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Koran

Von Bald gibt es islamischen Religionsunterricht an Frankfurter Grundschulen.
Bald gibt es Islamunterricht an Frankfurter Grundschulen - doch warum lernt nicht jeder etwas über die Religion des anderen? (Symbolbild: dpa) Bald gibt es Islamunterricht an Frankfurter Grundschulen - doch warum lernt nicht jeder etwas über die Religion des anderen? (Symbolbild: dpa)
Von Ex-Bundespräsident Christian Wulff ist nicht viel geblieben, abgesehen von der Erkenntnis, dass Politiker auch nicht mehr das sind, was sie mal waren und Beschwerdeanrufe bei Chefredakteuren keine allzu gute Idee sind. Nachdem Hohn, Spott und ein ungläubiges Kopfschütteln vorüber waren, kam dem ein oder anderen vielleicht aber doch der eine Satz in den Sinn, bei dem man das Gefühl hatte, dass er etwas halbwegs Vernünftiges gesagt hatte: „Der Islam gehört zu Deutschland.“

Nichts im Vergleich zu „Ich bin ein Berliner“, „Niemand hat vor eine Mauer zu errichten“ oder „Ich gebe ihnen mein Ehrenwort“, aber doch etwas, das im kollektiven Gedächtnis geblieben ist. Dass Nachfolger Gauck den Satz nun auch wieder relativiert hat und damit die gerade verstummten Kritiker auf den Plan gerufen hat, vergessen wir an dieser Stelle am besten. Hat der Mann eigentlich PR-Berater?

Im kommenden Schuljahr sind wir Frankfurter aber auf jeden Fall ganz vorne mit dabei an der kulturellen Integrationsfront. Was es sonst noch nirgendwo in Deutschland gibt, wird in der Mainmetropole zur Realität: Islamischer Religionsunterricht an drei Grundschulen, namentlich die Karmeliterschule, die Henri-Dunant-Schule und die Ludwig-Weber-Schule. Im Rest von Hessen sind darüber hinaus auch einige Schulen vertreten, die dem Beispiel folgen.

Nur um das zu verdeutlichen: Muslimische Kinder erhalten islamischen Religionsunterricht. Für evangelische und katholische Kinder ein alter Hut, die ihre Religion schon seit Jahrzehnten in der Schule näher gebracht bekommen. Und dass dieses Thema, das schon seit einer gefühlten Ewigkeit diskutiert wird, nun endlich auch für Muslime angegangen wird, ist ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung. Aber ohne den Gauck spielen zu wollen: Können wir das nicht besser? Liebe Kultusministeriumsangestellte, hier eine ganz verrückte Idee: Wie wäre es, wenn Christen etwas über den Islam lernen und Muslime über das Christentum? Vielleicht nur eine Stunde in der Woche? Ihr dürft auch Mathe streichen, ich bin mir sicher, die Kinder hätten nichts dagegen!

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