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Chef des Äppelwoi-Theaters: Äppelwois Ansichten

Von Leggings-Alarm über den Wolken! Und meine Socken sind für manche Fluglinie viel zu kurz!

Leggings á la Knigge

Ja, ist es denn die Möglichkeit? Da hat doch die Fluggesellschaft United Airlines zwei Mädchen den Zutritt zum Flieger verboten, weil sie Leggings trugen! Begründung: Der Reisestatus der Mädchen, die als Angehörige von Mitarbeitern der Airline Spezialtickets hatten und daher angeblich strengeren Kleiderregeln unterlagen als normale Passagiere.

Ein kluger Kommentar zu diesem „Vorfall“ kam von der Schauspielerin Patricia Arquette: „Leggings sind die Businesskleidung von Zehnjährigen. Ihr Business ist es, Kinder zu sein.“

Nun wäre mit diesem Satz eigentlich alles zum Thema gesagt, wenn wir nicht alle ab sofort alltäglich Angst haben müssten, bei ausgefallener Kleidung nicht mehr in den Flieger gelassen zu werden. Grund genug, sich mal Gedanken zu machen.

Die Lufthansa zum Beispiel hat folgende Stellungnahme abgegeben: Wenn Lufthansa-Mitarbeiter privat fliegen, erwartet die Airline einen gewissen Stil. „Sie sollten zurückhaltend und etwas dezenter gekleidet sein“, umschrieb ein Unternehmenssprecher die Erwartungshaltung. Ein ausgesprochener Freizeitlook solle vermieden werden.

Aha! Nun ist die Definition für „zurückhaltend“ und „dezent“ doch wohl jedem einzelnen überlassen. Wenn ich grundsätzlich in Dunkelrot rumlaufe, kann ja Rosa schon dezent sein. Und wer einmal im allabendlichen Geschäftsflieger von Wien nach Frankfurt saß, der weiß, wie unästhetisch die Ansammlung von langweiligen grauen Anzügen aussehen kann. Und wie grausam die Herren teilweise stinken, weil sie seit gefühlten 18 Stunden im gleichen Hemd mit gleichem Sakko rumlaufen. Und wenn dann einer noch seinen Handkoffer in die obere Ablage schiebt, dann lacht einem der Schwitzfleck unterm Arm doch geradezu entgegen.

Aber, liebe Airlines, da habt Ihr ja nix dagegen! Was sagt eigentlich der gute alte Knigge zu dieser Business-Kleidung? Ich habe mal nachgeschaut: Das klassische Business Outfit für den Herrn besteht aus Anzug mit Krawatte. Bei hohen Temperaturen sollte wert auf die Qualität des Stoffes gelegt werden. In einem Anzug aus hochwertiger Schurwolle muss niemand ins Schwitzen geraten. Die Dame trägt Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse. Bei hohen Temperaturen hat sich das klassische Etuikleid vielfach bewährt. Na gut, auch das ist Schwampfelmumpfel und sagt nicht wirklich was aus.

Gucken wir deshalb nochmals auf die Go's und No go's. Bei den Männern gilt: Anzugshosen mit richtiger Beinlänge (Hosensaum im Stehen etwa 0,5 bis 1,0 cm oberhalb des oberen Schuhabsatzrandes). Socken, lang genug, um den Blick aufs Bein zu vermeiden. Da darf ich dann schon nicht mehr in den Flieger, denn ich trage Kurzsocken, aber weiter: Ordentliche Frisur und ordentliche Rasur sind Pflicht. Okay, ich habe eine Glatze, aber was macht der Bärtige? Fährt der dann ausschließlich Bahn, oder was? Eine ordentliche Deodorierung verlangt Knigge auch. Tja, da müssten viele überparfümierte Damen aber vorher ordentlich unter die Dusche!

Aber anschließend müssen sie wieder in den Knigge gucken. Denn für die Dame gilt: Kostüm & Hosenanzüge sind ebenso Pflicht wie Feinstrumpfhosen,
dezentes typgerechtes Make-up, geschlossene Schuhe und gepflegte Hände und Fingernägel.

Also gut. Nur die No go's bei den Damen verstehe ich nicht. Sie dürfen nämlich nicht haben: Durchscheinende Blusen, Miniröcke und zu tiefes Dekolleté. Das finde ich jetzt wirklich schade. Aber es geht ja auch anders: Wir wechseln einfach die Airline! Wir setzen uns in einen Condor-Mallorca-Bomber. Da gibt's jede Menge zu gucken und zu genießen. Oder trösten uns in der LH-Business-Class mit einer anderen Knigge-Regel: „Die Kleidung hängt davon ab, welches Restaurant Sie ausgesucht haben. Bei McDonald's ist etwas anderes passend als in einem Gourmettempel.“

Und jetzt grübele ich ununterbrochen nach, wo's das bessere Essen gibt. Bei Lufthansa oder McDonald's?

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