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Kleiner Mann, große Welt

Von Heute im Aufreger-Blog: Teil 2 des "Garantie-Glücksfalls".
Wenn das eigene Auto in die Werkstatt muss, kann es für den Kunden richtig teuer werden. Schlimmer wird's, wenn dann auch noch der Service schlecht ist. Foto: dpa Wenn das eigene Auto in die Werkstatt muss, kann es für den Kunden richtig teuer werden. Schlimmer wird's, wenn dann auch noch der Service schlecht ist. Foto: dpa

Nein! Doch! Ohhhh! - Himmel, was hab' ich mich als kleines Kind wegen des Komikers Louis de Funès totgelacht. Irre witzig, der Grand Monsieur des französchischen Humors. Weniger mein Zwerchfell denn eher meine Nerven strapaziert derzeit der französische Autobauer Peugeot, genauer gesagt die Peugeot Commerce GmbH in Wiesbaden-Schierstein. Sie wissen: Das sind die mit dem Löwen auf der Motorhaube.

Ich hatte Ihnen in meinem vergangenen Blog unter dem Titel "Karma" doch von meinem Garantie-Glücksfall berichtet. Sie wissen noch: Tust Du Gutes, bekommst Du Gutes! In unserem Fall war es so, dass wir einen Anlasser-Defekt an unserem 107er überraschend nicht bezahlen brauchten, weil, so sagte es uns die Mitarbeiterin am Abholtag, 11. Juli, es seitens Peugeot eine Rückrufaktion wegen mangelhaft verbauter Anlasser gab. Lesen Sie mal, was eine Woche später - also just am Erscheinungstags meines Blogs, der ja nicht zuletzt verkappte Werbung für den  tollen Service war - bis zum heutigen Donnerstag (8. August) so alles passiert ist.

Ich sag nur soviel: Für manche Unternehmen ist Kundendienst ein Fremdwort. Und eigene Fehler eingestehen? Pah! Träumer. Oder gibt's vielleicht doch noch das Happy End? Lesen Sie doch einfach selbst...

Wie gewonnen, so zerronnen

[Donnerstag, 18. Juli, Nachmittag] Junge, Junge. Jetzt war ich aber auch echt schief gewickelt. Eben gerade flatterte doch tatsächlich Post ins Haus. Von Peugeot. Raten Sie mal was drin war, in dem Umschlag. Richtig. Die Rechnung. Wenn Sie sich jetzt fragen: "Häh? Der hatte da doch was von Garantie gefaselt..." Jap. Hatte ich! Falsch gedacht. Der französiche Autobauer spielt nun doch nicht mit. Garantiefall abgelehnt. Rückrufaktion? Von wegen. Vermutlich schlicht und ergreifend die falsche Auskunft einer nicht genug qualifizierten Mitarbeiterin. Oder einer, die zuviel weiß und einfach nur ausplapperte, was sie nicht hätte sagen sollen? So eine Aussage saugt die sich ja nicht aus den Fingern. Irgendwo muss die ja so eine Info herhaben.

Das beste aber: Anstatt der Rechung ein kleines Anschreiben beizupacken à la "Lieber Kunde, entgegen unserer Aussage vom bla ba, wir bitten um Entschuldigung bla bla, hier die Rechnung blabla..." wird das ganz kundenfreundlich einfach ohne Info über das Wieso, Weshalb und Warum rausgeschickt. Zu allem Ärger durfte ich der Schiersteiner Werkstatt dann auch noch nachtelefonieren. Auf den Rückruf nämlich, der nach 30 Minuten kommen sollte, wartete ich 'ne gute Stunde. Dann hieß es, man könne mir heute leider gar nix mehr sagen, habe aber den Fall schon auf den Schreibtisch des zuständigen Herren gelegt. Dumm nur, dass der schon Feierabend hat. Dabei sitze ich doch gerade jetzt auf heißen Kohlen und bange um meine 550 Mäuse. Kann man denn nicht zurückrufen und genau das dem Kunden so sagen? "Hier, sorry. Heute gibt's leider keine Info mehr. Erst morgen!" Stattdessen hatte ich so das Gefühl, dass darauf gesetzt wurde, dass sich - weil man ja nicht zurückruft - meine Anfrage für heute erledigt hat.

Nich' mit mir. Ran an den Hörer, nochmal anrufen. Solange bis ich weiß, was jetzt los ist. Nachdem ich meinem Ärger dann genug Luft verschaffen konnte, wollte ich dann aber auch wieder freundliche Töne klingen lassen und bat die Dame, meine erbosten Anrufe bitte nicht allzu persönlich zu nehmen. Is' ja nicht so, dass mir nicht auffällt, wenn ich scheiße zu Leuten bin. Wobei, sooo schlimm war's ja auch wieder nich'. Trotzdem: Vermutlich kann die gute Frau nix dafür, muss sich aber meinen Mist anhören. Naja. Nach etlichem hin und her telefonieren und gut 90 Minuten vergeudeter Lebenszeit haben wir uns dann so verständigt, dass ich direkt Freitagfrüh angerufen werde. Herr W., der (!) Teamleiter Kundendienst, sei ab 7.30 Uhr "für mich" da.

Und weil ich jetzt so einen Ärger mit Peugeot bzw. der Schiersteiner Werkstatt habe, wolle sie prüfen, ob man mir "irgendwie" entgegenkommen kann. Ich bin gespannt. "Tust Du Gutes, bekommst Du Gutes" - ich hab' gestern einer alten, mir völlig fremden Dame geholfen, ihren Wagen zu waschen...

Schämen Sie sich nicht?

[Freitag, 19. Juli, 9.40 Uhr] Mir schwillt der Kamm. Schon zweimal bei Peugeot angerufen und um Aufklärung gebeten. Um 8.30 Uhr hieß es "Oh, der Herr W. kommt heute doch erst um 9 Uhr." Gut, dann ist das halt so. Freundlich aber bestimmt gebe ich noch einmal zu verstehen, dass es mir sehr wichtig ist, die Sache zu klären. Habe ich schon erwähnt, dass Geduld nicht gerade eine meiner Stärken ist? Nein. Geduld ist keine meiner Stärken.

Um 9.30 Uhr immer noch keine Rückmeldung. Ruf ich eben an. Schon wieder. Wohlgemerkt: Immner noch freundlich. Ist ja Freitag, und kurz vor dem Wochenende mag ich keine schlechte Stimmung verbreiten. Muss ich auch nicht. Das macht die Peugeot Commerce GmbH in Wiesbaden-Schierstein von sich aus. "Tut mir Leid, der Herr W. kommt heute doch erst um 12 Uhr." Dass sich die Dame, die ich bei jedem Anruf am Ohr habe, nicht schämt!? Ich hab' als Ex-Steuerfuzzi häufig Mandanten vertrösten müssen, wenn etwas nicht gleich lief. Aber das, was hier gerade abläuft, ist echt unglaublich. Vergessen Sie alles, was ich in meinem vergangenen Blog so löblich über die Werkstatt und meinen "Garantiefall" geschrieben habe. Frechheit. Unverschämtheit. So geht man nicht mit Kunden um.

Ach ja, ich habe mal nachrecherchiert: Eine Rückrufaktion gab es laut ADAC in Sachen "Anlasserprobleme beim Peugeot 107" übrigens tatsächlich.

Wollen Sie sagen, ich lüge?

[13 Uhr] So. Herrn W. endlich erreicht. Verständnis vom "Teamleiter Kundendienst"? Keineswegs. Im Gegenteil. Es stimme nicht, dass seine Kollegin gesagt habe, es sei ein Garantiefall. Und das mir der Rückrufaktion sei auch Quatsch. Da hing ich nun in der Leitung - ich dreister Lügner. Aber ich weiß mir ja zu helfen.

  • Punkt 1, mein Freund: Ich war doch dabei, als sie das sagte. Und meine Freundin.
Wer nicht dabei war, als ich das Auto holte? Er!
  • Punkt 2: Hätte die Dame nicht gesagt, es sei ein Garantiefall, hätte ich doch die Rechnung sofort begleichen müssen.
Musste ich aber nicht. Deswegen hab' ich die ja schriftlich bekommen.
  • Punkt 3: Ich schreibe mir in meinem Blog doch nicht aus Jux und Dollerei die Finger wund und lob' den "Garantie-Glücksfall" und euern Laden über den grünen Klee, wenn es sich nicht wirklich so zugetragen hätte.

Er hat es dann auch eingesehen. Wow. Da musste ich echt viel Überzeugungsarbeit leisten. Danach folgten jede Menge Widersprüche. Erst gab es die Rückrufaktion nicht, dann wieder doch. Dann war es egal, dass die Vorbesitzerin unseres Autochens die Rückrufaktion 2011 nicht mitgemacht hat. Dann war es wiederum nicht egal, weil, da wo kein Einbau zur Verbesserung erfolgt ist, das Teil/der Anlasser eben schneller kaputtgehen kann. Um zu wissen, ob die Vorbesitzerin davon wusste, habe ich sie angerufen. Sie habe nie was von Peugeot bekommen oder nachträglich machen lassen, sagte sie. Auch wenn ich sie nicht persönlich kenne: Ich glaube ihr!

Bei Peugeot scheint das Anlasserproblem bei der 107er Reihe übrigens häufiger gewesen zu sein. Ich habe im Netz recherchiert und lesen können: Andere Autofahrer sprechen auch von "verschmorten Gerüchen" oder direkt von Kabelschmorbränden. Aber auf so Plattformen wie motor-talk.de etc., auf denen sich Betroffene austauschen und Hilfe bzw. Rat zu ihren Kfz.-Probleme und ähnlichen Schadensfällen suchen, gibt Herr W., wie er sagte, nichts. So eine Aussage ausgerechnet vom, ich wiederhole mich gerne, Teamleiter Kundendienst!? Das ist schon ein Brett...

Wie geht's nun weiter? Keine Ahnung. Zuerst mal wird er wahrscheinlich die Dame rund machen - so deute ich sein "Ich muss das jetzt erstmal intern klären, warum die Ihnen das sagte." Danach wolle er mich anrufen - sagte er...

[13.30 Uhr] Eben Rückruf bekommen. Soll mich bis Mitte kommender Woche gedulden. Erstmal müsse geklärt werden, was im Haus schief gelaufen ist. Zugleich wolle er prüfen (lassen), ob die Rechnung nicht doch eventuell "über die Aktion laufen kann". Ach! Gabs die jetzt etwa doch? Aber: Warum macht er das eigentlich nicht umgekehrt. Erst der Kunde, dann das Interne?

Fakt ist: Eine Rückrufaktion wegen Anlasserproblemen hat es laut ADAC gegeben. Zudem meinte Herr W. während der geführten Telefonate, ein Anlasserdefekt bei einer Laufleistung von unter 80.000 Kilometer sei schon sehr ungewöhnlich. Für mich verdichtet sich das alles zu der Annahme, dass es also nicht am (was immer gerne vorgeschoben wird, weil nicht von der Garantie gedeckt) Verschleiss liegen kann. Auch andere Kfz'ler meinten, bei 80.000 Kilometern gehe der Anlasser eigentlich noch nicht in die Knie.

Nein - ich bin nicht zufrieden!

[Dienstag, 23. Juli 2013, 16:10 Uhr] Wissen Sie wer gerade angerufen hat? Sie kommen niemals drauf. Nee, nicht der Teamleiter Kundendienst, der mich ja eigentlich anrufen wollte. Viel genialer. Der Peugeot Kundendienst. Am anderen Ende der Leitung ein junger Mann. "Waren Sie denn mit dem Besuch in der Peugeot-Werkstatt zufrieden?" Schock. Wie bitte? Ich denk, ich hör' nicht recht. Scheinbar wurde nichts zu dem Ärger, den ich nun schon seit der vergangenen Woche wegen der Reparatur habe, im System hinterlegt. Oder einfach nicht korrekt. "Ähm, erstmal bin ich nicht zufrieden, nein", gebe ich dem jungen Mann freundlich als Antwort. Pause. Betroffenes Schweigen. Ob er denn nicht wissen wolle, weshalb ich unzufrieden bin, frag ich. "Oh, ich dachte, wir belassen das jetzt dabei", sagte er. Was? Wie? Warum dabei belassen? Ich glaub, bei ihm im Call-Center muss es heute Nachmittag besonders heiß sein. Wie erklärt man sonst so eine Aussage? Naja, er klang ja ganz nett. Und vermutlich ist er ein unterbezahlter Student der auf die Kohle angewiesen ist. Ich hab' ihm kurz geschildert, was passiert war und das man sich bei der Peugeot Commerce GmbH in Wiesbaden-Schierstein bemühen wolle, mich wieder zu besänftigen.

Ich bin immer noch gespannt, wann Herr W. mich anruft. Für den Fall des schlimmsten Falles (die 550 Euro müsen gezahlt werden) liegt hier schon die Telefonnummer des Pressesprechers von Peugeot Deutschland auf dem Tisch. Und die des ADAC - mich interessiert doch brennend, was die zu meinem meinen "Garantie-(Un)Glücksfall" sagen...

Der "gelbe Engel" an meiner Seite

[Mittwoch, 24. Juli, 14:20 Uhr] ADAC angerufen. "Das von Ihnen geschilderte Schadenbild und die Rückrufaktion passen zusammen!" Danke, genau das wollte ich doch hören. Recht haben und Recht bekommen sind zwar zwei paar Schuhe. Die Aussage des "gelben Engels" ist aber trotzdem hilfreich für meine Argumentationskette. Ich hab' dann auch sofort versucht, Herrn W. ans Telefon zu bekommen. Hat leider nicht geklappt. Man sagte mir, er sei beim Arzt. Von mir aus: Gute Besserung. Donnerstag ist ja auch noch ein Tag. Und wenn ich es nicht schaffe, Peugeot davon zu überzeugen, dass der Anlasser-Defekt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Rückrufaktion verbunden ist (meint ja jetzt auch der ADAC) will sich mein "gelber Engel" beim Direktor Marketing und Kommunikation von Peugeot Deutschland melden. Die kennen sich wohl. Er schickt, wie er sagte, regelmäßig Mails dorthin.

Größere Räder drehen

[Donnerstag, 25. Juli, 11:20 Uhr] Eben gerade Herrn W., übrigens immer noch Teamleiter Kundendienst, angerufen. Aus Schierstein nix Neues. War nicht anders zu erwarten. "Unser Serviceleiter bemüht sich", hat der Herr W. gesagt. "Hätten wir etwas erreicht, hätten wir Sie doch angerufen", hat der Herr W. gesagt. Ach! Echt? So wie die anderen Male, bei der mir ein Rückruf versprochen wurde? Ich bin aber auch ein Zweifler.

Mir reichts. Kontaktmann beim ADAC angerufen. Wird Zeit, größere Räder bei Peugeot zu drehen. Er stellt sich jetzt mal dem Direktor Marketing und Kommunikation von Peugeot Deutschland, Herr Sch., auf die Füße. Wobei: Auf die Füße stellen klingt übertrieben. Die beiden kennen und vertrauen sich. Dementsprechend respektvoll gehen sie miteinander um. Trotzdem: "Sowas kann beschleunigend wirken", hat der Herr vom ADAC gesagt. Sprich: Sch. wird sich an W. wenden und mal etwas nachbohren - zumindest in der Theorie. Aber ich als Student der Uni Mainz, der in sieben Semestern mit Theorien nur so zugeknallt wurde -, habe sie lieben gelernt. Mal sehen, wie es bei Peugeot Deutschland um die Praxis bestellt ist...

Die erste Mahnung

[19:00 Uhr] So. Arbeitstag ist rum. Endlich daheim angekommen. Arbeite zurzeit in der Südredaktion, Neu-Isenburger Presse. Passt doch: Soeben Post von Peugeot Commerce bekommen, von der Buchhaltung. Die sitzen wo? Richtig. In Neu-Isenburg. Da ist sie also nun, die erste Mahnung. Was für ein Verein ey! Ich muss mich grad echt bremsen, nicht ausfallend zu werden. Das Lustige: Auf der Rechnung, die die uns vergangene Woche geschickt hatten, standen überhaupt keine Überweisungsdaten drauf. Die haben nicht wirklich verlangt, dass ich nach der miesen Kundenbehandlung noch einmal auch nur meinen kleinen Zeh in deren Bude setz' und da Bar bezahle? Unverschämt. Frechheit. Skandal. Mahnkosten sind zwar keine drauf - trotzdem ist das eine absolute Sauerei. Ihre Kunden lassen die trotz der eigenen Fehler am langen Arm verhungern. Und wenn's um die eigene Kohle - die denen, wie ich finde, nicht mal zusteht -, sind die sofort dabei. Was soll man da machen? Lachen? Weinen? Aufregen? Ich bin einfach nur baff! Was für ein Laden...

[Freitag, 26. Juli, 11:10 Uhr] Frau V. von der Mahnstelle angerufen. Freundliche Dame. Dass Herr W. mir mündlich zusagte, ich könne die Rechnung liegen lassen, solange nichts geklärt ist, kam bei ihr nicht an. Sollte er das gesagt haben, könne sie einen Mahnstopp einleiten. Sie wolle das klären und mich zurückrufen. Und hey. Zum ersten Mal seit ich mit Peugeot in Kontakt stehe werde doch tatsächlich zurückgerufen. Danke, Frau V.! Sie meinte, sie habe den Mahnstopp veranlasst. Herr W. und der ominöse mir namentlich unbekannte Serviceleiter seien noch in der "Klärungsphase"! Ich frag' mich: Was gibt's da lange zu klären? Wenn die, wie man mir beiläufig auch mal sagte, anhand der Fahrgestellnummer prüfen können, ob mein Wagen in die Rückrufaktion fällt, dann sollte das doch nicht so lange dauern, oder? Die Nummer haben die chon, seit mein 107er am 8. Juli bei denen eingeschleppt wurde.

Toll aber auch der Satz von Frau V., dass bei jeder Mahnung gleichzeitig eine Mitteilung mit den gemahnten Kunden an die Commerce-Center gingen. "Wenn man diese Mails mal lesen würde, hätten die auch Ihren Namen gesehen, Herr Waldschik. Und ich hätte mir 1,10 Euro Port gespart", sagte sie. Intern scheint die Kommunikation also auch nicht zu laufen. Am besten war aber: "Ich soll Ihnen von Herrn W. ausrichten, wenn die Sache geklärt ist, werden Sie schriftlich benachtichtigt." Das muss mir die Dame von der Mahnstelle sagen? Ist Herr W. nicht Manns genug, mit seinen Kunden selbst in Kontakt treten? Was für ein Armutszeugnis, oder?

Achja: Ich wollte übrigens Herrn Sch. - Sie wissen: Direktor Marketing und Kommunikation Peugeot Deutschland - persönlich anrufen und detailliert den Fall schildern. Ich habe ihn auch erreicht. Zunächst fühlte er sich nicht zuständig. Dann meinte er aber, meinen Fall vom ADAC bekommen zu haben. Schildern konnte ich ihm die ausführliche Version nicht. Er habe nur noch zwei Minuten Telefon- und Internetanschluss. Er sei mit dem Büro (der Filiale?) gerade mitten im Umzug und die Möbelpacker stünden ihm im Nacken. Er brauche die Fahrgestellnummer, sonst ginge gar nichts, meinte er zuerst. Hallo? Die liegt in der Werkstatt seit dem 8. Juli vor. Wäre es so einfach zu überprüfen, warum dauert der Akt so lange? Dann meinte er, als Direktor Marketing und Kommunikation sei er nicht zuständig. Erst als ich von meinem Blog erzählte, sagte er: "Achso. Ja den Fall habe ich gestern bekommen und an den Kundenservice weitergeleitet." Na danke. Wie die arbeiten, bekomme ich schon seit einiger Zeit zu spüren.

Die nächste Woche bricht an

[Mittwoch, 30. Juli, 15:30+16:30] Immer noch nix gehört. Hätten die Mühlen im Mittelalter ebenso langsam gemahlen - die Menschen wären schlichtweg verhungert. Hab' denen nochmal zwei Mails geschickt. Eine an Herrn Sch., die andere an Peugeot Commerce Wiesbaden-Schierstein zur Weiterleitung an Herrn W. - seine im Netz angegebene Mailadresse scheint nämlich ganz offensichtlich nicht zu funktieren. Bei meinen direkten Kontaktversuchen erhielt ich eine Fehlermeldung. Pfff! Schreib ich Cleverle halt über die im Impressum angezeigt info@...-Mail. Diesmal muckt der Mailer-Demon nicht! Was ich geschrieben habe? Ich hab' mich beklagt, dass ich immer noch keinen Rückruf bekommen habe. Und als Beweis, dass ich tatsächlich einen wohlwollenden Blog verfasst hatte, gab's den Link für Sch. und W. zum Nachlesen direkt dazu.

Bin ich hartnäckig? Penetrant? Ist es richtig so, wie und was ich gerade tue? Wissen Sie, meine lieben Leser, ich will mich doch überhaupt nicht um die Zahlung der Reparatur drücken. Wenn entschieden wird, dass wir zahlen müssen, dann ist das so. Deshalb: Ich habe nie meine Position als Journalist ausnutzen wollen, um eine bevorzugte Behandlung zu bekommen. Ich habe Peugeot auch nie die Pistole auf die Brust gesetzt á la "Seid kulant oder ich schreibe einen bösen Artikel über Sie!" Das wäre unprofessionell und schlichtweg Erpressung.

Aber wissen Sie, worüber wir hier eigentlich die ganze Zeit reden? Außer schlechten Service am Kunden! Laut meiner Rechnung geht es um 30 Minuten Fehlersuche und 60 Minuten Anlasser-Austausch. Der Anlasser, der eingebaut wurde, war nicht einmal neu, sondern als "Austauschteil" angegeben - also vermutlich ein altes Ding, dass generalüberholt wurde. Dazu kommt dann noch die Abschlepprechnung. In der Summe 550 Euro. Für Peugeot, meine ich, kein riesen Aufwand. Für mich als Kunde: Eine Menge Geld. Zumal: Die Aussage der Dame, "Das geht auf Garantie. Da gab es eine Rückrufaktion" muss ja irgendeine Basis gehabt haben - einen Zettel, eine Notiz, irgendetwas, weshalb sie mir das am Abholtag sagte. Sie saugt sich das ja nicht aus den Fingern. Wie gesagt: Die Rückrufaktion für meinen 107er, Erstzulassung 2007, gab es ja nachweislich. Selbst der ADAC meint, Schadenbild und Rückruf passen zusammen. Bedenk ich nun noch meine Hinterher-Telefoniererei brennt mir die Frage unter den Nägeln: Was braucht es denn noch alles, dass sich das Unternehmen mir gegenüber kulant zeigt und seine Fehler einsieht?

[Mittwoch, 31. Juli, 14.24] Handy dudelt. 0611 92... Die Nummer kenn ich doch. Das ist doch... Spannung steigt. Ich geh ran. Herr W. ist am Ende. Also, am anderen der Leitung. Die Rechnung (Einzahl!) wird übernommen, sagt er. Schön. Danke. Freu ich mich. Warum ich nicht in Jubelstürme ausgebrochen bin? Ich war einfach zu müde vom Kampf mit den "Löwen". Ich sagte noch, ich wolle die Bestätigung schriftlich. Jaaa, das ginge ja nicht so leicht. Häh? Wieso? Egal. Er will es machen. Prima. Dann such ich schonmal den Rotstift für den Haken. Haken? Ich wollte den an die Sache machen. Und Peugeot?

Ich brech ab vor Lachen

[Freitag, 2. August, 17:20+15:30] Peugeot Kundenservice Köln ruft an. Leute! Was ist denn jetzt schon wieder? Netter Kerl am Telefon. Freundlich. Ruhige Stimme. Er wollte mir mitteilen, dass die Rechnung (Einzahl!) inHöhe von gut 460 Euro storniert wird. Moment! So nicht. Da war doch noch was. Die Abschlepprechnung, um genau zu sein. Knapp 70 Euro. Was ist damit? Ja, sagt der junge Mann. Das wisse er auch nicht. Eigentlich würden in Falle einer Kostenübernahme laut der Peugeot-Garantiebestimunngen alle Kosten übernommen. Sagt ER. Kein Ding. Ich wollte nicht diskutierenHab' mich auch nicht aufgeregt. Der Typ war cool und macht nur seinen Job. Er ruft mal Herrn W. an und meldet sich umgehend. Hat er auch gemacht. Allein darüber habe ich mich schon gefreut. Ich wurde von einem zweiten Mitarbeiter, der mich zurückrufen wollte, tatsächlich zurückgerufen. Allerdings: Er konnte leider nichts mehr klären, Herr W. sei schon im Wochenende. Sei ihm gegönnt. Warte ich halt - schon wieder.

[Montag, 5. August, 14:50] Eben ruft nochmal der junge Mann vom Peugeot Kundenservice aus Köln an. Nee, nicht um mir zu sagen, dass beide Rechnungen übernommen werden. Halten Sie sich fest! Er fragte mich doch tatsächlich, ob ich die Gutschrift über die 460 Euro schon auf dem Konto habe!? Ich hab dann nr noch gemerkt, wie sich mein Zwerchfell zusammenzog, und ich laut lachen musste. Ich habe mich gleich entschuldigt und meinte nur, es sei nicht wegen ihm. Er mache das echt toll, sei freundlich und und und. Aber wie man bei Peugeot nun auf die Idee komme, mir Geld zu überweisen, war mir schleierhaft. Ich hab ihm dann auch nochmal alles haarklein erklärt und das weder eine Zahlung von mir an Peugeot geflossen ist (HALLO, DESHALB KAM JA ERST RAUS, DASS BEI PEUGEOT COMMERCE ETWAS KOMISCH GEARBEITET WIRD!!!), noch dass man meine Kontonummer habe, für die Gutschrift. Was den jungen Mann sympathisch machte: Er musste - wenn auch etwas peinlich berührt - mitlachen, als ich ihm die Story in Kurzform erzählte. Was wäre wohl gewesen, wenn ich denen meine Kontodaten gegeben hättte? Kuddelmuddel is' da scheinbar doch eh schon genug.

[Dienstag, 6. August, 9:30] Anruf aus Wiesbaden-Schierstein bekommen. Ob ich denn die schriftliche Bestätigung vom Herrn W. anfang vergangener Woche nicht bekommen hätte. Nein, hab' ich nicht! Anfang der Woche hieß es ja auch noch, es sei unklar, was passiert. Sein Anruf kam ja erst Mitte/Ende der Woche. Ich habe jetzt um eine Bescheinigung gebeten, aus der klar und deutlich ersichtlich wird, dass beide Rechnungen übernommen werden. Die Dame am Telefon sagte (ich bilde mir ein, es war diejenige, die mir die Rückruf-Info gab), sie schicke mir die Bescheinigung umgehend zu. Ich bitte drum. Erstens, weil ich den Mist endlich vom Tisch haben will. Und zweitens, weil meine Finger wund vom Blog-Schreiben sind...

[Mittwoch, 7. August, 9:30] Als hätten sich die Ereignisse nicht schon genug überschlagen, werde ich nun sogar mit freundlichen "Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass alles erledigt ist"-Anrufen überhäuft. Eben 'nen Anruf aus Neu-Isenburg erhalten - der Dame, die den Mahnstoppp veranlasst hat. Alles sei ausgeglichen. Alles? Ja, alles! Und: Sie habe Herrn W. nochmal ausdrücklich gesagt, dass er mir das bestätigen soll. Er soll zu ihr gesagt haben, ich hätte schon zweimal Post bekommen. Das muss ich Herrn W. lassen. Gutaufgepasst und mitgezählt: Das erste Mal bekam ich die Rechnungen, beim zweiten Mal die Mahnung. Macht in der Summe: Zwei. Aber Bestätigungsschreiben? Naja, vielleicht, wenn ich heute Abend nach Hause komme und den Briefkasten öffne. Sie wissen ja: Aller guten Dinge sind drei. Und dann gäbe es auch ein...

...Happy End
 

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