Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 22.05.2012 als PDF zum Downloaden.
«Jetzt geht es um die Bikinifigur 2011»
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Michael SchmelzerWie oft und wie viel sollte man trainieren, um fit zu werden?
MICHAEL SCHMELZER: Zwei Mal pro Woche, möglichst immer an denselben Tagen, sollte man schon eine bis eineinhalb Stunden aktiv sein, das reicht meist schon, um ein besseres Körpergefühl zu bekommen und um den Körper gezielt in Form zu halten. Darum geht es: sich im Alltag wohlzufühlen und gesunde Gewohnheiten zu bilden. Drei Monate sollte man realistischerweise einplanen, um überhaupt in die Gänge zu kommen.
Wer zu Ihnen kommt, muss also nicht gleich auf dem Crosstrainer strampeln und schwitzen?
SCHMELZER: Auf keinen Fall. Wir trainieren auch nicht auf Fitnessgeräten, sondern mit dem eigenen Körper, aber auch mit Gegenständen wie Stühlen oder was gerade vor Ort zu finden ist. Denn wer auf einem Fitnessgerät sitzt, tendiert dazu, seinen Körper zu vergessen. Er ist mit allem beschäftigt, nur nicht mit sich selbst. Wir empfehlen auf jeden Fall das Laufen an der frischen Luft, gerade wenn jemand viel Zeit im Büro verbringt.
Was ist für Anfänger zu beachten?
SCHMELZER: Bei uns wird zunächst ein Rundum-Gesundheits- Check gemacht. Es ist ratsam, sich vom Arzt das Blutbild untersuchen zu lassen, einen Belastungs-EKG zu machen, das Herz und die Schilddrüse checken zu lassen. Zusammen mit dem Personal Trainer wird dann das Training erarbeitet. Das Ganze ist aber langfristig angelegt: Jetzt geht es um die Bikinifigur 2011, nicht etwa für 2010.
Wie kann ich am besten abspecken?
SCHMELZER: Es geht den meisten unserer Kunden nicht so sehr ums Abnehmen. Das kann ein schöner Nebeneffekt sein. Es geht ums Wohlfühlen. Wer hungert, fühlt sich nicht gut. Für eine Phase ist es okay, sich beim Essen zu zügeln, beispielsweise die Abendmahlzeiten zu verkleinern. Das Ziel sollte aber sein, in Kontakt mit sich selbst zu treten. Dann isst man auch das Richtige. Anstatt sich auf alte Gewohnheiten zu verlassen, lieber einen Moment lang innehalten, in sich hineinspüren und bewusster wählen.
Und wenn ich in mich hinein spüre und Kuchen essen möchte?
SCHMELZER: Das ist in Maßen auch okay. Besser ist es, vorher mit den Freundinnen spazieren zu gehen, anstatt sich nur ins Café zu setzen. Dann macht auch die Belohnung, also meinetwegen das Bier oder das Stück Kuchen hinterher mehr Freude. Nach einer Weile wird man merken, dass man es nicht mehr braucht, dass der Körper gar kein Bier oder Kuchen mehr will. Er will lieber etwas Gesundes zu sich nehmen.
Auch die Couch hat auf viele Menschen eine große Anziehungskraft...
SCHMELZER: Man muss einfach ehrlich zu sich sein. Will ich mich besser fühlen? Will ich etwas für mich tun? Dafür muss ich eine Entscheidung treffen. Ich kann mich auch fragen: Wer ist hier der Chef? Michael Schmelzer Ich? Oder meine Gewohnheiten?
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