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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Die große Weihnachtsmär: Oder warum Psychologen jetzt auch unterm Christbaum Kinderseelen gefährdet sehen.

Ja Potzblitz, der Weihnachtsmann ist schädlich...

... für die Kinder, die daran glauben. Nämlich dann, wenn sie ihren Glauben verlieren. Dann haben die Eltern gelogen! Also vorher! – Wer erzählt denn so etwas? Natürlich Psychologen! Die wahrscheinlich nicht genug zu tun haben! Eine andere Ursache kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Denn welcher gut beschäftigte Psychologe beschäftigt sich ernsthaft mit dem Weihnachtsmann?

Die Weihnachtsmann-Mär könne das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern in Mitleidenschaft ziehen, gaben kürzlich zwei Forscher im Fachblatt „The Lancet Psychiatry“ zu bedenken. Das Auffliegen der Lüge lasse sich letztlich nicht aufhalten: „Kinder finden alle irgendwann heraus, dass ihre Eltern unverfroren über Jahre hinweg eine Lüge aufrecht erhalten haben“, schreiben Christopher Boyle von der Uni Exeter in Großbritannien und Kathy McKay von der Uni New England in Australien.

Boyle und McKay zufolge stehen Kinder in solchen Situationen vor gleich mehreren Fragen: Wenn die Geschichte mit dem Weihnachtsmann gelogen war, wo haben Mama und Papa dann noch die Unwahrheit gesagt? –

Also mal ganz ehrlich: Als ich einst herausgefunden habe, dass es kein Christkind und keinen Weihnachtsmann gab, war ich stolz, dass ich nun endlich zum erlauchten Kreis der Eingeweihten gehörte. Niemals hätte ich daran gedacht, dass Mama und Papa mich angelogen haben; nein, charmant fand ich diese „Lüge“, und im Nachhinein auch kindgerecht.

Und als meine beiden – mittlerweile erwachsenen Kinder - das herausgefunden hatten, haben sie uns Eltern noch drei weitere Jahre in dem Glauben gelassen, dass sie noch an den Weihnachtsmann glauben; weil wir uns bei der Bescherung immer so riesig mit den Kindern gefreut haben. So rum geht's halt auch, liebe Psychologen, die Ihr gerne überall ein Problem seht.

Der Religionspädagoge Albert Biesinger hat übrigens vor einiger Zeit noch eine andere charmante Variante erläutert: „Ich erzähle Kindern, dass wir an Weihnachten den Geburtstag von Jesus feiern. Und weil Jesus ein so großes Geschenk von Gott an die Menschen war, haben Mama und Papa heute auch Geschenke für dich. Das Geschenk fällt nicht vom Himmel, das bringt auch nicht das Christkind durchs Fenster – das ist von Mama und Papa und anderen, die dich liebhaben.“ Na also, so rum geht's auch!

 

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