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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Manche Eltern sind grausam. Die Vornamenslisten der Standesämter belegen das Jahr für Jahr. Stimmt's, Schnuckelpupine?

Namen sind Schall und Rauch…

Da wundern sich Peter und Rainer: Mit der Migration nach Deutschland wächst auch die Namensvielfalt. Denn ausländische Vornamen werden jetzt auch gerne schon mal eingedeutscht; oder ganz einfach falsch ausgesprochen und dann verdreht. Ein Mordsspaß! Außerdem wollen immer mehr deutsche Eltern möglichst ausgefallene Namen für ihre Sprösslinge, und das schafft wiederum Verwirrung.

Jedes Jahr werden derzeit in Deutschlands Standesämtern 1000 (tausend) Vornamen eingetragen, die es hierzulande vorher gar nicht gab. Die Uni Leipzig unterhält deshalb seit den 60er Jahren eine Namensberatungsstelle; und wer wüsste besser über deutsche (und andere) Namensgebung Bescheid als die!

Allein 2014 registrierten die Forscher 41.514 unterschiedliche Vornamen. So ganz neu sind die Namen aus dem arabischen, türkischen, kurdischen oder persischen Raum in Deutschland aber auch nicht mehr. Schließlich stammen viele Kinder von da aus Familien, die in den vergangenen Jahrzehnten hier eingewandert sind. JASMIN zum Beispiel ist ein alter persischer Name, der mittlerweile auch als deutscher Name durchgeht. Nicht durchgegangen sind bei den Behörden die folgenden Kracher: Superman, Wikileaks und Waldmeister wurden als Kindernamen nicht anerkannt. Schade eigentlich. Denn die dazugehörigen Kurz-Rufnamen wären sicherlich der Hit: Überflieger, Wicki und Bowle kämen bestimmt gut.

Aber dann gibt's ja noch die Kracher, die tatsächlich durchgegangen sind – man lese, höre und staune: Xantippe, Anakin, Meymar, Sequoia, Godsgift, Buckminster, Schnuckelpupine, Prinz-Gold – alles das sind Namen, die kürzlich auf deutschen Geburtsurkunden erfasst wurden. Die dazugehörigen Kurzformen mag sich jetzt jeder selbst ausdenken. Aber ich könnte auch mit Herbert und Günther leben oder mit Karl oder mit Fritz oder mit Michael. Aber mit dem leb' ich ja, ist ja mein eigener Name.

Die Hessen haben mit ihrem Dialekt übrigens ganz andere Namensprobleme, wie ein abgefangener Funksprechverkehr aus dem hessischen Weltraum zeigt: - Gehmerhie 5, Gehmerhie 5, bitte melden, hier Bodenstation Bembel 1. - Hier Gehmerhie 5 an Bembel 1, alles Roger. - Start klar, Countdown läuft, ten, nine, eight, seven… - Moment emal, Bembel 1, ich kann kein französisch. - Des is englisch, Roger. - Ich heiß net Roger, ich heiß Günther. - Ja, Günther, wir wissen des, alles, Roger, Günther, wir zählen auf deutsch. - Alles Bembel, Roger. - Des heißt: Alles Roger, Bembel Günther. - Nein, ich heiß´ net Bembel Günther. Günther ist der Vorname. Günther Höhl, Höhl, ist des Roger? - Hier Possmann 1 an Bembel 1. Was ist denn los mit Euerm Start? Ich bin hier in Schwierigkeiten. Ich flieg´ grad durch en Hämmorrhoidenschwarm und mein Haklefeutchtschirm klemmt, verstanden, Roger? - Ich heiß´ Günther.

So, und diesen Dialog übersetzen Sie jetzt bitte ins Arabische! Alles Roger?

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