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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Nirgends ist es schöner als im Internet. Auch im Urlaub surfen die Deutschen wie wild - und schauen sich dabei ihren Urlaubsort an!

Sommer, Sonne, Sand und……Rechner

Das Internet spielt auch bei der Planung des Urlaubs mittlerweile eine entscheidende Rolle. So sagen zwei von drei Bundesbürgern (65 %), dass sie sich im Vorfeld einer Reise in der Regel online über ihr Reiseziel informieren. Die Media Control GmbH hat dafür 1382 Verbraucher im Alter von 14 bis 60 Jahren befragt. So weit – so gut.

Was passiert aber, wenn die Damen und Herren an ihrem Urlaubsziel angekommen sind? Dann interessieren sie sich doch nur noch für Land und Leute – oder? Weit gefehlt! Denn diese Umfrage hat noch etwas anderes, weit Dolleres zu Tage gefördert. Die Internet-Nutzung auch während des Urlaubes nimmt rasant zu.

Fast 83 Prozent der Deutschen (also eigentlich alle ) wollen demnach in den Sommerferien nicht auf das Surfen im Web verzichten; übrigens 10 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Im letzten Jahr lagen dabei die Damen ganz vorne mit satten 74 Prozent Nutzern. Die Männer kamen nur auf schlappe 71 Prozent. Dieses Jahr haben die Männer aufgeholt und liegen mit 82,8 Prozent sogar vor den Damen mit 82,4 Prozent.

Frauen nutzen das Netz übrigens fast ausschließlich privat, während die Herren der Schöpfung angeblich auch im Urlaub arbeiten müssen – ha,ha,ha – fällt dann wenigstens nicht so auf, wenn sie am Pool Skat oder Backgammon spielen. Nur, was machen die da im Netz?

Also, die Studie nennt die mit Abstand am häufigsten genannten Anwendungsfälle: 1. E-Mails schreiben oder lesen.
2. Wettervorhersage prüfen (ich denke mal, am besten im Stundenrhythmus )
3. Ausflugstipps, Restaurantempfehlungen oder Ähnliches
4. Infos über den Urlaubsort suchen. Hossa!

Bei Punkt 4 wird's besonders interessant. Da hängen die Herrschaften im Liegestuhl am Pool stundenlang ab, und begucken sich per Video das, was sie jetzt eigentlich live sehen könnten. Und in der zweiten Woche machen sie dann einen Pauschal-Ausflug zu der Burg, die sie im Netz schon auf Stein und Fuge geprüft haben. Vor dem Abendessen schauen sie sich dann die Krabben und Meeresfrüchte noch mal auf dem Schirm ein paar Stündlein an, die es abends auf dem Buffet ohnehin nicht gibt, weil zu teuer. Und die empfohlenen Restaurants sind meistens zu weit weg, oder der Taxifahrer kennt die Dinger gar nicht. Das Wetter ist sowieso wie es ist – aber das kann ich ja dann den Lieben zu Hause ganz schnell mal schreiben.

Mal ganz ehrlich: Nehmt doch einfach die festen Schuhe und geht mal'n bissel raus ins neue Land. Und mit Englisch geht's eigentlich immer. Wie? Ihr habt bei den Infos im Netz extra „Deutsch“ angeklickt und habt jetzt nicht den richtigen Durchblick? Alles klar: Morgen früh um 10 Uhr wieder am Pool zum gemeinsamen Surfen! Und wenn Ihr das wörtlich nehmt, dann schmeißt eure Rechner zusammen ins Wasser. Dann habt Ihr mehr vom Urlaub.

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