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Frankfurt im Fokus

Von Diesmal im Fokus-Blog: Schopenhauer hilft Bankern beim Abschalten.
Balu und Mogli im Dschungelbuch - wenn Abhängen und Entspannen nur so einfach wäre... (Foto: dpa) Balu und Mogli im Dschungelbuch - wenn Abhängen und Entspannen nur so einfach wäre... (Foto: dpa)
Wenn Balu der Bär im Dschungelbuch über Ruhe und Gemütlichkeit singt, ja fast schon philosophiert, bin ich mir sicher, dass es der einen oder anderen gestressten Seele in Frankfurt gut zu Gesicht stehen würde, sich die Worte zu Herzen zu nehmen. Selbst wenn ich mehrmals in der Woche in meinem Stammcafè sitze, um in aller Ruhe zu lesen, zu schreiben oder einfach nur die Menschen in meiner Umgebung zu beobachten, fallen mir Männer und Frauen in (Hosen-)Anzügen auf, die versuchen, zu entspannen, es aber partout nicht auf die Reihe bekommen.

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt es als Privilieg, eben nicht mehr so viel zu arbeiten, wenn man es karrieretechnisch geschafft hatte. Heute sieht es gerade anders herum aus, wenn sich die Bürosilberrücken darin überbieten wollen, wer am längsten am Arbeitsplatz ausharren kann. So gesehen macht es auch Sinn, wenn man in der Mittagspause beim Espresso nicht entspannen kann - und vermutlich bringen die Gesänge von Balu dann auch nichts mehr. Da müssen schon schwerere Geschütze aufgefahren werden.

Unter Umständen hilft da ein echter "Clash of the cultures". Man kann es wie die Kollegen in südlicheren Gefilden halten, wo es natur- und temperaturgemäß ein wenig gemütlicher zugeht. Nachdem aber sogar in Spanien im Zuge des Performancekults die Siesta abgeschafft worden ist, kann man sich selbst an diesem Land kein Vorbild mehr nehmen. Also wandert der Blick Richtung Osten, ins Land der aufgehenden Sonne, das Reich der Mitte, dorthin wo die Reissäcke umfallen, die niemanden interessieren.

Vergessen wir mal verwestlichte Schnapsideen wie Power-Yoga und schielen in Richtung Buddhismus, den selbst schon Frankfurts größter Philosoph Arthur Schopenhauer bemerkenswert fand und dem er das eine oder andere Traktat gewidmet hat. Kulturell weit von dem entfernt, was wir mit in die Wiege gelegt bekommen haben, aber ganz abseits von religiösen Dogmen vielleicht eine Möglichkeit, ein wenig mehr Gelassenheit in sein Leben und seinen Alltag zu bekommen.

An dieser Stelle kann ich dann auch guten Gewissens auf eine Vortragsreihe verweisen, die sich treffenderweise "Einführungsvortrag Buddhismus" nennt und in regelmäßigen Abständen im Buddhistischen Zentrum Frankfurt in der Saalburgstraße 17 stattfindet. In knapp zwei Stunden bekommt man eine grobe Idee davon, was der Buddhismus - insbesondere die Meditation - für einen tun kann. 120 Minuten, die man sehr viel schlechter investieren kann.

Und selbst wenn man danach befindet,  dass das alles nichts für einen ist, kann man immer noch beim Fisch-Kunze, der sich direkt unter dem Zentrum befindet, ein paar leckere Meeresfrüchte essen. Eine Win-Win-Situation, um es im Slang der Bürosilberrücken zu sagen.


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