Freaky Frankfurt

Neu im Sex and the City-Blog: Sex mit einem Hassobjekt - geht das?
versenden drucken
Ich kenne einen, der ist einfach unerträglich. Großkotzig. Launisch. Von sich selbst unglaublich eingenommen. Eitel. Aufbrausend, beleidigend, herablassend. Gar nicht mal unattraktiv, aber vom schieren Wesen her schlicht grausig. Jeder kennt ja solche Leute. Doch bis letzte Woche war mir nicht klar, dass ganz normale, ansonsten durchaus richtig gepolte Frauen sich von so einem angezogen fühlen könnten. Und plötzlich schleppt meine Freundin Silvie genau so einen an.

Voller Erwartung saßen wir am vergangenen Wochenende im Shooters in der Domstraße, als sie in seinem Fahrtwind hinein geweht kam. Er brauchte seinen Mund mit dem arroganten Zug gar nicht erst zu öffnen, wir verstummen bereits bei seinem bloßen Anblick. So einer, aha. Diese breitbeinige Haltung enttarte ihn sofort als Arsch. Dieses übertrieben hochgestreckte Kinn. Und dieser Blick von oben, so als ob er sich fragen würde, was du eigentlich hier zu suchen hast. Dabei ist er doch der Neue! Da ziehe automatisch den Kopf ein. Aber nicht, weil ich Angst vor ihm habe oder auch nur einen Funkten Respekt. Sondern weil ich diesen Schlag Mensch kenne. Und nichts mit ihm zu tun haben will.

Er ist ein typisches Alpha-Männchen - mit all dem breitbeinigen Getue, das in der Tierwelt vielleicht noch angeht, im täglichen Leben aber absolut fehl am Platz ist. Hätte er ein Gefieder, er würde es die ganze Zeit aufplustern, damit bloß niemand vergisst, dass er in jeder Gruppe den Ton angibt. Und ich frage mich, welcher Grund auf der ganzen Welt meine Freundin Silvie dazu treiben könnte, freiwillig Zeit mit diesem Mann zu verbringen.

Müsste ich nicht Silvie zuliebe so tun, als ob ich ihn auch nur im geringsten ausstehen könnte, würde ich es vermeiden, mit ihm den gleichen Bus zu benutzen oder auch nur auf der gleichen Mailing-Liste zu stehen.. Doch da das nicht geht, schaue ich einfach in die andere Richtung, trinke meinen sehr leckeren  Cocktail - und frage mich, ob er vielleicht unglaublich gut im Bett ist. Irgendeinen Anreiz muss Silvie haben, über all die anderen Makel hinwegzuschauen. Gott, dieser Kerl besteht praktisch aus Makeln!

Und dann hatte ich diese unglaubliche Begegnung mit ihm. Zum Glück nur im Traum, aber das war irritierend genug. Ich bin regelrecht erschrocken, diesen Mund mit dem arroganten Zug plötzlich vor mir zu sehen. Doch plötzlich ging alles drunter und drüber. Ja, wir gingen drunter und drüber. Mit viel Herzklopfen, feuchter Haut und Gekeuche. Im Traum war das gar nicht so schlecht, aber oh Gott, was sagt mir das? Will ich womöglich was von diesem unerträglichen Mann?

Freud würde mir sicher aus der Klemme helfen, doch der ist gerade, nun ja, tot. Und wird es wohl auch bleiben. Fakt ist: Träume bedeuten in der Regel nicht das, was sie darstellen. Freud unterscheidet da zwischen manifestem und latentem Trauminhalt - also dem, was man träumt, und dem, was es bedeutet. Und das sind zum Glück zwei Paar Schuhe.

Ich kann mir das Ganze nur so erklären, dass sein Alpha-Tier-Gehabe mich an einer schwachen, ganz schwachen Ecke meines Charakters erwischt. Aber nicht bewusst, denn das kann keine Frau sexy finden, die halbwegs bei Verstand ist - außer Sivlie, aber die hat momentan wohl ihre eigenen Gründe. Auch wenn ich zugeben muss, dass diese Begegnung zumindest im Traum gar nicht mal schlecht war, sondern sogar ziemlich leidenschaftlich - mit Hass als Trigger und Lustverstärker. Und ja, ich gebe zu, dass ich gelegentlich an den Traum und ihn in meinem Traum denke, wenn ich ihn sehe. Und dass ich mich frage, was ich tun würde, wenn dieser Sex aus meinem Traum steigen und wahr werden würde. Wenn er wegen mir seinen arroganten Mund verziehen und seine herablassenden Augen schließen würde... Es hätte schon was, diesen Mann zu verführen und einen Blick hinter seine Maske zu werfen. Vielleicht ist es das, was Silvie so anziehend findet. Falle ich womöglich auf ihn und sein Gehabe herein? So schwach bin ich doch nun auch wieder nicht... Zum Glück hat er keine Ahnung davon. 

Diskutieren Sie mit unserer Bloggerin! Wenn Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das kostenlos nachholen: Klicken Sie dafür einfach unter dem Kommentarfeld am Seitenende auf den beige hinterlegten Reiter „Für nicht registrierte Nutzer“. Dort können Sie sich ganz unkompliziert mit einem Benutzernamen Ihrer Wahl, einem Passwort und Ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Anschließend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie nur noch anklicken müssen – und schon können Sie kommentieren. Natürlich werden Ihre persönlichen Daten nur intern verwendet und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unsere Blogger freuen sich auf Ihre Beiträge!
Zur Startseite
versenden drucken
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Mit * gekennzeichnete Felder, sind Pflichtfelder!

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wieviel ist 20 + 2: 




Videos

Weitere Blogs

Sie ist die Königin der Nacht – in Frankfurt allemal. Das Rotlicht ist ihre Sonne. Ich habe ihr ein Gedicht gewidmet. MEHR

clearing

Was wäre, wenn Du Jesus heute geboren hättest? Ein offener Brief an die Jungfrau Maria. MEHR

clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, epd, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2014 Frankfurter Neue Presse