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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Dank der Shellstudie weiß ich, wie junge Leute ticken. Ticken meine Kinder auch so? Gleich mal eine eigene Studie machen...

Papa werden ist nicht schwer, Papa sein dagegen sehr, heißt es im Sprichwort. Manchmal allerdings kann man mit einem gewissen Abstand zumindest darüber lächeln – als Vater von gleich drei Sprösslingen allemal. Und zumindest meine beiden „Großen“ sind in der Altersklasse, dass sie – Hurra! – in die neue Shellstudie fallen.

Ha, denn jetzt weiß ich, was diese jungen Leute so treiben, welche Vorlieben sie haben und was sie bewegt. Grund genug, meine „Beiden“ mal mit der Shell-Studie abzugleichen, die das Werte-Verhalten der 12- bis 25-Jährigen untersucht.

Also: 62 Prozent der Jugendlichen sind stolz, Deutsche zu sein. Um es klar zu sagen: Das ist meinen egal. Hauptsache: Warm und gut zu essen. Deshalb machen sie auch Urlaub in warmen Ländern und würden dort auch leben wollen.

Das Interesse der Jugendlichen an Politik steigt. 41 Prozent bezeichnen sich als entsprechend interessiert. Aber 69 Prozent meinen: Politiker kümmern sich nicht drum, was Leute wie ich denken. Ganz deutlich: Mein Sohn ist extrem politikinteressiert – liest viel, hört viel, sieht viel. Passt also wohl in's Raster, denn auch er verabscheut die etablierten Parteien. Töchterchen hat mit Politik nix am Hut – liest nix, hört nix, sieht nix. Na, immerhin 'ne 50-prozentige Trefferquote.

84 Prozent der Jugendlichen finden Respekt vor Gesetz und Ordnung wichtig. Na, Hossa! Nix mehr von der Aufmüpfigkeit aus den 70er und 80er Jahren! Doch! Beim Sohn ja! Der hat sogar manchmal Trouble mit der Justiz. Ich sage: Gottseidank! Weil er sich nicht einfach alles gefallen lässt. Das macht aber Töchterchen wieder wett, denn die wird im Staatsdienst ausgebildet.

Die Mehrheit der Jugendlichen gehört einer Glaubensgemeinschaft an. Ich interpretiere das so: Die zahlen freiwillig Kirchensteuer. Nee, das machen meine nicht! Die sind genauso wie der Papa mit der ersten Lohnabrechnung ausgetreten. Wäre ja noch schöner! 'Ne Zwangssteuer für die Kirche!

Die Jugendlichen nutzen das Internet vor allem, um Kontakte zu anderen aufzubauen und zu pflegen. Zwei Fünftel meinen, „dass man bei sozialen Netzwerken dabei sein muss, weil man sonst nicht mitbekommt, was die anderen machen“. Ha, geht meinen beiden am Gesäß vorbei. Der Sohn hat noch nicht mal 'nen Facebook-Account. Er kommuniziert lieber live-haftig. Kann ich gut verstehen, geht mir genauso. Und wir telefonieren oft. Sowas altmodisches aber auch!

Ach, nur so nebenbei: Im Schnitt sind die 12- bis 25-Jährigen pro Woche mehr als 18 Stunden aktiv online. 95 Prozent der Jugendlichen ist ein sicherer Job sehr wichtig. Aber weniger als die Hälfte hält Überstunden für wichtig, um „was zu werden“. Ich denke mal, da liegen wir wieder in der Mitte. Töchterchen im Staatsdienst – total abgesichert! Sohn freier Unternehmer – mit jeder Menge Risiko, vielen Überstunden und mehr Kohle! Tja, wahrscheinlich bringen die Überstunden doch auch ein bisschen. Aber immerhin!

Jetzt kommt das Beruhigende: Die Familie hat für die meisten Jugendlichen einen hohen Stellenwert! Mehr als 90 Prozent haben ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern!! Das sagen sie jedenfalls. Na, da sag' ich doch: Da gehören meine aber auf jeden Fall dazu! Und wie; und da bin ich stolz darauf.

Nur: Kinder wollen die meisten Jugendlichen keine. Nur noch 64 Prozent können sich eigenen Nachwuchs vorstellen! Na ja, da sind sicher gewisse Probleme mit den eigenen Eltern dran schuld. Das kennen wir doch auch: Früher haben die Eltern einen gestört, weil sie ohne anzuklopfen ins Zimmer geplatzt sind, und heute tun sie es mit ihren ständigen Überraschungsbesuchen. Tja, so ist das. Das erste Viertel deines Lebens versauen dir deine Eltern, das zweite deine Kinder. Im dritten tun sie sich zusammen, und im letzten Viertel wärst du froh, wenn da noch was wäre, wobei sie dich stören könnten!

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