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Tarnen und täuschen: Das können sie, die Abgeordneten in Berlin

Letzte Woche im Bundestag: Diverses wurde beschlossen. Etwas irritiert war ich über das nun mehr kommende Elterngeld plus. Kurz gesagt soll es Müttern und Vätern erlauben, früher nach der Geburt des Kindes wieder in den Beruf einzusteigen und dabei in Teilzeit keine finanziellen Einbußen hinnehmen zu müssen. Es wird dann zukünftig für 28 Monate  und nicht mehr wie bisher für 14 Monate gezahlt, und Mütter wie Väter bekommen die Möglichkeit, auch gemeinsame Zeit mit dem Sprössling zu verbringen.

Was sich auf den ersten Blick positiv anhört, entpuppt sich doch aber auf den zweiten Blick als Tarnung und als Täuschung. Wofür? Vor wem? Vor dem eigentlichen Problem der Republik: dem Kita-Ausbau insbesondere im U3-Bereich. Was bringt es denn, wenn Mütter und Väter früher wieder in den Beruf zurück können, auch in Teilzeit, wenn das Kind während der Arbeitszeit nicht betreut ist?

Gleichsam stellt sich doch auch die Frage der Umsetzung der Arbeitszeit: Es ist doch hinlänglich bekannt, dass in Teilzeit zu arbeiten ein unliebsames Modell ist bei den Unternehmen. Natürlich gibt es Ausnahmen wie z.B. beim Arbeitgeber von Frau Schwesig, die sich diese Gesetzesänderung überlegt hat, aber der Durchschnitts-Arbeitnehmer beim Durchschnitts-Arbeitgeber hat es da sicherlich nicht so leicht -  schon gar nicht als Mann. Schließlich ist doch der eigentliche Grund dafür, dass nach wie vor so wenige Männer die Väterzeit beanspruchen, der, dass sie in ihrer Firma nicht mehr ernst genommen würden oder plötzlich als „Lowperformer“ gelten. Sicherlich liegt es nicht daran, dass sie nicht gerne wollten.

Tarnen und täuschen: Das können sie, die Damen und Herren Abgeordneten. Die Milliarden, die für das Elterngeld plus aufgewendet werden können, könnten ebenso gut auch in den Kita-Ausbau gesteckt werden. Warum dies nicht geschieht? Weil es nicht darum geht, das Land voran zu bringen und alte Mauern zu durchbrechen, sondern einzig allein um Machterhalt, um Selbstinszenierung. Dass die im Bundestag beschäftigten Mütter und Väter kein Problem haben mit der Kinderbetreuung, ist ja klar.

Ich wäre gespannt, was bei einer Volksabstimmung wie in der Schweiz mit Blick auf ein solches Gesetz herauskommen würde. Selbst Vater, hätte ich ja einen Wunsch…
 
Herzlich,
Ihr Alexander Hornikel
 
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