Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 26.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Oskar hilft beim Stimmenfang
Linke holt Lafontaine für den OB-Wahlkampf – Mehr als 5000 Plakate
Soziale Gerechtigkeit, Wohnungsnot, Fluglärm, Neonazis: Mit diesen vier Themen zieht Janine Wissler (Linke) in den Oberbürgermeister-Wahlkampf. 30 000 Euro hat die Partei für die Kampagne zur Verfügung. Sie ist auf Spenden und viel ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.
Bilderstrecke: Frankfurter OB-Wahl: Die Kandidaten
Dieses Gebäude möchten sie erobern, die Kandidatinnen und Kandidaten, die am 11. März 2012 bei der Direktwahl des Frankfurter Oberbürgermeisters antreten: Der Frankfurter Römer, das Rathaus der Mainmetropole. FNP.de stellt die Frauen und Männer vor, die sich um das Büro des Oberbürgermeisters bewerben (mit Bildern von dpa und FNP).» Unser Special zur Frankfurter OB-Wahl
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Janine Wissler präsentiert eines von vier Plakatmotiven ihrer Wahlkampagne. Foto: RüfferOskar Lafontaine wurde einst mit 33 Jahren jüngster Oberbürgermeister von Saarbrücken. Das ist aber nicht der Grund, warum ihn die 30 Jahre alte Linke-Politikerin Janine Wissler einlud, sie beim Oberbürgermeister-Wahlkampf in Frankfurt zu unterstützen. "Er füllt einfach die Plätze", sagte sie gestern bei der Vorstellung ihrer Wahlkampagne. Lafontaine wird am 9. März, zwei Tage vor der Wahl, an der Hauptwache sprechen.
Auch seine neue Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht kommt, und zwar am 10. Februar ins Bikuz in Höchst. "Sie ist die beste Referentin zur Finanzmarktkrise", sagte Wissler. Dritte Großveranstaltung im Wahlkampf ist der Politische Aschermittwoch mit dem Bundestagsabgeordneten Werner Dreibus. Ansonsten hat Wissler viele kleinere Termine in den Stadtteilen. "Wir wollen mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen", sagte sie.
Vier verschiedene Themenplakate wird die Linke in der Stadt aufhängen. Auf allen ist Janine Wissler mit einer politischen Botschaft zu sehen. "Wir wollten nicht nur eine lächelnde Kandidatin aufs Plakat bringen", sagte sie. Auf einem Motiv lächelt sie gar nicht, vielmehr scheint sie vor Schmerz zu schreien. Sie hält sich die Ohren zu. Klar: Es geht um das vieldiskutierte Problem des Fluglärms. "Neue Landebahn stilllegen", steht auf den Plakaten. Unrealistisch ist das nach Ansicht Wisslers nicht. "Die Alternative wäre, zehntausende Menschen umzusiedeln."
"Menschen vor Profite", "Mietwucher stoppen" und "Frankfurt nazifrei" lauten die anderen Botschaften. "Soziale Gerechtigkeit ist das zentrale Thema", betont Wissler. "Wir wollen nicht nur Armut beklagen, sondern auch die Ursachen aufzeigen." Ein sozialpolitisches Anliegen ist ihr auch die Forderung nach einer Halbierung der RMV-Fahrpreise.
Zusammen mit den Hinweisen auf verschiedene Veranstaltungen wird die Linke vom kommenden Wochenende an mehr als 5000 Plakate im Stadtgebiet aufhängen. Sie wurden übrigens ehrenamtlich von Parteimitgliedern gestaltet, eine Werbeagentur kann sich die Linke nicht leisten. 30 000 Euro stehen für den Wahlkampf zur Verfügung – deutlich weniger als bei CDU, SPD und Grünen.
Gelassen sieht Wissler den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sie habe 2010 eine Demonstration von Rechtsradikalen in Dresden blockiert. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst", sagte sie. In diesem Jahr werde sie wieder an einer Anti-Nazi-Demonstration in Dresden teilnehmen. mu
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