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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Die gesetzliche Krankenkasse und ich: eine Abrechnung!

Liebe meine Krankenkasse (nicht privat ),

könnte es sein, dass Du Dich in letzter Zeit ein wenig verunsichert fühlst, denn meine Ärzte zählen mir nur noch auf, was sie alles nicht mehr verschreiben dürfen? Okay, es gibt grausame Nachrichten wie diese hier: „Die Europäer leben immer ungesünder – Weltmeister im Trinken und Rauchen!"

Zugegeben: Klingt nicht gut. Also zunächst die Fakten. Eigentlich ist Europa der Kontinent mit der höchsten Lebenserwartung. Aber Alkoholkonsum, Rauchen und Übergewicht bedrohen nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO ) die Lebenserwartung der Menschen in Europa. Zitat der WHO-Vertreterin Claudia Stein: „Wenn die Raten beim Rauchen und beim Alkoholkonsum und bei der Fettleibigkeit nicht zurück gehen, könnten wir die erzielten Gewinne bei der Lebenserwartung aufs Spiel setzen.“ 

Na gut; in Frankreich beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung immer noch 82 Jahre. Und dabei qualmen die Franzmänner doch wie blöd. Und ihren Rotwein trinken sie doch auch täglich. Und dafür sind 82 Jahre doch ein schönes Alter… Wo liegt dann das eigentliche Problem? Übergewicht!

58,6 Prozent der Europäer sind mittlerweile übergewichtig oder gar fettleibig! Damit liegen sie nur knapp hinter den Werten in Amerika, wo die weltweit höchsten Übergewichtsraten verzeichnet werden. Die Fettleibigkeit hat sich seit den 80er Jahren verdreifacht und betrifft inzwischen schon 23 Prozent der Europäer ( und darin ist Übergewicht nicht enthalten). Zitat Frau Stein: „Diese steigenden Werte könnten zur Folge haben, dass die nächste Generation kürzer lebt als wir.“

Nochmals kurz ein paar Fakten und dann zurück zu Dir, liebe Krankenkasse: Auch wenn der Anteil der Raucher und Alkoholkonsumenten in vielen Teilen Europas zurück geht, trinken und rauchen Europäer immer noch mehr als die Menschen in anderen Weltregionen. Die nackten Zahlen: Europäer trinken im Schnitt pro Kopf elf Liter reinen Alkohol im Jahr und dreißig Prozent von ihnen rauchen! Wow, liebe Krankenkasse, da muss man natürlich auf Vorrat sparen und lieber erst mal weniger Medikamente bezahlen.

Ich will Dir das mal auflisten: Ich bin als Diabetiker seit Jahren recht gut eingestellt. Ich nehme jeden Tag:
3 x Diabetes-Mittel
2 x Bluthochdruck-Mittel
1 x Urologikum
1 x Schilddrüsen-Hormon
1 x Diclofenac geesche die Schmerze
1 x Magenmittel, um die ganze Tablette zu vertraache.

Ist nicht schlimm und klappt auch gut. Nur jetzt sagen mir die Ärzte, dass sie so viel nicht mehr verschreiben können und dürfen. Gut, den Diabetes-Krempel, den kriegen wir noch hin – einfach in ein Diabetiker-Programm! Aber den ganzen anderen Scheiß? Könnte ich mir vielleicht selber kaufen, wenn ich nicht für jeden Kack ein Rezept bräuchte – am besten noch immer vom jeweiligen Facharzt. Und jetzt, liebe Krankenkasse habe ich eine 1a-Meldung für Dich:

Ich kaufe mir den ganzen Krempel hier in meiner Zweitheimat Zypern!
1.  Kostet alles nur ein Drittel von dem in Deutschland.
2.  Kriege ich alles rezeptfrei auf den Tisch.
3.  Wenn ich in größeren Mengen einkaufe, hab´ ich den Flug wieder raus.
4.  Im Zweifelsfall muss ich einfach hier bleiben, weil Deutschland dann für ältere
Leute nicht mehr finanzierbar ist.

Das habt Ihr wohl so gewollt. Zitat aus einem meiner Bühnenstücke: „Die wolle uns halt nach em Eintritt ins Rentenalter möglichst schnell aus de Welt habbe…“ Und noch die allerbeste Nachricht zum Schluss: KIPPEN UND ALKOHOL SIND HIER AUCH BILLIGER! Und das ist ja wohl die Hauptsache.

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