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Eine Perle

Simonsohn für Jedermann: Frankfurter Literatur im Ginnheimer Bücherschrank.
In Bücherschränken verbergen sich oft wahre Schätze. (Symbolbild) Foto: Archiv In Bücherschränken verbergen sich oft wahre Schätze. (Symbolbild)
Erst seit ein paar Tagen steht der neue offene Bücherschrank in Ginnheim, an der Ecke Kurhessenstraße/Höhenblick, und schon scheint das Interesse groß. Der gesamte Inhalt wurde gefühlsmäßig schon drei mal komplett ausgetauscht. Wenn man gestern noch ein paar müde Gesangsbücher und heruntergekommene Groschenromane finden konnte, sieht es heute schon ganz anders aus. Wenn man nur richtig hinschaut, findet man sogar echte literarische Perlen aus der Mainmetropole.

Zwischen einem Hardcoverband klassischer deutscher Krimis und Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ fristet der neue Roman von Trude Simonsohn sein Dasein. Nicht, dass er dort nicht in bester Gesellschaft wäre, sowohl Krimis als auch die Geschichten von Jules Verne haben schon Abermillionen von Menschen unterhalten, ein wenig deplatziert wirkt er aber schon und das nicht nur, weil er gerade erst neu erschienen ist.

Seit 1955 lebt Trude Simonsohn in Frankfurt, hat die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen und den Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung erhalten. Sie gehört zu den ganz Großen, wenn es darum geht, aus ihrer Zeit im KZ zu berichten, von den Schrecken des Holocausts und von Fremdenfeindlichkeit. Jetzt könnte man meinen, dass ihr neuer Roman „Noch ein Glück“, eine Ansammlung von Schreckensberichten ist, die man in der einen oder anderen Form schon zig mal gelesen, gesehen oder gehört hat. Weit gefehlt, in den Erzählungen aus ihrem Leben geht es sowohl um glückliche als auch tieftraurige Momente. In Worte gefasst, die einen packen.

Man muss dem Leser oder der Leserin danken, die die Weitsicht besessen hat, eine derartige Perle in den offenen Bücherschrank in Ginnheim zu stellen. Es hätte nicht besser passen können! (Andreas Schnell)
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