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Frankfurt-Kennerin: Prinzessin vom Main

Von Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Ihr Kind: Gedanken zur Mutterschaft mit Karriere.
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„Als der Opa hier noch lag, sah das ganz anders aus. Das große Tor war auch noch nicht da“, sagt ein Mädchen hinter mir in der Straßenbahn zu ihren Freunden, als wir an der Uniklinik vorbeifahren. Ich denke kurz nach und versuche mir vorzustellen, wie oft sie ihren Opa wohl besucht hat.

Ein Krankenhaus ist ja ein Ort, den man nicht unbedingt auf der Liste ganz oben hat. Das geht ja oft ganz schnell, von einem Moment zum anderen können sich die Lebensbedingungen verändern.

Ich gehe ab und an mal in ein Krankenhaus. Es ist mir bislang vergönnt gewesen, meist nur Besucher zu sein. In meinem Freundeskreis höre ich oft von Problemen: Der eine kriegt keine Luft mehr beim Laufen, der nächste hat die Chemo am Laufen. Da tropft Chemie in den Körper, als gäbe es kein Morgen, aber es gibt zumindest Hoffnung. Bei beiden läuft's also oder auch nicht.

Hoffnung ist auch eine große Heilkraft, daher führe ich gerne Gespräche mit Kranken. Ich kann Hoffnung geben, Hilfe anbieten durch meine Worte. Und indem ich zuhöre. Meine Aufmerksamkeit als Geschenk. Ich bin zudem auch noch hübsch verpackt. Die Natur hat es gut mit mir gemeint, mir tut nichts weh, alles was ich brauche, ist an mir vorhanden, und ich habe nichts bis wenig zu meckern. Weh tut mir auch nichts. Ich kann es nur dankbar wiederholen. Nur der Kopp manchmal vom falschen Wein.

Vorhin habe ich im Radio einen Bericht gehört über Frauen, die über vierzig sind oder Mitte dreißig und nun schwanger werden möchten. Und was es da für Risiken und Probleme geben kann. Also, da kommt erst die Karriere, das Denken an das eigene Leben und die damit verbundene Freiheit oder Gefangenschaft in einer Firma X.

Mit fortgeschrittenem Alter verändert sich ja die Körperqualität und die verschiedensten Gifte lagern sich an allen möglichen Stellen im und am Körper ab. Dazu zählen ja auch Bekleidung mit ihren giftigen Inhaltsstoffen, Haarfärbemittel, Essen und die Drecksluft, die eingeatmet wird. Da hilft gegen das Altern wohl manchmal eine Creme von außen, aber nicht, wenn es um das Innere geht.

Da drin in diesem Gewölbe soll nun noch bitte ein Kind gesund heranwachsen, in diesem gealterten Körper mit all seinen Ablagerungen und Giftdeponien. Jede geschluckte Tablette, jeder getrunkene Schnaps etcetera ist nun auf der Minus-Liste. Das muss man erst mal verdauen. Ich finde das sehr schade.

Dass Frauen Karriere machen wollen verstehe ich ja noch, aber letztendlich um welchen Preis? Wenn ich Leben schenken möchte, dann ein Gutes. Der Wunsch jedes Elternpaares. „Das Kind soll es mal besser haben.“ Da genügt es auch nicht, sich plötzlich vegan zu radikalisieren und den Yoga-Kurs zu buchen. Man kann alles haben, aber nicht zu jeder Zeit. Man ist und war nicht in Balance, der Natur kann man nur bedingt ins Handwerk pfuschen, und nun muss das geplante Kind den ganzen Scheiß, den man selbst gebaut hat im Laufe des Lebens, ausbaden. Ist es wirklich wichtiger, Karriere zu machen, um irgendwann eventuell mal viel Geld zu verdienen? Und Opa? Den wird das Kind dann wohl nicht mehr kennenlernen dürfen. Okay, Prinzessinnen-Meinung.

Meine Mama war nur für mich da, wenn auch nicht lange, dafür aber intensiv. Ich konnte alles für mich lebenswichtige aufsaugen, gute Luft zum Atmen und viel Freiheit. Gesundes Leben, Essen und Bewegung, keine zuckerhaltigen Sachen, und Pickel hatte ich auch nie. Fleisch gab es keines, Religion auch nicht und keinen Zank oder böse Worte. Keine Ohrfeigen und keine Vorwürfe. Das merkt sich eine Kinderseele: Aufmerksamkeit ist ein Geschenk, das lebenslang hält.

Selbst ein Teddybär ist mal kaputtgestreichelt, abgerissene Ohren kann man wieder annähen und Knopfaugen auch. Aber Zeit, die kommt nicht mehr zurück. Man kann sie nicht einfrieren wie Buttergemüse. Nimm dir Zeit zur rechten Zeit. Überlege dir gut, was gut für dich ist und lebe nicht das Leben der anderen, denn sie leben weiter stets an dir vorbei, wenn dein Leben vorbei ist. Lebe jetzt, lebe hier und schiebe deine Wünsche nicht rum wie ein großes Möbelstück in einer zu kleinen Wohnung.

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