Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Frankfurt-Blog

Von
Dieser Tage scheinen wieder die Flasche-ist-halb-leer- und Früher-war-alles-besser-Typen in Frankfurt unterwegs zu sein. Proteste gegen den Dalai Lama, Aufmärsche vor dem Apple- und Adidas-Store und Halb-Verrückte, die in der Digitalisierung den Teufel zu erkennen glauben.
 
Gegen eine ordentliche Demonstration ist ja nichts zu sagen, ganz im Gegenteil, es kann meiner Meinung nach nur ein Zeichen einer aufgeklärten Gesellschaft sein, wenn man sich entschließt, gemeinsam gegen einen Missstand vorzugehen. Es wäre aber doch zumindest wünschenswert, wenn das Hand und Fuß hätte und nicht in einen Protest um des protestieren willens ausartet oder aber einem Kampf gegen Windmühlen gleicht.
 
Zu letzt genannten gehören mit Sicherheit die Demonstranten, die meinten, den Dalai Lama mit Bannern und Buh-Rufen bei seinem Frankfurt-Besuch zu begrüßen. Es handelte sich dabei um Shugden-Anhänger, die - stark vereinfacht ausgedrückt - gegen das vom Dalai Lama ausgesprochene Verbot ihrer Sekte protestieren. Nun ist es aber zum einen so, dass dieses Verbot nun schon beinahe 20 Jahre Bestand hat und zum anderen keine Chance besteht, dass sich daran etwas ändert. Um es an einem anderen Beispiel zu erläutern: Ich könnte mich auch auf die Straße stellen und lautstark fordern, dass Angela Merkel doch nun endlich ihren Platz räumen solle, um jemand Kompetenteren platzieren zu können. Das Recht auf freie Meinungsäußerung gesteht mir das zu. Trotz allem wäre es verschwendete Zeit. Wenn ich das nun über Jahre hinweg praktiziere, fallen mir nur die Worte von Einstein ein: Immer wieder das Gleiche zu tun und auf ein anderes Ergebnis zu hoffen, das ist Wahnsinn!

Bilderstrecke Dalai Lama: Applaus und Proteste in Frankfurt
Der Dalai Lama, geistliches Oberhaupt der Tibeter, hat am Mittwoch (14.05.2014) in der Fraport-Arena zu mehr 4000 Zuschauern gesprochen. Trotz der großen Zuneigung für den tibetischen Geistesführer gab es in Frankfurt Protestaktionen. Unsere Fotostrecke zeigt Bilder von seinem Auftritt in der Fraport-Arena und der Demonstration in Frankfurt. Alle Fotos: dpaDer Dalai Lama weilt zurzeit in Frankfurt und sorgt bei seinen Auftritten für viel Applaus. Am Mittwoch . . .. . . sprach er in der Fraport-Arena über ethische Werte – und stieß dort aber auch auf Kritik.

 
Zu einer ganz anderen Spezies gehören hingegen die Kollegen der Blockupy-Fraktion. Da scharen sie sich vor dem Apple-Store auf der Fressgass zusammen und demonstrieren. Gegen was eigentlich genau? Je nachdem, wen man da fragt, erhält man eine andere Antwort und als ob das nicht sinnlos genug wäre, treibt man das gleiche Spiel dann noch mal auf der Zeil vor dem Adidas-Store. Ganz nach dem Motto: Gegen was ist egal, Hauptsache demonstrieren.
 
Zur Abrundung des Ganzen ist mir bei der letzten Montagsdemonstration an der Hauptwache der Eingangs erwähnte Halb-Verrückte über den Weg gelaufen. Der sichtlich angetrunkene Zwei-Meter-Hüne mit wallender Mähne wollte partout auf keinem Bild sein, das vor Ort anwesende Fotografen von der Veranstaltung machten. Wild gestikulierend und schreiend ließ er jeden wissen, dass er nicht auf Facebook auftauchen wolle und ging dabei so weit, Menschen mit Fotoapparat hinterherzulaufen, um diese zu zwingen, das Foto zu löschen. Unabhängig davon, ob das gerade auserkorene Opfer ein Bild gemacht hatte oder nicht.
 
Aufgrund der ständigen Wetterumschwünge habe ich ja auch seit gut einer Woche einen immer wiederkehrenden Kopfschmerz. Aber bei manch anderem Patienten scheint dies weitaus gravierendere Folgen zu haben. Zumindest möchte ich mir einreden, dass es nur am Wetter liegt, und die oben beschriebenen Massenpsychosen von ganz allein wieder verschwinden.
Zur Startseite Mehr aus Andreas Schnell - Frankfurt-Blog

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse