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Frankfurt-Blog

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Von den immer gleich klingenden Montags-Demonstrationen enttäuscht, bin ich am Samstag über eine Protestkundgebung von Attac Frankfurt gestolpert, die mitten auf der Hauptwache stattgefunden hat. Wem Attac jetzt partout nichts sagt: Es handelt sich dabei, vereinfacht gesagt, um Globalisierungsgegner, mit stets wachsamen Auge auf die abstrusen Auswüchse der Finanzwirtschaft.
 
Wie bei allen guten Organisationen dieser Couleur, kommen da Verschwörungstheorien, Interventionismus und guter Wille zusammen. Was sie aber an just diesem Tag, löblich von anderen Verrückten abgehoben hat, waren zum einen die Aktualität, es ging um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, und zum anderen der didaktisch gut aufgemachte Beitrag von dem Kabarettisten Christoph Sieber.
 
Sprachgewandt ratterte Sieber die Nachteile des Freihandelsabkommens herunter, garniert mit Warnungen bezüglich der inflationär benutzten Finanzdiktatur. Er hat das schon gut gemacht, was am Ende auch dazu führte, dass sich ein ansehnliches Häufchen vor der Bühne gebildet hat. Während manches einfach Unsinn war, wie zum Beispiel die Schuld der USA an der Krise in der Ukraine (da wären wir wieder bei den Verschwörungstheorien), war anderes durchaus interessant. Er prangerte beispielsweise die Gleichgültigkeit der Menschen an. Ein Phänomen, das ich auch vermehrt beobachte, auch wenn ich - anders als Sieber - nicht der Meinung bin, dass dies ein Produkt von Frau Merkels Politik ist. Alles in allem ein wenig zu populistisch aber mit Unterhaltungswert, was vermutlich auch der Grund war, warum sich die Attac dazu entschlossen hat, Sieber auf die Bühne zu holen.
 
Aber die Gleichgültigkeit ist beileibe kein Konstrukt unserer Zeit. Sie war immer schon da, schleicht sich ein, lähmt uns. Für mich, ganz abseits von Christoph Sieber, Attac und der Globalisierung, eines der wirklich großen Probleme, denen wir uns stellen müssen. Jeder für sich. Aber andere, sehr viel weisere Menschen, haben dies schon vortrefflich zum Ausdruck gebracht. So zum Beispiel Christian Morgenstern, mit dessen Worten ich auch diesen Beitrag beenden will:
 
„Was kümmert den Bürger auf seinem Wege zum Reichtum der Mitbürger auf seinem Wege der Armut? Nichts. Aber sofort erinnert er sich dieses Mitbürgers, wenn seine Ruhe und sein Besitz bedroht werden. Dann ruft er ihn auf ,zum gemeinsamen Vorgehen gegen den gemeinsamen Feind‘. Dann zieht er plötzlich den Bruder, den Blutsverwandten, den armen Verwandten aus seinem Dunkel hervor. Und seine plötzliche Begeisterung wirkt ansteckend – mein Gott, gewiß, zwar, freilich, allerdings, indessen, gleichwohl – kurz, man ist kein Unmensch. Vergessen wir das Vergangene! Auf in den fröhlichen Krieg! Schulter an Schulter! Ein Volk, Ein Herz, Ein Schwert.“

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