Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 26.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Vettels "Lady"
Im Internet hat Red Bull seinen neuen Formel-1-Boliden vorgestellt
Sebastian Vettels neue "Lady" hat einen kleinen Nasenhöcker, aber noch keinen Namen – Vorschläge sind willkommen.
Milton Keynes. ![]()
Sebastian Vettel sucht einen Namen für seinen neuen Rennwagen. Ein kleiner Nasenhöcker mit Luftlöchern, kaum Änderungen und noch kein sexy Name: Ganz unspektakulär ist gestern mit einem knapp 90-sekündigen Internet-Spot der neue Dienstwagen RB8 von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel vorgestellt worden. Details an Vettels noch namenloser "Lady" waren dort kaum erkennbar, doch eines scheint sicher: Nach dem überragenden Jahr 2011 setzt Red Bull von allen Teams am ehesten auf altbewährtes.
"Ein paar Dinge haben sich geändert. Aber es ist nicht so, als sei das ganze Auto neu", sagte Vettel, der sich im neuen Auto direkt zurechtfand: "Es ist nicht so, als müsste man die Gebrauchsanweisung 1:1 durchlesen." Nach der Winterpause brennt der zweimalige Weltmeister auf die erneute Titelverteidigung. "Darauf hat man den ganzen Winter gewartet", sagte er nach der internen Vorstellung im Red-Bull-Quartier in Milton Keynes.
Einen Namen für sein neues Auto hat Vettel noch nicht gefunden. "Wir sind auf der Suche", sagte er: "Jegliche Bewerbungen sind willkommen. Letztes Jahr haben wir erst am Mittwoch vor dem ersten Rennen den Namen festgelegt. Dieses Jahr sollten wir etwas früher sein." In den vorigen beiden Jahren hatten ihn "Luscious Liz" ("Leckere Liz") und "Kinky Kylie" ("Scharfe Kylie") zum Titel getragen.
Der RB8 trägt keinen so extremen Nasenhöcker wie die neue "rote Göttin" aus Maranello oder Sauber und Lotus, die mit ihren neuen Kreationen C31 und E20 gestern in Jerez schon auf die Strecke gingen. Bei Lotus feiert Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen sein Comeback im "schönsten hässlichen Auto", so Technikdirektor James Allison.
Gleiche Chassisform
So richtig hübsch ist Vettels neue Freundin aber auch nicht. "Wir haben mehr oder weniger die gleiche Chassisform beibehalten. Aber man musste die Nase tiefer legen, sodass wir, ganz ähnlich wie die meisten anderen Teams, eine etwas hässlich aussehende Nase haben", sagte Red-Bull-Design-Guru Adrian Newey: "Wir haben versucht, das Aussehen so gut wie möglich zu stylen, aber man würde das Auto bei anderen Regeln natürlich nicht so designen." Markant sind die frontseitigen Lufteinlässe, die Newey in die Höcker geschnitzt hat.
Die Ziele sind für Teamchef Christian Horner "ganz einfach. Wir wollen beide Titel in der gleichen Art und Weise verteidigen, wie wir sie 2011 gewonnen haben." Da aber der Vorteil des von Red Bull perfektionierten von Auspuffgasen angeblasenen Diffusors wegfällt, erwartet Vettel, dass "das Feld etwas näher zusammenrückt."
Vettel wird erst am Donnerstag erstmals ins Auto steigen. Das Privileg der Jungfernfahrt mit dem neuen RB8 wird bei den ersten offiziellen Tests in Jerez heute Teamkollege Mark Webber genießen. sid


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