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Frankfurt-Kennerin: Prinzessin vom Main

Von Schein und Sein: Ein Reim auf Gier und Ignoranz und mein ironischer Auftritt im Pelz.

Die Welt im Westen kann drauf hoffen,
am Sonntag sind Geschäfte offen.
Wir können munter konsumieren.
Zuhause müssen wir nicht frieren.

Der Teller ist stets randgefüllt,
der Schrank mit Kleidern zugemüllt.
Das ist es, was uns gut gefällt,
wer denkt da an die dritte Welt?

Wir brauchen auch kein Wasser sparen,
wir tragen Schmuck auf Haut und Haaren
Wir haben stets mit Freud`und Kraft.
Das schlechte Gewissen abgeschafft.

Unser Ego parkt im Schatten,
wir geben Geld aus, das wir nie hatten.
Konsolen, Handys, Eigenheime
An allem kleben Krankheitskeime.

Dafür gibt es auch keine Heilung hier,
denn unsere Krankheit, die heißt: Gier.
Dekadent mit teurer Yogamatte,
in der Hand die Starbucks-Latte

stiefelt man mit dickem Fell
begleitet stets von Mopsgebell.
Ein Rassehund, der Mantel trägt
Und sich im Bett zum Schlafen legt.

Obdachlos sitzt unser Hirn
Aufgestylt in teurem Zwirn
Unterm Heizpilz lecker indisch Essen,
da kann man Indien leicht vergessen.

Das Klappern teurer dritter Zähne
Das Schütteln der Extensionmähne
Davon wird kein Toter wieder wach,
der erschlagen wurde vom Fabrikendach.

Wenn wütend dann der Wind sich dreht,
kein Stein mehr auf dem andren steht
Weil keiner bereit war zu verzichten
Dann gibt s auch nichts mehr zu berichten.

Bring Geist und Herz auf eine Spur,
weck` Deinen inneren Tiger von Eschnapur
Wenn wir jetzt nicht innehalten
Hat das Kriegsbeil bald die Welt gespalten.

Inspiriert zu diesem Gedicht hat mich ein Freund. Der großartige Sänger, Texter, Autor und Schauspieler Klaus Hoffmann, der mit seiner ebenso großartigen Band vor ein paar Tagen in Frankfurt vor ausverkauftem Haus in der Alten Oper gastierte. Seine Texte, seine Botschaft, sein Auftritt, ob privat oder auf der Bühne: Nachdenklich, humorvoll, die kleinen Leute beobachtend. Die großen Leute beobachtend. Seine Zuschauer beobachtend. Den Moment greifend, verwandelt er Gelebtes und teilt es mit seinem Publikum. Wahrheit, mit Papier und Stift festgehaltene Augenblicke. Lieder bei denen man zuhört. Man kann gar nicht weghören, denn immer hört man auch ein bisschen in sich hinein. Der Klaus teilt alles mit seinem Publikum. Er nimmt sich Zeit. Er setzt auf leise Zeichen. Hört gut zu, es geht um unsere Zukunft und unser inneres Kind, das nach einer Hand tastet, die es hält. Überall auf der Welt. Mehr und nötiger denn je sollten wir in uns hinein hören. Leise Zeichen…..lauter Applaus. Danke, Klaus!

Bild-Zoom

P.S.: Unser gemeinsames Foto im uralten Pelz ist eine Parodie. Der Pelz wurde nach der Aufnahme zurückgehängt in den Fundus der menschlichen Vorurteile zu den fetten gefräßigen Motten. Wir haben halt ein bisschen Bonnie und Clyde gespielt. Weil überall auf der Welt gilt: Zieh dich warm an, Baby, because it's cold outside.

Und nun lächeln, den Besen rausholen und nachgucken, was es vor der eigenen Türe noch zu kehren gibt. Ich bin dann mal weg, habe einiges zu tun.

Ihre freundliche Prinzessin vom Main.

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