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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Wir Hessen sind Spitzenreiter: im Angst haben. Und wovor? Vor allerhand. Hier die Topliste...

Die Hessen sind SpitzeDie Hessen haben Angst… Jawoll! Nirgendwo sonst in der Republik haben die Sorgen der Bevölkerung stärker zugenommen als in Hessen. Der Angst-Index, den das Infocenter der R & V-Versicherung ermitteln ließ, ist hier um 25 Prozentpunkte auf 59 angestiegen; damit haben die Hessen nun die letztjährigen Befürchtungs-Spitzenreiter aus Sachsen-Anhalt auf Platz 2 verdrängt. Am sorgenfreisten sind – und das mit 40 Prozentpunkten – die Berliner.

Insgesamt nennt der Politologe Manfred Schmidt aus Heidelberg, der die repräsentative Befragung von knapp 2500 Deutschen ab 14 Jahren betreut hat, 2016 „das Jahr der Angst“. Nie in den bislang 25 Studienjahren hätten die Sorgen so klar zugenommen. Auffallend auch: Ängste aufgrund der politischen Entwicklungen beunruhigen die Bürger deutlich mehr als mehr als persönliche oder Umwelt-Risiken. So weit, so gut.

Dann schauen wir mal, was den Hessen so viel Angst einflößt; und wollen versuchen, das auch ein wenig zu relativieren.

1.
73 Prozent haben Angst vor Terrorismus – und das bedeutet ein Plus von 21 Prozentpunkten. Tja, diese Angst kann ich haben. Ich kann sie aber auch weglassen. Denn ob mein zarter Revuekörper irgendwo in die Luft fliegt, das liegt ohnehin nicht in meinem Ermessen. Und sterben muss ich sowieso. Gut, es wäre schön, wenn's nicht so weh tut. Aber das war's dann auch schon. Also weg mit der Angst!

2.
Vor politischem Extremismus haben 68 Prozent Angst. Ja, Leute, da hilft zu allererst mal „wählen gehen“! Und zwar richtig! Denn wer extrem wählt, ist ja auch schuld am Extremismus – wenigstens ein bisschen. Also diese Angst kann man sich selber nehmen.

3.
67 Prozent befürchten Spannungen durch den Zuzug von Ausländern. Ja, gut. Aber im Urlaub nach Antalya fahren, das geht ja auch. Oder noch weiter weg. Stellt Euch doch einfach vor, der Syrer von nebenan wäre der nette Rezeptionist in Eurem Hotel. Und mit einem Lächeln im Gesicht wird die Ähnlichkeit noch größer.

4.
Überforderung von Deutschen und Behörden durch Flüchtlinge befürchten weitere 66 Prozent. Moment mal! Deutsche und Behörden? Ist das denn wirklich das Gleiche? Ist ganz Deutschland eine einzige Behörde? Dann klappt hier bald gar nix mehr. Denn dass deutsche Behörden doch eher langsam bis überhaupt nicht arbeiten, das weiß doch jedes Kind. Also im Zweifelsfall selbst verschuldet.

5.
Und jetzt kommt der Hammer: 65 Prozent haben Angst vor Überforderung der Politiker! Ja, machen wir plötzlich die Augen auf? Jeder, der eine einzige politische Talk-Sendung im Fernsehen gesehen hat, bekommt die permanente Überforderung dieser Damen und Herren buchstäblich vor Augen geführt. Warum soll ich denn jetzt plötzlich davor Angst haben? Ist doch noch immer gut gegangen.

6.
Pflegefall im Alter zu sein ist für 57 Prozent der Horror. Für mich auch. Aber das liegt doch eigentlich nur da daran, dass unsere Familiensysteme nicht mehr funktionieren. Wenn Papa und Mama beide zwölf Stunden am Tag arbeiten gehen müssen, um ihr Leben und das ihrer Kinder, die sie ohnehin nicht mehr sehen, zu finanzieren, dann stimmt doch was Grundlegendes nicht. Ich denke mal, das haken wir unter Überforderung der Politiker ab.

7.
Schwere Erkrankung befürchten 55 Prozent. Klar, dieses Land mit seinen Strukturen macht krank. Aber dafür haben wir dann im Krankenhaus den freundlichen syrischen Arzt, der fleißig seine Doktorarbeit geschrieben hat, die der deutsche Student wegen Überforderung nicht mehr geschafft hat. Uns wird geholfen!

8.
54 Prozent fürchten einen Krieg mit deutscher Beteiligung. Ja, wie denn? Funktioniert doch nix bei der Bundeswehr! Die Hälfte aller Maschinen steht im Stall, weil Ersatzteile fehlen und die Gewehre schießen schief. So weit kommt's also erst gar nicht! Braucht man keine Angst vor haben.

9.
Steigende Lebenshaltungskosten. Davor haben 54 Prozent aller Hessen Angst. Ja dann ab zum Discounter! Ich sehe immer noch erstaunlich viele Hessen, die ins teure Fachgeschäft reingehen. Oder zum Marken-Supermarkt. Kann also so schlimm nicht sein.

10.
65 Prozent befürchten Kosten für Steuerzahler durch eine Schuldenkrise von anderen EU-Staaten. Ach Gottchen; die müssen doch im Zweifelsfall selbst mit ihrer Gammel-Wirtschaft klar kommen. War schon immer so. Und meistens hat's auch geklappt.

Bleibt die einzige und resultierende Frage: Warum sind unsere Politiker eigentlich überfordert? Leute, schaut Euch den Bundestagsabgeordneten in Eurem Wahlkreis an! Alles klar?

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