Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 25.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Fohlen im Höhenflug
Unter Favre geht es beim Fast-Absteiger weiter aufwärts
Mönchengladbach bleibt oben dabei. Kaiserslautern dagegen muss sich vor dem Derby gegen Mainz nach unten orientieren.
Mönchengladbach. Dante Bonfim Costa Santos grinste breit und ließ sich kein Wort des Überschwangs zu der außergewöhnlichen Situation entlocken. Borussia Mönchengladbach nach dem 1:0 (0:0) durch Juan Arangos Tor (58.) gegen den 1. FC Kaiserslautern als Verfolger des alten Rivalen Bayern München? Dantes klare Replik: Nichts da!
Kein Reden davon, was noch alles möglich ist beim Überraschungsteam der jungen Fußball-Bundesligasaison. Stattdessen die Warnung des Innenverteidigers: "Ich habe noch im Kopf, dass Frankfurt 26 Punkte nach 17 Spielen hatte" – und dann 2011 abgestiegen ist. Auch das sprach Dante nicht aus, erhob aber sinnbildlich den Zeigefinger.
Trotzdem ist eines offensichtlich: Seit Lucien Favre die "Fohlen" im tiefsten Kellergeschoss übernommen hat, geht es steil bergauf. Mit Favre-Vorgänger Michael Frontzeck brauchte man in der vorigen Spielzeit zwölf Spiele, um auf die jetzt nach nur fünf Partien erreichten zehn Zähler zu kommen. Wohin das führte, ist bekannt: Mit einem Kraftakt verließ der fünfmalige Meister erst am 31. Spieltag den letzten Platz, schob sich dann sogar noch an Frankfurt vorbei auf Rang 16 und verhinderte in der Relegation gegen Bochum den Abstieg.
Mehr Geduld
Von solchen Malaisen ist Favre weit entfernt. Auch weil die Mannschaft an sich zu glauben gelernt hat, mehr Geduld aufbringt und sich nicht in Hauruck-Aktionen verausgabt. "So ist uns auch das Super-Tor von Arango gelungen", lobte der Schweizer Trainer seine Elf für die immer neuen Versuche, über die Flügel zum Erfolg zu kommen.
Und hätte der eingewechselte Raúl Bobadilla vor 52 083 Zuschauern im Borussia-Park nicht kläglich das 2:0 vergeben – die "Roten Teufel" hätten sich über eine höhere Niederlage nicht beklagen dürfen, obwohl Kapitän Christian Tiffert vier Minuten nach dem 0:1 das 1:1 auf dem Fuß hatte – Borussen-Keeper Marc-André ter Stegen rettete sensationell.
Das Manko der Pfälzer ist offensichtlich: Nach den Abgängen von Srdjan Lakic und Ivo Ilicevic geht in der Offensive fast gar nichts. Die Trendwende soll nun im Derby gegen Mainz 05 her. "Kein Grund, Panik zu machen. Wir haben spielerisch einen Schritt nach vorn gemacht", befand Vorstandschef Stefan Kuntz. Trainer Marco Kurz indes zitierte eine Fußballweisheit, die seine Spieler nicht verinnerlicht haben: "Nur wenn du Tore schießt, kannst du auch Spiele gewinnen."dpa


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