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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Die Jugend klagt laut Studie über die Schule. Bei uns gab's auch Stress und Ärger. Aber wir kamen durch, auch mit sonderbaren Methoden...

So, jetzt ist mal wieder was rausgekommen: Deutsche Kinder sind im weltweiten Vergleich eher schlecht auf die Schule zu sprechen. Das ergab die Studie „The Children's Worlds“ der britischen York-University und der Schweizer Jacobs-Stiftung, für die 56.000 Kinder in 16 Ländern befragt wurden.

Kinder aus Deutschland, Südkorea und England gaben demnach am häufigsten an, dass sie nicht gern in die Schule gehen. Am liebsten gehen die Kinder in Algerien und Äthiopien in die Schule.

Nun gut, wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere: Lustig fand ich die Penne jetzt grundsätzlich auch nicht. Wenn ich an Mathematik oder Sport denke, seh' ich's heute noch mit Grausen. In beiden Fächern mit 'ner glatten 5 oder 'ner Gnaden-4 durch die Schule gerumpelt! Das war schon kein Spaß mehr. Besser wurde es erst in den höheren Gymnasiumsklassen; da konnte ich nämlich meinen späteren Schauspielerberuf schon in der Theater-AG schulen, und war damit auch noch recht erfolgreich.

Aber das scheint den heutigen Pennälern nicht so zu gehen: Je älter Kinder werden, umso mehr hadern sie mit der Schule. 62 Prozent der Achtjährigen gaben an, dass sie gerne in die Schule gehen. Das sind erheblich mehr als die Zehnjährigen, da waren's nämlich nur noch 52 Prozent. Bei den Zwölfjährigen waren's dann nur noch 42 Prozent. Die Alterskurve wurde in der Studie nicht weiter verfolgt, aber wir können das hier ja mal tun. Das würde bedeuten (jedes Jahr sind es 10 Prozent weniger): Bei den Dreizehnjährigen gehen dann nur noch 32 Prozent gern in die Penne, bei den Vierzehnjährigen 22 Prozent, bei den Fünfzehnjährigen 12 Prozent, bei den Sechzehnjährigen 2 Prozent….etc…blabla.

Tja, bis zum Abitur gibt's dann nix mehr zu zählen. Kleiner Vorschlag meinerseits: Schickt doch die schulüberdrüssigen Deutschen mal auf die Schulen in Algerien oder Äthiopien. Das muss ja da deutlich besser sein, wenn die dortigen Kinder da so gerne hingehen. Und vielleicht gibt's da ja auch nicht so viel Mobbing und Gewalt. Das beklagen deutsche Schüler nämlich auch ganz heftig; vor allem die Achtjährigen scheinen da besonders betroffen. Sie fühlen sich von Klassenkameraden ausgeschlossen (41 Prozent ) oder berichten von Gewalt durch andere Schüler (48 Prozent ). Gut, das gab es auch schon zu meiner Zeit, da hieß es nur noch nicht „Mobbing“. Es gab immer Stärkere und Schwächere, und auf die Nase gab's auch mal.

Allerdings: Es gab auch keine Umfragen! Wir mussten uns selbst durch die Schulzeit „schlagen“, und irgend ein Hintertürchen war auch immer da. Ich erinnere mich noch sehr gut an mein Mathe-Abitur. Da war ich komplett chancenlos und habe einen leeren Zettel abgegeben. Nur: Unser Mathe-Lehrer war ein Ass im deutschen Skatverband. Und er wollte so gerne mal gegen uns Schüler eine große Runde Skat spielen. Und das wiederum konnten wir aus dem Eff-Eff. Da haben drei gegen einen gespielt. Und der gute Mann hat so was von verloren. Und der Preis der Aktion war: Eine Gnaden-Vier für den Herrn von Loefen. Gewonnen!!

Heute würde man vielleicht sagen, wir haben den Lehrer „gemobbt“. Aber keiner, auch der Lehrer nicht, hat das damals so empfunden. Also, liebe Schüler, bitte nicht so weinerlich! Es gibt auch heute immer wieder Schüler-Vorbilder. Um im Geschichtsunterricht zu punkten, hat ein Vierzehnjähriger in Österreich vor ca. 2 Wochen eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg in die Schule mitgebracht. Statt ein Lob zu bekommen, droht dem Jugendlichen nun eine Anzeige nach dem Waffengesetz. Das Mitbringsel hatte nämlich einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Entminungsdienst ausgelöst. Aber immerhin: 700 Kinder hatten so vorübergehend unterrichtsfrei. Da gab's dann ganz sicher nix zu klagen!

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