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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Hossa, ich bin der Ärzte-König. Ich bin der längste Warter - auf einen Kassenarzt-Termin beim Hautarzt.

Ich hab's geschafft. Ich bin der längste Warter - auf einen Kassenarzt-Termin beim Hautarzt. Ich wollte es eigentlich auch gar nicht glauben. Aber es ist so: In 95 Tagen (in Worten: fünfundneunzig) habe ich einen Termin beim Hautarzt bekommen; in einer Friedrichsdorfer Praxis. Ist das nicht obergeil? Ich habe wenigstens einen. Ob mein Hautkrebs so lange warten kann? Wir werden es sehen und erleben. Spannend! Und da lieg ich nun erfreulich über den gängigen Werten.

Die Benachteiligung von Kassenpatienten bei Fachärzten ist ja nix Neues. Mit im Schnitt 27 Tagen Wartezeit warten wir Kassen-Ochsen nochmals eine Woche länger als im Jahr 2013. Und Hautärzte lassen ihre Kassenpatienten von allen Fachärzten am längsten auf einen Termin warten.

Nur: Was habe ich da falsch gemacht? Denn 27 Tage und 95 Tage sind ein geringfügiger Unterschied. 370 Facharztpraxen in Hessen wurden in der bekannten Befragung auf Anregung der grünen Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche gecheckt. Am schnellsten bekommen Kassenpatienten demnach einen Termin in Frankfurt. Wartezeit durchschnittlich dort 17 Tage. In Fulda liegt die Wartezeit mit 41 Tagen schon deutlich höher. Offenbach und Wiesbaden liegen mit 22 und 21 Tagen im Mittelfeld.

Ja, hat denn überhaupt keiner in Friedrichsdorf mal nachgefragt? So ein Spitzenwert darf doch nicht unerwähnt bleiben. Damit katapultiert sich Friedrichsdorf doch hessenweit an die einsame Spitze. 95 Tage Wartezeit auf einen Hautarzt-Termin. Das wäre doch was für die Tagesthemen! Oder eine Superfrage bei „Wer wird Millionär?“! Das glaubt doch kein Mensch. Am 7. Juni für einen Termin nachgefragt und am 10. Oktober einen bekommen.

So, und jetzt rechnen wir das mal anhand einer anderen Studie praktisch durch. Nach einer Untersuchung der Krankenkasse DAK gehen hessische Frauen öfter zum Arzt als Männer und sind auch häufiger krank geschrieben. Frauen seien im Schnitt siebenmal pro Jahr beim Arzt, Männer lediglich viermal. Während Männer öfter unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten, seien es bei Frauen mehr psychische Erkrankungen und Krebsleiden. GENAU! Hautkrebs!

Nur mal angenommen: Eine normale Friedrichsdorfer Frau hat beginnenden Hautkrebs und geht wegen dieser Erkrankung in einem Jahr siebenmal zum Arzt. Also, sie will gehen; hat dann aber aufgrund der besonderen Friedrichsdorfer Situation in diesem einen Jahr 665 Tage Wartezeit. Und da hat sie ein Problem. Gell, jetzt müsste man rechnen können. Denn, auch diese statistische Untersuchung kann demnach gar nicht stimmen. Oder hat man auch da Friedrichsdorf einfach weggelassen? Aber, das kann ja gar nicht sein. Friedrichsdorf ist doch Spitze! – in der Gesamt-Scheiße.

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