Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Frankfurt-Blog

Von Das Rödelheim-Gefühl ist immer noch da - aber es hat sich von Grenzen befreit.
Musik kommt nur live richtig gut, meint Blogger Andreas Schnell. Ein paar Alternativen gibt es aber schon. (Symbolbild: dpa) Musik kommt nur live richtig gut, meint Blogger Andreas Schnell. Ein paar Alternativen gibt es aber schon. (Symbolbild: dpa)
Man kann sich seine Lieblingsplatte zu Hause im Wohnzimmer anhören, durch den MP3-Player direkt in die Ohren speisen oder sich mit ihr durch den Frankfurter Feierabendverkehr quälen. Die wirklich unvergesslichen Momente entstehen aber, wenn man hautnah dabei sein kann: Egal ob beim Gitarrenspiel am Lagerfeuer, im Pub um die Ecke wenn die provisorisch zusammengestellte Band spielt oder vor der ganz großen Bühne.

Das Ärgerliche an dem tollsten Konzert ist jedoch, dass es irgendwann einmal vorbei ist. Auf dem Weg nach Hause klingeln einem noch die Ohren – besonders wenn man direkt vor den Zwei-Meter-Boxen gestanden hat – aber von der Magie, die man mitgenommen hat, kann man sehr lange zehren. Bei mir waren es die ersten Konzerte in der Batschkapp, die ich noch immer in Erinnerung habe. Darunter auch das legendäre Rödelheim Hartreim Projekt, mit dem die beiden Frankfurter Moses Pelham und Thomas Hofmann deutsche Hip-Hop-Geschichte geschrieben haben.

Irgendwann gab es die Live-Auskopplung auf CD „Live aus Rödelheim“. Es war zwar damals „nur“ auf CD, aber ich hatte das Gefühl, wieder bei dem Konzert zu sein. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Rödelheim Hartreim Projekt gibt es schon lange nicht mehr, auch wenn bei mir die CDs noch immer – zumindest hin und wieder – zum Einsatz kommen. Anders als sein Rödelheimer Partner in Crime hat Moses Pelham allerdings das Mikro nie an den Nagel gehängt. „Geteiltes Leid 1“, „Geteiltes Leid 2“ und Ende 2012 erschien der dritte Teil und damit das Ende der musikalischen Trilogie.

Mit seinem letzten Album ist ihm dann der ganz große Wurf gelungen. Nicht aus kommerziellen Gesichtspunkten – obwohl diese sicher nicht zu vernachlässigen sind – sondern eher in musikalischer Hinsicht. „Geteiltes Leid 3“ hat für mich all das wiedergebracht, was ich damals Anfang der 1990er Jahre erleben durfte. So wie es einmal Paul McCartney gesagt hat: „Musik ist ein Vehikel für Traurigkeit, aber auch für Freude. Und wenn es gelingt, beide Extreme zusammenzubringen, entsteht Magie.“

Um den Kreis zu schließen, den ich nun sehr weit gezogen habe:  Moses war dann auch auf Tour. Unter anderem im Gibson Club auf der Zeil, wo spektakuläre Live-Aufnahmen entstanden sind, die seit dem 13. Dezember im heimischen Wohnzimmer ihren Platz finden können. „Live in Frankfurt“ bannt die Musik auf CD und DVD. Eben irgendwie das ganz große Kino, gepresst in kleine silberne Scheiben. Das Rödelheimer Gefühl ist noch immer da, hat sich aber schon lange von Stadtteil- und Hip-Hop-Grenzen befreit. Musikfans und Frankfurtern kann ich die Platte empfehlen. Konzertfeeling garantiert!

Die Meinungen unserer Blogger sind Privatsache und spiegeln nicht die Haltung der FNP wieder. Diskutieren Sie mit unserem Blogger! Wenn Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das kostenlos nachholen: Klicken Sie dafür einfach unter dem Kommentarfeld am Seitenende auf den beige hinterlegten Reiter „Für nicht registrierte Nutzer“. Dort können Sie sich ganz unkompliziert mit einem Benutzernamen Ihrer Wahl, einem Passwort und Ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Anschließend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie nur noch anklicken müssen – und schon können Sie kommentieren. Natürlich werden Ihre persönlichen Daten nur intern verwendet und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unsere Blogger freuen sich auf Ihre Beiträge!

Bilderstrecke Die Batschkapp feiert in neuen Räumen
Am 10. Dezember eröffnete der legendäre Rockpalast seine neue Lokalität in der Gwinnerstraße. Unser Fotograf hat zahlreiche Schnappschüsse aus den neuen Räumlichkeiten mitgebracht. Alle Fotos: KammererBatschkapp-Chef Ralf Scheffler und DJ Stefan Hantel (Shantel) feierten mit rund 1000 Gästen den Einstand.Shantel verbrachte quasi seine Jugend in der alten Batschkapp in der Maybachstraße. Ehrensache, dass er jetzt hier auftritt.
Zur Startseite Mehr aus Andreas Schnell - Frankfurt-Blog

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse