
45
9 8 Dynamo Dresden
45
10 10 MSV Duisburg
39
11 12 VfL Bochum
37
12 11 FC Ingolstadt
37
13 13 FSV Frankfurt
35
14 14 FC Energie Cottbus
35
15 15 FC Erzgebirge Aue
35
16 16 Karlsruher SC
33
17 17 Alemannia Aachen
31
18 18 FC Hansa Rostock
27
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