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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Unsere Kinder sind dem Untergang geweiht! Das halten Sie für übertrieben? Dann lesen Sie das hier...

Blubb-Blubb-und Tschüs…..
 
Die deutsche Jugend schwimmt nicht mehr; jedenfalls nicht mehr oben – im Wasser. Diese gefährliche Entwicklung mahnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an. Eigentlich sollte jedes Kind am Ende der Grundschulzeit schwimmen können. Für Schulen wird es allerdings immer schwieriger, Schwimmunterricht anzubieten. Schauen wir mal, warum…
 
Rund ein Drittel aller Grundschüler in Hessen kann nach Einschätzung von Experten gar nicht oder nur unsicher schwimmen. Zum einen gäbe es zu wenig Schwimmbäder, meint der DLRG-Vorsitzende Hessen, Thorsten Reus. Schulklassen müssten zum Schwimmunterricht immer weiter fahren, da bliebe für die eigentliche Schwimmzeit von einer Doppelstunde nur eine halbe Stunde. Außerdem würden durch die Entfernungen die Buskosten für die Schulen steigen; da kämen viele Schulen nicht mehr mit. Das sagt der Vorsitzende des Verbandes der Lehrer (VDL) in Hessen, Jörn Leinberger.

Meine beiden lieben Herren!
In meiner Schwimm-Lernzeit Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war das Wort „Hallenbad“ für uns ein Fremdwort. Es gab nämlich schlicht und ergreifend keines. Und wenn doch, dann war's sehr weit weg. Und trotzdem konnte ich mit acht Jahren schon schwimmen. Und wo habe ich das gelernt? Im Rhein! In Worms, im Strandbad Fürst, beim alten Herrn Fürst. Der den Ton eines Generals hatte, bei dem es keine Widerworte gab, und der uns Kinder einfach mit einem Bauchring an einer „Angel“ ins Tiefwasser gehängt hat. Da war's am Anfang mehr Strampeln als Schwimmen, aber das haben wir schnell gelernt. Denn immer wenn ein Frachtschiff vorbei fuhr, gab's größere Wellen; und dann bekam man die dreckige ölige Rheinbrühe in den Hals. Hat nicht unbedingt lecker geschmeckt. Da war in einer Saison das Freischwimmer-Abzeichen erledigt. Und im nächsten Sommer kam das Fahrtenschwimmer-Plakettchen. Nur mal so als Beispiel.

Es gibt auch heute noch Flüsse und Badeseen ohne Ende, aber da wollt oder dürft Ihr mit den Bälgern wahrscheinlich nicht hin. Kann ich insofern verstehen, da man dann für zwei Kinder mindestens eine Lehrkraft braucht. Aber mal ehrlich: Ist da nicht auch ein bisschen Zimperlichkeit dabei? Und ein Freibad tut's ja vielleicht auch mal.
 
Zurück zu den Fakten: Schon vor einigen Jahren sei in einer Umfrage festgestellt worden, dass etwa die Hälfte aller Zehnjährigen sich nicht über Wasser halten könne, so Reus. „Die Schwimmfähigkeit der Deutschen hat im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren abgenommen“, so Martin Holzhause, Sprecher der DLRG-Zentrale in Hannover. Na und? Wer nicht will, der hat schon! Und so teuer ist ein Schwimmkurs nun auch nicht, dass er nicht irgendwann in der Kindheit absolviert werden könnte. Wenn ich da so manches Smartphone in den Händen des Nachwuchses sehe…

Und da sind wir ja schon wieder beim Thema: Denn nach Ansicht von Herrn Reus sind viele Kinder heute körperlich weniger fit als früher. Zitat: „Sie haben eine andere Erfahrung mit Bewegungen und haben weniger Ausdauer. Sie sind eher mit der Fernbedienung und mit dem Handy unterwegs.“ Wieder: Na und? Dann soll´n sie doch mal gucken, ob das Smartphone sie aus dem nächsten Teich rausholt, in den sie fallen.

Wer im Leben die Basics nicht lernen will, weil er lieber spielen will, der hat halt Pech gehabt. Diese Basics haben nämlich auch was mit Überlebensfähigkeit zu tun. Genau wie im Tierreich. Also: Alle Aufregung umsonst.

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