10.07.2010 Fraport Skyliners

Die Uhr tickt

Von Harald Joisten

Für den Basketball-Club der Skyliners hat der Überlebenskampf begonnen: Nach dem angekündigten Rückzug von Hauptsponsor Deutsche Bank steckt der Bundesligist große Hoffnungen in den Bau einer neuen Halle.

Frankfurt. Viel Zeit bleibt nicht. Vielleicht ein Jahr, maximal zwei. Sollte bis dahin keine neue Halle in Planung und kein neuer Hauptsponsor gefunden sein, würde es womöglich das Aus für die Frankfurt Skyliners bedeuten. Schon im April dieses Jahres hatte Geschäftsführer Gunnar Wöbke gesagt, es ergebe sich «eine sehr kritische Situation», falls keine Multifunktions-Arena gebaut würde. Wöbke sieht seinen Club im Vergleich zu den deutschen Top-Teams immer mehr im Nachteil. Während Bamberg, Berlin oder Bonn über neue, große Arenen mit VIP-Logen verfügen, spielen die Skyliners weiterhin in der 1988 gebauten Ballsporthalle. Dort gibt es zwar einen VIP-Bereich, der auch ausverkauft ist. Aber keine VIP-Logen, mit denen sich im Eintrittskarten-Bereich das meiste Geld verdienen lässt.

Im Vergleich zu den deutschen Top-Teams verfügen die Skyliners über einen etwa halb so großen Etat, geschätzt etwa 3,5 Millionen Euro. Der Rückstand ließe sich freilich auch durch neue Sponsoren wettmachen. Doch sie zu finden, ist in diesen Zeiten schwer. Seit rund zwei Jahren schon suchen die Skyliners einen Sponsor für ihre Trikot-Brust. Bislang vergeblich. Und in einem Jahr steigt auch noch die Deutsche Bank als Hauptsponsor aus. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. Doch es wird eine zähe Aufgabe: Eine neue Bank wird kaum einsteigen, da sie mit dem Vorgänger Deutsche Bank in Verbindung gebracht würde. Ebenso scheidet praktisch ein Autohersteller aus, da die Skyliners von 2000 bis 2005 von Opel gesponsert wurden.

Noch gibt es freilich Hoffnung. Zumindest was eine neue Halle betrifft. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt verläuft konstruktiv. Wöbke und Sportdezernent Markus Frank besuchten diese Woche die O2-Arena in Berlin sowie die SAP-Arena in Mannheim. Es scheint Bewegung in die Hallenfrage zu kommen. Gebaut werden würde die Multifunktions-Arena auf dem Gelände der Eissporthalle. Wöbke schlägt eine «Grüne Arena mit sehr hoher Energieeffizienz» vor, Fassungsbereich etwa 10 000 Zuschauer. Ein entsprechender Umbau der Höchster Ballsporthalle kommt nicht in Frage.

Die Skyliners, das scheint sicher, werden finanziell keine Risiken eingehen. Der Club schreibt nach Informationen dieser Zeitung seit sechs Jahren eine schwarze Null und gibt nicht mehr aus, als er hat.

Ein Club-Aus würde einen Aufwärtstrend abbrechen: Der Zuschauerschnitt konnte vergangene Saison auf über 4700 gesteigert werden, erstmals kamen 20 Spiele live im Fernsehen, und der vor 15 Monaten gegründete Skyliners-Verein (e.V.) wird in Kürze sein 1000. Mitglied begrüßen.

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Ergebnisse Basketball, Basketball-Bundesliga

Bamberg – Bayreuth
102:65
Berlin – Braunschweig
79:64
Bonn – Frankfurt
81:62
Hagen – Gießen
85:72
München – Bremerhaven
86:73
Oldenburg – Ludwigsburg
84:77
Trier – Göttingen
85:83
Tübingen – Quakenbrück
74:85
Ulm – Würzburg
91:65
1 1 Bamberg
60
2 2 Ulm
54
3 3 Berlin
52
4 4 Quakenbrück
48
5 5 München
44
6 6 Würzburg
40
7 8 Bonn
36
8 7 Braunschweig
36
9 9 Frankfurt
34
10 11 Oldenburg
32
11 10 Bremerhaven
32
12 12 Tübingen
30
13 13 Bayreuth
24
14 15 Trier
22
15 16 Hagen
22
16 14 Ludwigsburg
20
17 17 Gießen
18
18 18 Göttingen
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