Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 22.02.2012 als PDF zum Downloaden.
Schallwellen beflügeln Tournee-Favoriten Kofler
Oberstdorf. ![]()
Andreas Kofler Das Erfolgsgeheimnis von Andreas Kofler ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Es wiegt etwa 200 Gramm, und der Österreicher trägt es nicht etwa an seinen Skiern, sondern auf den Ohren. Mit dicken Kopfhörern um den Hals steht er zwischen den Journalisten und beantwortet geduldig alle Fragen. "Nein, die sind nicht angeschlossen, ich höre gerade keine Musik", sagt Kofler, der beim ersten Springen am Freitag in Oberstdorf als Favorit in die 60. Vierschanzentournee startet.
Vor einem wichtigen Springen würde das dem 27-Jährigen nicht passieren, denn mit der passenden Musik bereitet sich der Tourneesieger von 2009 stets auf seine Wettkämpfe vor. "Ich bin nicht fixiert auf irgendeine Musik, sondern eher flexibel. Mal ruhiger, aber gern auch mal härter", sagt Kofler. Auf die Art der Musik kommt es bei der von den Austria-Adler genutzten "Audio Visuellen Wahrnehmungs Förderung" (AVWF) auch nicht an, sondern vielmehr auf die Schallwellen..
Bei der AVWF-Therapie wird das autonome Nervensystem durch am Computer modulierte Schallwellen über das Ohr stimuliert und auf unbewusster Ebene positiv beeinflusst. Das soll den ÖSV-Adlern unter anderem eine bessere Regenerationsfähigkeit sichern, die Prävention von Verletzung durch erhöhte Konzentration begünstigen und bisher ungenutzte Ressourcen aktivieren. Was nach Hexerei klingt, funktioniert laut Kofler. "Wenn man sich darauf einlässt, hat man Erfolg", sagt er über die vom Deutschen Ulrich Conrady entwickelten Methode, die ursprünglich dazu beitragen sollte, die Lernfähigkeit, Motorik und Leistungsfähigkeit von Kindern und Erwachsenen zu verbessern. Erst später wurde sie für den Spitzensport entdeckt und unter anderem von Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner eingesetzt.
Doch nicht nur der richtige Schallwelleneinsatz hat Kofler die Favoritenrolle beim Saisonhöhepunkt der Skispringer eingebracht. "Entscheidend war, dass ich mich mit meinem System habe anfreunden können. Das hat sich ausgezahlt", sagte Kofler, der vier von sieben Weltcups in diesem Winter gewonnen hat. sid


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