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Wirtschafts-Blog: Unternehmerseite

Ihr Kinderlein kommet…Firmen sollten sich bei „Social Freezing“ und anderen Lebensplanungen ihrer Mitarbeiterinnen heraushalten.
Beim Thema „Social Freezing“ fehlen mir als Unternehmer fast die Worte. Wo kommen wir denn dahin, wenn der Arbeitgeber auch zwischen den Zeilen mitbestimmt, wann die Arbeitnehmerin schwanger werden darf.

Ich als Unternehmer appelliere an alle anderen Unternehmen: Akzeptiert endlich, dass Frauen diejenigen sind, die den Fortbestand der Menschheit sichern. Der medizinische Fortschritt des 21. Jahrhunderts wird daran auch nichts ändern. Also müssen wir uns ändern, müssen wir strategisch umdenken, denn die Zeiten, auf die wir auf gut ausgebildete Frauen in der Wirtschaft verzichten können, sind längst vorbei. Wir sollten uns freuen, wenn eine Arbeitnehmerin ihre Schwangerschaft verkündet und wenn uns an ihrer Arbeitskraft gelegen ist alles daran setzen, sie zu halten. Und statt einen hohen fünfstelligen Betrag in das Einfrieren von Eizellen zu investieren, sind diese Aufwendungen doch besser in Betriebskindergärten oder alternativen Arbeitszeitmodellen aufgehoben.

Ich bin davon überzeugt, dass wenn der Wille da ist, jedes Unternehmen in Deutschland, ob Großkonzern, Mittelstand oder Kleinbetrieb, entsprechende Konzepte realisieren kann, um den natürlichen Wunsch weiblicher Mitarbeiter, eine Familie zu gründen, nicht im Wege zu stehen. Im Übrigen ist dies ja auch Wunsch vieler männlicher Mitarbeiter. Das Konzept kann und darf aber aus Arbeitgebersicht nicht lauten: „Ja klar kannst du eine Familie gründen, aber bitte später.“ Das ist ein Eingreifen in die Persönlichkeit und in die Selbstbestimmung.  Unternehmen müssen flexibler werden. Das wird insbesondere ja auch von arbeitenden Müttern erwartet.

Das Thema „Social Freezing“ ist etwas, was in der Eigenverantwortung der Frauen liegt, nicht der Arbeitgeber.

Unabhängig von meiner Funktion als Arbeitgeber und Unternehmer finde ich persönlich die Option gut. Die Lebenswege von Frauen und Männern verlaufen heute nicht mehr so geradlinig wie noch vor 50 Jahren. Frauen sind in der Berufswelt selbstverständlich, wieso sollte also eine junge Frau nicht vorsorglich über „Social Freezing“ nachdenken, wenn sie nicht sicher sagen kann, wann ihr Kinderwunsch tatsächlich zum Tragen kommt?

Fazit: Social Freezing ist eine sinnvolle Option zur „Absicherung der Zukunft“, aber ein Arbeitgeber hat nicht das Recht, die Option anzubieten. Dies ist ein Bereich, wo Beruf und Privates klar getrennt sein müssen. 

Herzlich,

Ihr Alexander Hornikel
 
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