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Bello Donizetti – wie klingt Italien immer wieder schön
Von Matthias Gerhart
Die slowakische Sopranistin Edita Gruberova brachte in der Alten Oper Frankfurt die «Belcanto»-Freunde mit südländischen Arien in Wallung.
Fast hatte man am Ende den Eindruck, die Fans wetteiferten mit der Stimmfülle Edita Gruberovas: Das Publikum schrie sich die Kehlen heiser, vom Balkon wurde ein Transparent mit der Aufschrift «Legende Edita» gehisst, und die Blumenhändler hatten an diesem Tag ein gutes Geschäft gemacht. Die 63-jährige Sopranistin, deren Alter das Programmheft vornehm verschwieg, zeigte allerdings, dass sie noch längst keine «Legende» ist, sondern quicklebendig. Auch ihr Repertoire strotzt vor Kraft und Stärke, so dass man beim «Belcanto»-Abend im Großen Saal fast ein wenig die Ruhepunkte vermisste. Große stimmliche Präsenz zeigte Gruberova bereits in der Arie «Com’ è bello» aus Donizettis «Lucrezia Borgia», wobei ihr ausladendes Klangvolumen die Affinität zur Musik dieses Komponisten verrät. So war es kein Wunder, dass das Publikum spätestens nach ihren grandiosen Höhenflügen in der «Wahnsinnsarie» aus «Lucia di Lammermoor» seinerseits dem Wahnsinn nahe schien – nach dem schönen Duett mit der Flöte musste der Auftritt wegen der lautstarken Bravo-Rufe unterbrochen werden.
Auch im zweiten Konzertteil zeigte die Sängerin erstaunliche Kondition, mit der sie die lange Arie «O rendetemi la speme» aus Bellinis «Puritaner» in den Höhen bemerkenswert leicht und beweglich gestaltete. Die Münchner Symphoniker boten unter Andriy Yurkevich spritzige Zwischenmusik – am wirkungsvollsten erschienen die Ouvertüren zu Donizettis «Regimentstochter» sowie Bellinis «Norma».

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