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Goldfisch als Kunst

Von In der Schmiere erlebt ein Goldfisch Witziges zwischen Stand-Up und Slapstick.
Die Schmiere ist eine Institution in Frankfurt. (Foto: dpa) Die Schmiere ist eine Institution in Frankfurt. (Foto: dpa)
In der Schmiere geht ein Goldfisch auf eine wundersame Reise und erlebt Witziges, das irgendwo zwischen Stand-Up und Slapstick zuhause ist. Die Schmiere hat sich seit den 1950er Jahren als Frankfurter Fixpunkt in Sachen Comedy und Kabarett entwickelt und auch, wenn derartige Aufführungen in Zeiten von Live-Streaming-Diensten, Google-Hangouts und Video-on-Demand furchtbar altmodisch wirken, geht doch nichts über einen gediegenen Abend in einem finsteren Kellerloch, voll von Menschen, die sich nach echter Komik sehnen.

Und in Sachen Kellerloch ist die Schmiere auf jeden Fall ganz vorne mit dabei. Es ist eng, finster, die Bühne ist klein und das Publikum ein wenig schräg. Aber gerade das ist es doch, was es so anders und vollkommen wahnsinnig wirken lässt.

Vor einige Tagen habe ich mich von einem guten Freund zu einem Besuch überreden lassen. Er meinte, dass ich als alter Frankfurter Bub‘ diese Art von Witz besonders zu schätzen wüsste und ohne dem Ganzen vorwegzugreifen: Er hat vollkommen Recht gehabt. Die Rede ist von „Die Reise des Goldfischs“, ein Gastspiel, das von den beiden Newcomer Jochen Döring – der auch im Schmiere-Ensemble aktiv ist – und Tim Karasch aufgeführt wird.

Die zwei ziehen so ziemlich alles durch den Kakao, was nicht bei Drei auf den nicht vorhandenen Bäumen ist. Tatsächlich besteht in der Schmiere keine Fluchtgefahr, denn die körperliche Nähe zum Nebensitzer lässt – zumindest für Menschen meines Kalibers – kaum eine ruckartige Bewegung zu. Kinder, Alkoholiker, Rechte, Linke, Türken und alles andere (Un)Vorstellbare wird von Jochen und Tim auf die Bühne gebracht. Abgesehen von Wortwitz und greller Situationskomik sind es aber auch die Kostüme, die einen schon beim puren Anblick zum Grölen bringen.

Dabei ist es egal, ob es sich um einen Angler mit Hotpants oder den Alki mit der Plastiktüte handelt: Alles wirkt aus dem Leben gegriffen und könnte einem mit ein bisschen Vorstellungsvermögen genau so begegnen.

Die Frankfurter Kunst- und Kulturszene wird durch Menschen wie Jochen Döring und Tim Karasch noch ein Ticken bunter. Und wer nichts gegen derben Humor hat, der gelegentlich an die besten Badesalzzeiten erinnert und ganz abseits des 0815-Mainstream-Comedy liegt, der ist in der Schmiere außerordentlich gut bedient.

Weitere Infos gibt es hier: http://die-schmiere.de/

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