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Frankfurt-Blog

Von Was steckt hinter Frankfurts Straßennamen? Und wer wird hier besonders gewürdigt?
Bei so manchem Namen ist der Ursprung halbwegs klar. Doch was ist mit den vielen anderen Straßennamen? (Foto: Archiv) Bei so manchem Namen ist der Ursprung halbwegs klar. Doch was ist mit den vielen anderen Straßennamen? (Foto: Archiv)
Tag für Tag laufen oder fahren wir auf ihnen, und trotz allem kennen wir manchmal nicht einmal ihren Namen. Die Rede ist von unseren Straßen. Sie sind nach Orten, Tieren oder anderen interessanten Dingen benannt, am weitaus häufigsten jedoch nach prominenten Persönlichkeiten. Und während es Feministinnen ohnehin schon lange in den Ohren hatte klingeln müssen, haben nun auch das Frauenreferat Frankfurt und der Nizza Verlag reagiert und einen Missstand thematisiert, der uns Frankfurtern - ach, was sag ich - uns Deutschen, schon viel zu lange beschäftigt hat: Es sind viel zu viele Straßen und Plätze nach Männern benannt!
 
In "Nach Frauen benannt" bekommt der geneigte Leser nun auf 140 Seiten alle 127 Frauen vorgestellt, die in Frankfurt als Namensgeberinnen für Straßen und Plätze herhalten mussten. Nur der Vollständigkeit halber: Rund 1.000 Männer mussten mit ihrem guten Namen bürgen. Nicht dass man sich dagegen wehren könnte, egal ob Mann oder Frau. Trägt eine Straße ihren Namen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie bereits tot sind. Tut mir leid!
 
Ich finde die Idee, ein Buch zu veröffentlichen, das Frankfurter Straßennamen erklärt, an sich eine gute Sache. Aber warum auf Frauen beschränken? Ein Mangel an sich scheint mir kein besonderes Qualitätsmerkmal zu sein. Wir haben doch tolle Namensgeberinnen, wie zum Beispiel Anne Frank, aber auf der anderen Seite auch weitaus erklärungsbedürftigere Namen wie zum Beispiel die Heylstraße oder den Rathenauplatz. Ja, sie können jetzt ruhig mal recherchieren.
 
Eine wirklich tolle Sache sind aber auch die kleinen blauen Schildchen, die sich hin und wieder unter den Straßenschildern befinden und einen ersten Hinweis auf den Namensgeber liefern. Am Ende ist es doch wirklich egal, ob Männlein oder Weiblein - und ich möchte es halten wie Goethe, dem wohl prominentesten Frankfurter (der auch Namensgeber zahlreicher Plätze, Straßen und Gebäude ist): „Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist.“

[Und hier noch ein Lesetipp der Redaktion für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Weniger mit den Namensgebern, sondern mit historischen Begebenheiten beschäftigt sich ein Buch, das im Societäts Verlag erschienen ist: "Frankfurter Straßennamen erzählen" von Katharina Cichosch, erhältlich für 12,80 Euro.]
 
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