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Frankfurt-Blog

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Auf der Frankfurter Rennbahn hat es sich nach Plänen der Stadt bald ausgaloppiert. Archivbild: Martin Weis Auf der Frankfurter Rennbahn hat es sich nach Plänen der Stadt bald ausgaloppiert. Archivbild: Martin Weis
Mit dem schön werdenden Wetter geht auch der Sportwahnsinn wieder los. Also nicht, dass es auch im tiefsten Schneegestöber einige Übermotivierte geben würde, die mit Skimaske, Bergarbeiterlicht und Thermounterwäsche die Hufe schwingen würden, aber mit jedem Grad über dem Gefrierpunkt nimmt auch die Anzahl der Menschen zu, die sich draußen irgendwie betätigen. Aber in Frankfurt gibt es aus Sportliches der ganz besonderen Art.
 
Neulich fragte mich ein Journalist einer anderen Frankfurter Tageszeitung, wie man als Blogger den auf die Themen kommen würde. Meine kurze, wenn auch wahrheitsgemäße Antwort war: „Man muss nur mit offenen Augen durch die Gegend laufen.“ So bin ich dann auch – schon vor geraumer Zeit – auf ein ganz besonderes Frankfurter Athletikphänomen aufmerksam geworden. An der Kreuzung Cronstettenstraße/Eschersheimer Landstraße gibt es einen durchaus gut gebauten Sportler, der sich regelmäßig mit nackten Oberkörper zur Schau stellt. Er hastet die Treppen der Fußgängerüberführung rauf und runter, macht Liegestütze und rennt gegen ein Gummiband an, das er am nächstbesten Laternenpfahl befestigt.
 
Da es wenig förderlich für die Gesundheit ist, an einer der meistbefahrenen Straßen Frankfurts Sport zu treiben, muss die Motivation es genau an diesem Platz zu tun, eine andere sein. Hin und wieder  scheint dieser Form der übersteigerten Selbstdarstellung auch auf andere überzugreifen (vielleicht eine Art Massenpsychose?) und es gesellen sich andere Menschen dazu. Unnötig zu erwähnen, dass dieses Spektakel nicht nur bei guten Wetter stattfindet, sondern auch bei jedem anderen Unwetter. Narzissmus scheint gegen jede Wetterlage immun zu sein.
 
Extrem sportlich geht es auch bei der Planung des neuen DFB-Leistungszentrums zu, das für rund 50 Millionen Euro bis 2018 auf dem Gelände der Galopprennbahn Niederrad entstehen soll. Aus Kreisen der Stadtverwaltung hört man seitdem nur noch Lobgesänge auf den DFB und das neue Leistungszentrum. OB Feldmann spricht von einer „phantastischen Entscheidung“ und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig glaubt, dass es ein „place to be“ wird. Gar nicht förderlich ist für das ganze Unternehmen, dass das frühere Präsidiumsmitglied des Frankfurter Renn-Klubs Carl-Philipp Graf zu Solms-Wildenfels, in einem offenen Brief anführte, dass das Gelände eigentlich gar nicht der Stadt gehöre, sondern es sich 1938 widerrechtlich angeeignet wurde.
 
Die Wolken im Paradies wurden aber bislang gut umschifft, so das ich mir sicher bin, dass wir in vier Jahren einen neuen Prunkbau in Frankfurt begrüßen dürfen. Zumindest spricht der Grüne Bürgermeister Cunitz mal Tacheles und geht davon aus, dass die Stadt mit der Erbpacht auf jeden Fall mehr verdienen wird als mit der alten Rennbahn, deren Nutzung in der Vergangenheit ohnehin zurückgegangen sei.
 
Und um das liebe Geld geht es auch bei einem Gespräch, das ich vor einigen Tagen mit einem begeisterten Fußball-Fan geführt habe. Er fragte mich, wie es denn sein könne, dass ein Verein wie Eintracht Frankfurt eigentlich immer unter chronischer Geldnot leide, wo die Mainmetropole doch so vielen Banken beherberge, die andernorts Millionen verschleudern. Tja, darauf hatte ich dann auch keine plausible Antwort.

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