10.11.2009 FSV Frankfurt

Tribüne auf der Ersatzbank

Bornheimer Hang: Markus Frank enttäuscht FSV-Hoffnung auf Baubeginn im Frühjahr

Die marode Haupttribüne im Stadion am Bornheimer Hang (Hintergrund) soll abgerissen werden. Ob und wann es dazu kommt, ist offen. 	Foto: Christian Klein Die marode Haupttribüne im Stadion am Bornheimer Hang (Hintergrund) soll abgerissen werden. Ob und wann es dazu kommt, ist offen. Foto: Christian Klein

Die neue Haupttribüne im Stadion am Bornheimer Hang wird keinesfalls im nächsten Frühjahr gebaut. Der Fußballclub FSV Frankfurt hatte darauf gehofft, doch die Stadt will das Zehn-Millionen-Projekt zunächst sorgfältig prüfen.

Frankfurt. Rund 18 Millionen Euro hat die Stadt bereits in den Ausbau des Stadions investiert. Nur: Für die Zweite Bundesliga, derzeit die Klasse des FSV, ist es auf Dauer nicht geeignet. Die Zuschauerkapazität müsste von heute 10 800 auf 15 000 erhöht werden. Dazu soll die Haupttribüne abgerissen und neu gebaut werden. Das kostet mindestens 10,5 Millionen Euro.
In den vergangenen Wochen machte FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig ordentlich Druck. Am 9. Mai 2010 müsse die Stadt mit dem Bau der Tribüne beginnen, sagte er. Denn dann werde dort wegen der Fußball-Weltmeisterschaft drei Monate lang nicht gespielt. Auch der frühere CDU-Kreisvorsitzende Udo Corts, heute Chef des FSV-Aufsichtsrates, schaltete sich ein, möchte seine Parteifreunde im Römer von der Notwendigkeit eines schnellen Baubeginns überzeugen.
Die FSV-Lobby sieht jetzt die Stadt am Zug. Denn der Verein kann die Tribüne nicht selbst bauen – keine Bank gibt einem Verein für eine Investition in dieser Größenordnung einen Kredit. Die Stadt aber muss die Aufträge öffentlich ausschreiben – was mit erheblichem Zeitverlust verbunden ist.
Doch Sportdezernent Markus Frank (CDU) will sich nicht unter Druck setzen lassen. „Der Bau muss bedarfsgerecht und sauber geplant werden“, sagte er gestern der FNP. Vor wenigen Tagen teilte er Vertretern des FSV mit, dass sie sich gedulden müssen. „Wir hoffen, im Frühjahr eine tragfähige Lösung präsentieren zu können“, sagte Frank. Dieser müssten dann die städtischen Gremien zustimmen. Er stellte einen Baubeginn „2010 oder 2011“ in Aussicht. Die neue Tribüne könne im laufenden Betrieb gebaut werden.
Doch ob es dazu überhaupt kommt, ist momentan wieder völlig offen. Zwar hat Kämmerer Uwe Becker (CDU) – selbst Mitglied des FSV-Aufsichtsrats – 10,5 Millionen Euro für den Neubau in den Haushalt eingestellt. Im Sportdezernat wird als Alternative aber auch eine Renovierung der Tribüne erwogen. „Die wirtschaftliche Lage der Stadt ist bekannt“, sagte Frank. „Da müssen alle Varianten geprüft werden. Die Bürger erwarten einen sparsamen und effizienten Einsatz der Steuermittel.“
Eine Renovierung hätte den Vorteil, dass dabei weniger Vorschriften zu beachten sind. Bei einem Neubau dagegen könnten der Lärmschutz für die umliegenden Wohngebiete und fehlende Parkplätze zum Problem werden. Müsste zum Beispiel ein Parkhaus gebaut werden, würde das die Kosten ganz erheblich nach oben treiben.
Die Stadt erwartet, dass sich der FSV über die Stadionpacht an den Kosten beteiligt. Reisig weist darauf hin, dass er dazu dem Sportdezernat schon vor Monaten einen Finanzierungs-vorschlag unterbreitet, aber bisher keine Reaktion erhalten habe. „Wir werden dieses Angebot in unsere Überlegungen einbeziehen“, sagte Frank dazu. „Es geht aber um ein Gesamtkonzept.“
Frank deutete an, wie dieses aussehen könnte: „Das Stadion muss universell nutzbar sein für die Vereine“, sagte der Stadtrat. Er habe auch mit dem DFB über Länderspiele der U-23-Nationalmannschaft gesprochen. Eine Öffnung für andere Vereine – etwa die U 23 der Eintracht – würde nahelegen, dass der FSV das Stadion nicht länger selbst betreibt. Im Gespräch ist, dass dies die städtische Stadion GmbH übernimmt. „Noch ist nichts entschieden“, sagte Frank. Ohnehin hat der FSV noch einen bis 2013 laufenden Vertrag mit der Stadt.„Ich gehe aber davon aus, dass wir uns einigen werden“, zeigte sich Frank gestern zuversichtlich. mu

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Kommentare

willi wichtig schrieb am 10.11.2009 05:22 Uhr

Luxusstadion

Klar war die Atmosphäre im Waldstadion leicht gespenstisch, als der FSV dort spielte. Dafür hat er da aber im Übrigen sportlich Erfolg gehabt (wie nebenbei auch Wehen). Dass sich die Stadt aber ein (hoffentlich) Zweitligastadion leistet für Summen, für die anderswo ganz neue Stadien entstehen (Sinsheim) ist genauso gespenstisch.

schrieb am 10.11.2009 17:07 Uhr

Schnell und teuer kann Jeder !

Klasse Kommentar von Herr Murr, die Politiker sollten ruhig ein bisschen langsamer und genauer planen. Wir haben ausserdem schon eine tolle Fußball Infrastruktur. Der FSV kann ja von den vielen Fernsehgeldern auch was beisteuern !

schrieb am 11.11.2009 19:17 Uhr

einseitiger Kommentar

Warum der Kommentar Klasse ist kann ich nicht nachvollziehen.
Der FSV hatte eine Zusage der Stadt Frankfurt zum Neubau Tribüne.
Die Stadt Ffm hat monatlange Zeit gehabt den Bau der Tribüne zu planen.
(es soll nur eine Tribüne geplant werden)

Warum wurde diese Zeit nicht genutzt?
Auch wurde von H. Murr vergessen zu erwähnen dass der FSV schon einiges zum Umbau und Erhaltung des Bornheimer Hangs beigetragen hat.
Vor kurzen hat der FSV einen Zuschuss
zur Rasenheizung geleistet.


Wieviel EURO hat Eintracht Frankfurt
zum Bau der Commerzbank Arena beigesteuert?
Übrigens auch Eintracht Frankfurt
erhält Fernsehgelder




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