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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Frankfurt ist der Horror: überall Baustellen, Staus, Parkplatznot. Zum Glück ist das Beste an Frankfurt eh sein Umland.

Frankfurter Baustellen

Diesen Monat leiden die Frankfurter – und genau genommen nur die Frankfurter! Sie leiden nämlich unter vielen Großbaustellen mitten in der Stadt. Und dadurch kommt es zu Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr sowie im Straßenverkehr. Gebaut wird eigentlich immer. Nur: In den Ferien legen die Stadt und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt gerne noch eine Schippe drauf. Denn in der Urlaubszeit sind bis zu 40 Prozent weniger Autos auf den Straßen. Und es könnten eigentlich noch viel weniger sein.

Denn muss man wirklich mit dem Auto in die Stadt fahren, wenn uns folgende Baustellen-Schlagzeilen um die Ohren fliegen? „Eckenheimer Landstraße fordert Geduld heraus“ „Mainzer Landstraße beeinträchtigt den Verkehr“, „Theatertunnel bleibt bis November dicht“. Darüber hinaus: In der Hedderichstraße in Sachsenhausen werden Gleisbauarbeiten durchgeführt. Auch in der Textorstraße gibt es dann eine Vollsperrung. In der Gerbermühlstraße werden bei Vollsperrung Kanalschäden behoben. In der Hansaallee wird bei Vollsperrung eine Fernwärmeleitung gebaut. Aber: In Ginnheim nur eine Teilsperrung wegen Deckenerneuerungsarbeiten in der Hügelstraße – also auf nach Ginnheim. Oder auf die Hanauer Landstraße! Denn hier gibt's ebenfalls nur eine Teilsperrung, weil eine Stromtrasse verlegt wird. ODER: Wir lassen das mal ganz mit Frankfurt!

Okay, als dort arbeitender Zeitgenosse fahre ich ohnehin mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Und die Auswärtigen? Die bleiben eben einfach mal weg! Denn was wollen die eigentlich in Frankfurt? Überlegen wir mal: Die Parkgebühren in Frankfurt sind hoch. Die Eintrittspreise der Städtischen Bühnen mittlerweile saftig. Der Palmengarten kostet mehr. Die Museen haben auch höhere Preise aufgerufen. Die Schwimmbäder greifen den Kunden auch tiefer in den Säckel. So weit, so gut!

Bleibt die Frage: Muss es denn immer Frankfurt sein, wenn ich ausgehen möchte oder schwimmen möchte? – Nein ! Es gibt mittlerweile im Umland günstigere und bessere Möglichkeiten! Theater: Nach Bad Homburg oder Darmstadt ist man – sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln – in einer knappen halben Stunde gefahren. Und das Kulturangebot in beiden Städten ist ansehnlich.

Zum Einkaufen braucht man schon gar nicht nach Frankfurt. Wer will sich denn – etwa in der Vorweihnachtszeit – in den Stau vor den Frankfurter Parkhäusern stellen, wenn er das gleiche Angebot auf der grünen Wiese im Einkaufzentrum genauso haben kann, oft noch mit kostenloser Parkmöglichkeit. Ich müsste doch mit dem Klammersack gepudert sein, wenn ich mich durch die Frankfurter Innenstadt quäle, nur für ein Unterhaltungsangebot, das woanders ebenso existiert. Ein Palmengarten ist nicht existentiell lebensnotwendig. Einfach nicht mehr hingehen, wenn's zu teuer ist! – Gestrichen! Am Zoo kriegt man ohnehin selten einen Parkplatz! Soll ich mein Kleinkind (25 kg ) durch die halbe Stadt schleppen? – Gestrichen! Woanders gibt's auch Zoos! Da wird gejammert und gejault – aber meist ohne Konsequenz. Zeigen wir doch unseren Stadt-Strategen, dass wir ihre Angebote gar nicht brauchen. Verweigern wir uns ihrer Park- und Verkehrssituation! Gehen wir einfach nicht mehr hin! Lassen wir Frankfurt den Frankfurtern!

Und, liebe Frankfurter, wenn Ihr uns in den umliegenden Gemeinden mal besuchen wollt, auf geht's! Ihr werdet sehen, es ist in der Peripherie sehr schön, und vieles ist einfacher, zum Beispiel das Parken.

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