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Freaky Frankfurt

Von Heute im Sex-and-the-City-Blog: Frauen müssen auch mal zuschlagen. Und zwar schnell!
Männer wie der neue Nachbar müssen anscheinend nur mit dem Finger schnippen - schon haben sie eine Sommerliebe. (Symbolbild: dpa) Männer wie der neue Nachbar müssen anscheinend nur mit dem Finger schnippen - schon haben sie eine Sommerliebe. (Symbolbild: dpa)
Vor zwei Wochen wurde ich Zeugin eines seltenen Naturphänomens. Ich durfte einen Anblick genießen, der so rar ist, so kostbar, dass er zwangsläufig vergänglich sein muss. Wie eine Blume, die nur alle paar Jahre einmal blüht - und nach zauberhafter, traumartig kurzer Existenz verwelkt. Ohne es zu wissen, war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und konnte so einen attraktiven, klugen, lustigen und erfolgreichen Single-Mann in freier Wildbahn beobachten.

Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus mit sieben Parteien, und als ich vor gut zwei Wochen spätabends die Haustür aufschloss und schon halb auf der Treppe war, schlüpfte eine dunkle Gestalt hinter mir durch die zufallende Tür. Ich bekam eine Gänsehaut und sah mich schon in der nächsten Folge von Aktenzeichen: Tot im eigenen Hausflur! Einige Sekunden lang flüchtete ich im Laufschritt nach oben, drehte mich dann aber doch um und betrachtete den düsteren Eindringling.

Im Halbdunkeln konnte ich sein Gesicht nicht richtig sehen, nur seinen Körper vom Hals abwärts. Ein ordentliches Hemd, ein tadelloses Sakko, lässige Jeans, geputzte Schuhe.Dann trat er ins Licht. Und ja, er sah richtig freundlich aus. Wache, nette dunkle Augen. Kantige Gesichtszüge. Brille. Und vorwitzig gelockte dunkle Haare. Alles in allem gar nicht mal übel. "Nicht erschrecken, ich wohne jetzt hier", sagte er mit einem Lachen und streckte mir die Hand hin. "Ich bin der David."

Ich war so erleichtert, dass ich kaum wusste, wie mir geschah. Also lächelte ich ebenfalls. David und ich waren sofort per Du und standen kaum zwei Minuten später fröhlich quatschend vor seiner Wohnungstür. In kürzester Zeit erzählten wir uns unsere halbe Lebensgeschichte. Er war so alt wie ich, kam aus Norddeutschland und war in der Baubranche. Und als Journalist hatte er auch mal gearbeitet. Da hatten wir natürlich viel gemeinsam! Momentan sei er noch dabei, sich einzuleben und Kisten auszupacken, sagte David. Und sprach dann diese magischen Worte: "Ich als Junggeselle habe ja nicht besonders viele Möbel." Oha! Ein Single-Mann! Und das in meinem Haus! Sofort ging ich im Kopf meine zahlreichen Single-Freundinnen durch. So einer wie er musste sich doch spielend leicht vermitteln lassen.

Während wir im Treppenhaus wie alte Freunde aufeinander einredeten, müssen wir so laut gewesen sein, dass sogar eine Nachbarin wach wurde und uns knurrend zur Rede stellte...

Ein paar Tage später brachte David am Briefkasten ein Schild mit seinem Nachnamen an. Ich verstand das als Einladung, ihn auf Facebook zu adden. Etwa fünf Tage nach unserer ersten Begegnung schickte ich ihm eine Mail und fragte, ob wir ihm mal die Cocktailbars in der Umgebung zeigen sollen. Er schrieb zurück, dass seine neue Freundin sicher auch gerne mitkäme. Momentan seien sie allerdings in Norddeutschland, wo er sie seiner Familie vorstelle.

Dieser Mann hat es geschafft, innerhalb von Tagen in Frankfurt eine Freundin zu finden. Ist das nicht ein Phänomen? Attraktive, witzige, kluge Frauen sind jahrelang, manche jahrzehntelang Single. Doch ein schnuckeliger Mann ist innerhalb von nicht einmal zwei Wochen weg vom Markt. Oder liegt das an Frankfurt und unserer enorm aggressiven Single-Struktur? Wir Frauen müssen uns trauen, schnell zuzugreifen, wie ein Fuchs auf der Jagd zuzuschlagen. Bei reduzierten Handtaschen zögern wir doch auch nicht. Ich bin geschockt. Frustriert. Und hinreichend beeindruckt.

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