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Von Bei Bewerbungen sind Arbeitszeugnisse entscheidend. Dumm nur, dass die meisten nicht aussagekräftig sind.
Arbeitszeugnisse sind in Personalabteilungen nach wie vor entscheidend für die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Doch was tun, wenn der ehemalige Arbeitgeber die persönliche Arbeitsleistung weit schlechter einschätzt als man selbst? So erging es kürzlich einer jungen Arbeitnehmerin, die deshalb bis vor das Bundesarbeitsgericht gezogen ist.

Arbeitszeugnisse sind empfindliche Dokumente. Ich wage die Behauptung, dass viele Vorgesetzte beim Formulieren eines Arbeitszeugnisses nicht ausreichend objektiv sind. Viele Arbeitnehmer wiederum wissen vielleicht nicht um das Lesen zwischen den Zeilen in einem Arbeitszeugnis oder akzeptieren im schlimmsten Fall eine schlechtere Bewertung, weil sie die Konfrontation scheuen und Angst vor weiteren Konsequenzen haben.

Man muss sich dabei schon mal die Frage stellen, wie wertvoll daher Arbeitszeugnisse heute überhaupt noch sind. In der FAZ war zu lesen, dass dieses Dokument für viele Personalmanager immer noch ein entscheidendes Instrument im Auswahlprozess ist. Jedoch macht sich jeder Personalmanager beim Kennenlernen doch dann sowieso sein eigenes Bild über die Person; in einem Arbeitszeugnis steht doch eigentlich nur das, was der Mitarbeiter geleistet, gelernt, gemacht und bewirkt hat im Vordergrund. „Die Geheimsprache der Personalabteilungen“ hat sich erst nach und nach etabliert.

Zudem ist zu bedenken, dass es heute zahlreiche Anbieter gibt, die professionelle Arbeitszeugnisse für Privatpersonen oder auch Unternehmen formulieren. Wie kann ein solcher externer Dienstleister die Persönlichkeit eines Mitarbeiters einschätzen? Doch nur durch ein kurzes „Briefing“ des Vorgesetzten. Und das soll die Zukunft des scheidenden Mitarbeiters entscheiden?

Aus meiner Sicht sollte in einem Arbeitszeugnis neutral, dafür aber ausführlich geschildert sein, welche Zuständigkeiten derjenige hatte, um einschätzen zu können, was man ihm fachlich zutrauen kann. Im eigentlichen Bewerbungsgespräch sollte dann, wenn man demjenigen gegenüber sitzt, ein Bild über die Persönlichkeit entstehen. Zum Schluss werden die Erkenntnisse zusammengetragen und entschieden, ob derjenige passt oder nicht.

So werden Arbeitsgerichte nicht zusätzlich belastet, der Aufwand für Unternehmen ist deutlich geringer, und jeder Arbeitnehmer hat die gleichen Chancen auf seinem weiteren beruflichen Weg - natürlich abhängig davon, was er geleistet und welche Fähigkeiten er sich angeeignet hat.

Herzlich,

Ihr Alexander Hornike
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